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Krumm, Carolin [Editor]
Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland: Baudenkmale in Niedersachsen (Band 13,2): Region Hannover: nördlicher und östlicher Teil; mit den Städten Burgdorf, Garbsen, Langenhagen, Lehrte, Neustadt a. Rbge., Sehnde, Wunstorf und den Gemeinden Burgwedel, Isernhagen, Uetze und Wedemark — Hameln, 2005

DOI Page / Citation link: 
https://doi.org/10.11588/diglit.44258#0386
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und einen torhausartigen Trakt an dem aktuel-
len Landhausstil (hier: Rehburger Baustil).

Die auf der gegenüberliegenden Seite der
Straße aufgehende lang gezogene Querein-
fahrtsscheune Nr. 1 grenzt den historischen
Ortskern gegen Westen ab. Sie wurde, der be-
nachbarten Quereinfahrtsscheune Kleiner
Brink 2 und der am anderen Ortsende gelege-
nen Scheune Mardorfer Straße 22 (um 1840)
vergleichbar, um 1870 als ziegelausgefachter
Fachwerkbau unter Halbwalmdach errichtet
und über mehrere traufseitige Tore und Zugän-
ge erschlossen; alle drei Scheunen kennzeich-
net ein gleichmäßig abgezimmertes Gefüge aus
quadratischen Gefachen und geschosshohen
Schrägverstrebungen.
Ein zweites dörfliches Zentrum entwickelte sich
entlang der annähernd parallel verlaufenden
Straße Hinterm Dorf, das mit dem kleinen
Feuerwehrgerätehaus - erbaut 1857 - einen für
das dörfliche Leben wichtigen Gemeindebau
besaß.
Die sich auf der gegenüberliegenden Straßen-
seite aneinander reihenden Höfe gehören zu
den ältesten erhaltenen in Mardorf und zeigen
eine bemerkenswert ungestörte Konstruktion;
so haben die in Vierständerbauweise als mäch-
tige Hallenhäuser mit kleingerastertem Steil-
giebel konstruierten Wohnwirtschaftsgebäude
Hinterm Dorf 2 (um 1890) und Nr. 4 („1888”)
kaum bauliche Veränderungen erfahren. Zu-
sammen mit der mehrfach veränderten Quer-
durchfahrtsscheune des Hofes Nr. 6 (um
1830/40), deren Fachwerkgefüge Ziegel- neben
Lehmausfachungen aufweist, überliefern sie
somit sehr anschaulich das historische Bild länd-
lichen Wohnens und Wirtschaftens in Mardorf.
Tatsächlich wurde das heute etwas abseits
anmutende, eben „hinter dem Dorf” aufgerich-
tete Pfeilermal zur Erinnerung der Toten des
Ersten Weltkrieges erst in neuerer Zeit an sei-
nen heutigen Standort, einen weitläufigen
Eichenhain, verbracht, den eine eiserne Pforte
(„1914-1918”, „1939-1945”) erschließt; ur-
sprünglich stand es direkt neben der Kapelle.
Dass das Querdielenhaus Rehburger Straße 8
im Jahr 1908 auf fast unbebauter Fläche west-
lich des Friedhofes entstand, ist heute ange-
sichts des nah herangerückten Neubaugebie-
tes kaum mehr zu erkennen. Dem Stilempfin-
den des sowohl vom traditionellen Historismus
als auch den erstarkenden Reformbestrebun-
gen geprägten frühen 20.Jh. gemäß, führte
man das Wohnwirtschaftsgebäude als einge-
schossigen Ziegelbau aus und gestaltete ihn in
gewohnter Weise durch Deutsche Bänder, stei-
gende Friese und aus glasierten Formsteinen
gesetzte Sohlbänke.
NEUSTADT A. RBGE./MARIENSEE

Die Geschichte des westlich der Leine gelege-
nen Dorfes Mariensee ist mit der Geschichte
des gleichnamigen Klosters eng verbunden,
das um 1207 vom Grafen von Wölpe gegründet
und mit entsprechenden Ländereien ausgestat-


Mardorf, Mardorfer Straße 4, ehern. Schule, 1907/08, Architekt E. Messwarb


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