Universitätsbibliothek HeidelbergUniversitätsbibliothek Heidelberg
Overview
loading ...
Facsimile
0.5
1 cm
facsimile
Scroll
OCR fulltext
deraufgebaut worden. Die westliche Hofstelle
(Nr. 10) grenzt an die Uferwiesen der Örtze.
Das Zweiständerhaus von 1802 ist am Wirt-
schaftsteil zu Wohnzwecken umgebaut. Am
Wohnteil kragt das Giebelfeld leicht vor, Bal-
kenköpfe und Füllstäbe sind abgerundet. Vor
dem Fletteingang steht noch eine fünfteilige
Brunnenfassung aus Sandstein von 1789.
Auf dem Nachbarhof (Nr. 12) ist das Vierstän-
derhaus von 1804 ebenfalls im Wirtschaftsteil
ausgebaut. Am Torgiebel ist die Unterkante
der Setzschwelle durch Karnies und Wulst
verziert. Seitlich des Flett ist ein Brunnen mit
Pumpe von 1744 erhalten. Neben dem Bau-
ernhaus ist ein verbreiterter Speicher errich-
tet worden. Eine Scheune mit Quereinfahrt
und Speicherteil flankiert mit ihrer Langseite
die Hofzufahrt; die Giebel sind durch Doppel-
ständerausgezeichnet. Zu diesem Hof gehört
an der gegenüberliegenden Seite der Stich-
straße die traufständige, bündig verbreiterte
Scheune mit Längsdurchfahrt aus der Mitte
des 19. Jh. sowie der Backofen, dessen
Ofengewölbe nach einer Inschrift auf das
Jahr 1630 zurückgeht. Parallel zur Georg-
Haccius-Straße liegen zwei Fachwerkhäuser

jeweils hinter großen Vorgärten. Das Vier-
ständerhaus von 1848 (Nr. 1) ist am Zwerch-
haus, dem Nordgiebel und der rückwärtigen
Langseite verbrettert. Im Unterschied zu die-
sem Wohnwirtschaftsgebäude besitzt das
vom ev. Missionswerk genutzte Haus (Nr. 9)
durch seine Größe und die annähernd sym-
metrische Fassadengliederung einen reprä-
sentativen Charakter; es ist um 1880 errichtet
und insgesamt verbrettert.

HERMANNSBURG - BACKEBERG
Der Hof Backeberg liegt westlich der Landes-
straße Hermannsburg-Müden. Die Familie
Backeberg ist seit 1330 als Lehnsträger ver-
bürgt und noch heute Eigentümer des Einzel-
hofes. Das Gelände der Hofstelle ist durch
starke Niveauunterschiede bestimmt. Die
Hofstelle, von alten Eichen eingefaßt, ist von
verschiedenen Seiten erschlossen. Die
Hauptzufahrt führt von Nordwesten auf den
Wirtschaftsgiebel des Bauernhauses zu. Die
übrigen bäuerlichen Bauten sind parallel zum

Backeberg, Hof Backeberg, Wohnwirtschaftsgebaude, Mitte 19. Jh.


Bauernhaus orientiert. Das Vierständerhaus
aus der Mitte des 19. Jh., ist durch einen
Dachausbau mit Zwerchhaus über dem
Wohnteil verändert. Der Schafstall, ein ver-
bohlter Zweiständerbau, stammt auch aus der
Mitte des 19. Jh.; nachträglich wurde eine
Querdurchfahrt eingebaut. Der kleine Spei-
cher von 1767 ist in Hochrähmzimmerung mit
eingezapften Ankerbalken konstruiert; die
Stürze an den zwei Türen sind als Eselsrük-
ken gestaltet. Das Altenteilerhaus, ein Wand-
ständerbau von 1815, ist mit Ziegeln ausge-
facht und an den Giebelseiten verbrettert.
Das Häuslingshaus, ebenfalls ein Wandstän-
derbau mit Ziegelausfachung, ist am Ende
des 19. Jh. entstanden und besteht aus
Wohn- und Stallteil.

HERMANNSBURG - BARMBOSTEL
Barmbostel, um 1290 urkundlich genannt, ist
auf der Hochfläche zwischen Baven und Ber-
gen an einer Senke des Süllbaches gelegen.
Nach Ausweis der Flurkarte handelt es sich
um eine Aussiedlung von Baven, die anfangs
nur einen Voll- und einen Halbhof umfaßte.
Die vier Hofstellen, aus denen der Ort seit
dem 16. Jh. besteht, liegen unter hohen Ei-
chen. Allein der alte Hof Nr. 1 (heute Nr. 10)
befindet sich östlich der Kreisstraße 14, die in
einem Bogen durch den Ort führt. Im hinteren
Bereich der großflächigen Hofanlage stehen
ein Häuslingshaus von 1835 und ein Speicher
von 1838. Die beiden Bauten sind aufgrund
ihres guten Erhaltungszustands von bauge-
schichtlichem Interesse. Auf der westlichen
Straßenseite liegen nebeneinander die drei
anderen Hofstellen, hinterdenensichWiesen
bis zum Süllbach erstrecken. Auf Hof Nr. 15
ist 1820 ein Treppenspeicher in Hochrähm-
zimmerung mit eingezapften Ankerbalken er-
richtet worden. Das Satteldach kragt an bei-
den Giebelseiten auf geschweiften Kopfbän-
dern vor; von zwei Treppenanlagen ist nur
diejenige am Ostgiebel erhalten. Die fünftei-
lige, von einem Eisenring gehaltene Brun-
nenfassung aus Sandstein stammt noch von
1747.

Baven, Müdener Straße 1, Wohnwirtschaftsgebäude, 2. Hälfte 19. Jh.


Um die Jahrhundertwende haben sich ein-
zelne Höfe im Norden außerhalb des Dorf-
kerns angesiedelt. Südlich ist der kleine Ort
„Neubarmbostel“ entstanden.

HERMANNSBURG - BAVEN

Baven, 1290 erstmalig genannt, wird für das
"älteste Dorf im Kirchspiel Hermannsburg ge-
halten. Das Haufendorf bestand bis 1800 aus
13 Gehöften auf unregelmäßigen Grundstük-
ken, die noch heute den Ortskern bilden. Seit
der Mitte des 19. Jh. siedelten sich kleine
Höfe in südlicher Richtung entlang der Lan-
desstraße 240 an, wodurch Baven allmählich
mit Hermannsburg zusammenwuchs. 1905
wurde die Landesstraße von Baven über den
Höhenrücken nach Bonstorf und Hetendorf
angelegt. Westlich des alten Dorfes verläuft
die Eisenbahnlinie Celle-Beckedorf mit Sta-

150
 
Annotationen