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Krumm, Carolin [Editor]
Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland: Baudenkmale in Niedersachsen (Band 13,2): Region Hannover: nördlicher und östlicher Teil; mit den Städten Burgdorf, Garbsen, Langenhagen, Lehrte, Neustadt a. Rbge., Sehnde, Wunstorf und den Gemeinden Burgwedel, Isernhagen, Uetze und Wedemark — Hameln, 2005

DOI Page / Citation link: 
https://doi.org/10.11588/diglit.44258#0505
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Elze, Wasserwerkstraße 62/64, ehern. Wasserwerk, Werkmeisterwohnhaus von 1909


der Dorfschule offensichtlich, 1895 als Konglo-
merat aus Klassenraum, Lehrerwohnung und
Wirtschaftstrakt realisiert (Poststr. 8). Anders
als in anderen Ortschaften der Region zeigt sich
hier die Wirtschaftsfunktion deutlich zurückge-
drängt und nur an einigen Stalltüren im rücksei-
tigen Teil ablesbar; der vordere Giebel nahm
hingegen den großzügig belichteten Schulraum
auf und galt auch als Schaufront der Schule.
Eine Großform des städtisch inspirierten Trau-
fenhauses dokumentiert hingegen das Gast-
haus unmittelbar gegenüber dem Gutshaus-
areal (Plumhofer Str. 57), ein achtachsiger,
zweigeschossiger Ziegelbau mit Mittelrisalit, der
um 1885 in zeitgemäßen Formen entstand. Seit
der Vorlage eines modernen Windfanges wird
der durch drei höhengestaffelte Rundbögen
überfangene, zurückgelegene Eingang von
Glas-Eisenkonstruktionen verunklärt.
Den Denkmalbestand der Ortschaft ergänzt der
im Süden der Plumhofer Straße anliegende
Dorffriedhof, dessen Zugang seit ca. 1890 eine
kleine, straßenparallele Kapelle flankiert. Die
Kapelle (Steilgiebel mit dreieckig geführter
Profilleiste, Sprossenfenster) zeigt sich nach
ihrem Umbau um 1990 frontseitig um zwei küb-
bungsartige Verbreiterungen ergänzt.

Wasserwerke
Zum Elzer Ortsgebiet gehören zwei unmittelbar
an der östlich verlaufenden Autobahn A 7 bzw.
der überbrückenden Straße nach Wieckenberg
gelegene Wasserwerke, eine Einrichtung der
Stadt Hannover, mit der diese ihre eigenen
knappen Trinkwasservorräte aufzustocken ver-
suchte. Vollkommen unerwartet überraschen
den von Elze nach Wieckenberg Reisenden die
beidseitig der Landstraße anliegenden Anlagen,
die sich aus einer imposanten, von kubischen
Bauten und geräumiger Weite bestimmten
Fläche des Wasserwerkes Berkhof im Norden
(Wasserwerkstr. 33/35) und dem älteren
Wasserwerk Elze auf der südlichen Straßen-
seite (Nr. 62/64) zusammensetzen.

Elze, Wasserwerkstraße 62/64, Maschinistenwohnhäuser von 1909


Unter Denkmalschutz stehen heute nur Teile
der Anlagen, die in ihrer räumlichen Trennung
zugleich die Entwicklungsgeschichte der
Wasserwerke spiegeln: Ein ganz dem Heimat-
schutzstil verpflichtetes, den Wirtschaftsgiebel
eines Zweiständerhallenhauses imitierendes
Zufahrtstor empfängt den Besucher auf dem
südlichen „Wasserwerk Elze” und berichtet von
dessen Aufbau „1909-1911 von der könig-
lichen Haupt- und Residenzstadt Hannover
unter Stadtdirektor Tramm” (Ausführung durch
Bock, de Jonge und Kellner; Entwurf
Genschel?). Im gleichen Baustil wurden das
Werkmeister- und Maschinistenwohnhaus, die
Wagenremise, der Stall und die Waage entwor-
fen, sie alle zeigen durch Material- und
Formenvielfalt belebte Fassaden. Wurde jedoch
das Werkmeisterwohnhaus traditionell als ein
durch Risalite aufgelockerter Baublock unter
Krüppelwalmdach konzipiert, so präsentiert
sich das Maschinistenwohnhaus als gelungene
Kombination aus Heimatschutzstil und Moder-
ne. Den als Doppelhaus angelegten Flügelbau

Elze, Wasserwerkstraße 33/35, Wohnhaus des ehern. Wasserwerkes, um 1930, Entwurf: K. Elkart

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