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Krumm, Carolin [Editor]
Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland: Baudenkmale in Niedersachsen (Band 13,2): Region Hannover: nördlicher und östlicher Teil; mit den Städten Burgdorf, Garbsen, Langenhagen, Lehrte, Neustadt a. Rbge., Sehnde, Wunstorf und den Gemeinden Burgwedel, Isernhagen, Uetze und Wedemark — Hameln, 2005

DOI Page / Citation link: 
https://doi.org/10.11588/diglit.44258#0474
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betagtes Bauwerk zu erkennen, wie der lang
gestreckte Zweiständerbau Nr. 3/5 des Jahres
„1693” (durch aufgekämmte Balkenlage zwei-
geschossig ausgebauter Wohnteil in Ständer-
bauweise mit historischem Zugang) oder der
modern überprägte Wandständerbau des
Jahres 1719, einst kombinierte Speicher-
scheune der benachbarten Parzelle Nr. 38,
heute Wohnhaus der Hofstelle Nr. 36. So liegt
heute nur noch eine Querdurchfahrtsscheune
mit integrierten Stallungen (19.Jh.) dem zur
Straße hin offenen Wirtschaftshof der Hofstelle
Nr. 38 an, deren straßenparalleles Haupthaus
um 1880 als städtisch inspiriertes reines
Wohnhaus entstand. Der Aufbau des Wohnge-
bäudes entspricht dem bekannten Typus des
traufständigen eingeschossigen Fachwerkhau-
ses mit Drempelgeschoss, Zwerchhaus und
fassadenprägenden Andreaskreuzen, dessen
Zugang in ortstypischer Weise eine windfangar-
tige Veranda erschließt.
Ein älteres Ensemble aus Altenteiler (um
1760/70), schmalem, parallelem Rinderstall (um
1760) und kleiner Längsdurchfahrtsscheune
des 18. Jh. zeigt die Hofstelle Henighuser Stra-
ße 24, das Nebeneinander von Vierständerhal-
lenhaus („1754”) und zufahrtflankierender
Längsdurchfahrtsscheune („1705”) das Gehöft
Nr. 14, dessen Scheune mit jüngerer abge-
schleppter Unterfahrt (19. Jh.) noch die zeittypi-
sche Holzausfachung im Giebeldrempel auf-
weist. Auch wenn bei beiden Bauten die histo-
rische Lehmausfachung modernem Ziegel wei-
chen musste, blieb hier vieles der alten
Konstruktion, aber auch das Gepräge einer
ortstypischen Hofstelle unter alten Eichen in
anschaulicher Weise erhalten.
Im weiteren Verlauf des von verästelten Wegen
umschriebenen historischen Dorfkerns sind im-
mer wieder jahrhundertealte Fachwerkge-
bäude, zumeist nach dem großen Brand 1693
erstellte Hallenhäuser (Breitenkampstr. 3: Vier-
ständerbau von „1717; Mittelstr. 4: „1818”) zu
entdecken, unter denen das einstige Wohn-
wirtschaftsgebäude Steindamm 16 eine bauli-
che Kuriosität darstellt: Der durch gebogene
Fußbänder gekennzeichnete Kernbau („1797”)
erhielt im 19.Jh. zunächst einen kleinen, seit-
lichen Anbau angefügt; zugleich verbreiterte
man den Wohnteil, um hier einen Übergang
zum Neubau eines zweigeschossigen Wohn-
hauses zu erhalten, das in vornehmerer Form
die Funktion vom alten Wohnteil übernahm (um
1890). Neuerdings zeigt sich der Kernbau mit
zwei parallelen Toren - aus dem einstigen
Hallenhaus scheint somit eine Doppellängs-
durchfahrtsscheune geworden zu sein.
Weitaus klarere Strukturen zeigt der 1747 auf-
gerichtete Speicherbau Steindamm 6/8, auch
wenn seine jüngste Umnutzung zum Wohnhaus
(seit 1935 sog. Standesamt zum Storchennest)
die historische Funktion verunklärt. Als typische
Konstruktionen des 18.Jh. blieben die Fußbän-
der, Knaggen und der Giebelvorsprung mit der
historistischen Holzausfachung jedoch erhalten.
Einen beeindruckenden Beleg für die Fassa-
dengestaltungen reiner Wohnhäuser des spä-
ten 19.Jh. liefert hingegen der zweigeschossige


Hänigsen, An der Kirche 2, Pfarrhaus, Blick vom Pfarrgarten


Hänigsen, Henighuser Straße 38, Wohnhaus, um 1880


Hänigsen, Henighuser Straße 14, Längsdurchfahrtsscheune, „1705"

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