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Die in einer reizvollen Parkanlage gelegene,
heute als Justizverwaltungsgebäude ge-
nutzte Villa Krogmann, HÜLSEBRINK-
STRASSE 1, von 1752 markiert am Schnitt-
punkt von Deister- und Hauptstraße den
südwestlichen Eckpunkt der Ortsgrenze
des 18. Jh. Der auf quadratischem Grundriß
errichtete zweigeschossige Fachwerkbau
mit vertikaler Verbretterung wirkt durch den
im Osten angebauten quadratischen Turm
unter Welscher Haube sehr massiv.
Mit der Loslösung vom Amt Calenberg und
der im Jahre 1817 anerkannten Eigenstän-
digkeit als Amt erhielt Wennigsen 1852
sogar ein unabhängiges Amtsgericht. Die
wachsende Bedeutung der Stadt als Ver-
waltungs- und Gerichtssitz ließ Anfang des
19. Jh. zahlreiche Bauwerke entstehen.
1822 wurde das alte Zollhaus in der SOR-
SUMER STRASSE 2 als schlichter, zwei-
stöckiger Wandständerbau in Fachwerk er-
richtet. Die straßenseitige Traufe ist im Erd-
geschoß leicht eingezogen. Die Auskra-
gung des Obergeschosses wird von vier
Rundsäulen getragen, eine für Fachwerk-
bauten eigentümliche Lösung.

Wennigsen, Hirtenstraße 15,
Wohn-Wirtschaftsgebäude, 1757


Wennigsen, Argestorfer Straße 3,
Wohnhaus, 1910


Wennigsen, Sorsumer Straße 5,
Villa, 1895


Amt und Amtsgericht waren bis 1884 in
einem um 1860 errichteten Gebäude,
HAUPTSTRASSE 39, einem zweigeschossi-
gen Fachwerkbau untergebracht. Das
Amtsgerichtsgebäude und das benachbar-
te, um 1830 erbaute, ehemalige Forstamt,
heute als Wohnhaus genutzt, HAUPT-
STRASSE 35/37, bilden mit den dazugehö-
renden Nebengebäuden, Garten- und Hof-
anlagen eine Einheit, die zusammen mit
dem bereits erwähnten Justizverwaltungs-
gebäude den für Wennigsen wichtigen Ver-
kehrsknotenpunkt von Hauptstraße und
Deisterstraße beherrschen. In dem Fach-
werkbau HAUPTSTRASSE 12 von 1864 war
die Post untergebracht. Der traufständige
Wandständer beherbergt heute den Kinder-
garten.
In der zweiten Hälfte des 19. Jh. setzte sich
auch in Wennigsen der Ziegelmassivbau
durch, und mit ihm änderten sich auch
Ornamentik und Gebäudeproportionen. Ein
1862 von Hase in neugotischen Formen
errichtetes, zweigeschossiges Wohn- und
Geschäftshaus in der HAUPTSTRASSE 16,
die 1876 und 1895 entstandenen Schulbau-
ten in der ARGESTORFER STRASSE 4 und

Wennigsen, Argestorfer Straße 4,
Schule


ein 1894 in der BAHNHOFSTRASSE 7
erbautes, zweigeschossiges Wohnhaus
sind Beispiele repräsentativer Bauten des
wohlhabenden Bürgertums. Gegenüber in
der ARGESTORFER STRASSE 8 ist die
Längsdurchfahrtsscheune in Bruchstein-
mauerwerk unter Halbwalmdach als Bau-
denkmal ausgewiesen. Großbürgerlich sind
die Villen an der SORSUMER STRASSE 5
aus dem Jahre 1895 und an der ARGES-
TORFER STRASSE 3 aus dem ersten Jahr-
zehnt dieses Jahrhunderts.
Ortskarte Seite 174/175
WENNIGSEN-WENNIGSER MARK

Die Ortschaft entstand erst im vergangenen
Jahrhundert an der Egestorfer Straße. Das
heute als Forsthaus genutzte königliche
Jagdschloß am GEORGSPLATZ entstand
1849 in regelmäßigen Quadermauerwerk.
Auf dem benachbarten TOPIUSPLATZ, der
vorher als Festplatz der Bergleute diente,
wurden 1845 Gedenksteine aufgestellt.
Ortskarte Seite 174/175

Wennigser Mark, Topiusplatz, Gedenkstein


Wennigser Mark, Georgsplatz, ehern. Forstamt, 1849


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