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Krumm, Carolin [Editor]
Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland: Baudenkmale in Niedersachsen (Band 13,2): Region Hannover: nördlicher und östlicher Teil; mit den Städten Burgdorf, Garbsen, Langenhagen, Lehrte, Neustadt a. Rbge., Sehnde, Wunstorf und den Gemeinden Burgwedel, Isernhagen, Uetze und Wedemark — Hameln, 2005

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https://doi.org/10.11588/diglit.44258#0350
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eingeschossige, durch Blendgliederungen, stei-
gende Friese und Deutsche Bänder charakteri-
sierte Ziegelbau einer historischen Gaststätte
ab, der mitsamt des über breite Stichbogen-
fenster geöffneten (Tanz-)Saaltraktes im Jahr
1902 im historistischen Stil entstand (Nr. 16).
Rechter Hand grenzt er direkt an den bündig
abgezimmerten Zweiständerkübbungsbau ei-
nes ehemaligen Haupthauses (um 1840) an,
das zusammen mit der benachbarten Hofan-
lage Nr. 12/14 den historischen Dorfkern ent-
lang der Basser Straße ausbildet.
Das kleine, durch eine historische Zuwegung
erschlossene Gehöft Nr. 12/14 wird vom zu-
rückgelegenen, fast bündig abgezimmerten
Zweiständerhallenhaus (um 1750) dominiert,
das die für Neustadt typische Abzimmerung in
quadratische Gefache beim Baukörper und lie-
gende Gefache im Giebeldrempel aufweist. Zur
Hofstelle gehörten ursprünglich die noch heute
zugehörige ältere Fachwerkscheune (um 1820)
und eine straßenparallele Ziegelscheune (um
1900), die beide das Gehöft gegen die Straße
abgrenzten. Das reizvolle, von einer Eiche über-
schattete Ensemble harmoniert mit der schräg
gegenüberliegenden Längsdurchfahrtsscheu-
ne Nr. 11 (um 1820/30) und dem nur wenige
Meter weiter östlich aufgehenden Vierständer-
hallenhaus von 1763 Zum Rischanger 7, das
in seiner homogen gerasterten sowie bündigen
Abzimmerung eher an Hallenhäuser des 19.Jh.
bzw. Hallenhäuser der Wunstorfer Region
erinnert. Wieder wenige Schritte nach Osten
entfernt bezeichnet ein streng gerastertes,
durch ein schwach vorkragendes Giebeltrapez
ausgewiesenes Hallenhaus („1741”) das Ende
der Gasse Im Eck, deren Name die typisch
dörfliche Straßensituation einer sackgassenar-
tig totlaufenden Wirtschaftszuwegung überlie-
fert (Nr. 5).
Nördlich der Basser Straße erhebt sich am
Ende des Eichelweges das breit lagernde
Vierständerhallenhaus mit Vorschauer und seit-
lichen Mistgängen („1859”) Leineufer 2. Zu sei-
nem Gehöft gehört ein weiter östlich platzierter,
parallel ausgerichteter Fachwerkbau, den die
Ortsgeschichte als sog. Fährhaus kennt
(Wasserstr. 3); tatsächlich wurden beide
Bauten unmittelbar am Rand der durch die
Leinewindungen gebildeten Geländestufe er-
richtet, die Basse bis heute eine erhöhte
Lageanordnung gegen Westen und Norden
verleiht. Das im Innern in eine seitliche Längs-
diele, eine einhüftige Lucht und ein rückseitiges
Kammerfach gegliederte Fährhaus wurde 1990
zum Wohnhaus umgenutzt und daher sein
Wirtschaftsgiebel der neuen Nutzung durch
sparsame Durchfensterung behutsam ange-
passt.
SCHARNHORST
Das 1254 als Scarnehorst benannte Dorf wurde
südwestlich von Basse und ca. sechs Kilometer
nordöstlich von Neustadt am Rande der
Auterniederung gegründet und geht möglicher-
weise auf eine Gründung der Grafen von Wölpe
zurück. Für das Jahr 1599 sind neben drei
Brinksitzern zwei dienstpflichtige Ackerleute auf

Basse, Basser Straße 12/14, Hofanlage


Basse, Kirchstraße 1, Wohnwirtschaftsgebäude, um 1720/30


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