Fliegende Blätter — 47.1867 (Nr. 1147-1172)

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Doch ist sie geschehen und wirklich wahr,

Und sind auch vergangen schon zwanzig Jahr,

So ist die Geschichte noch immer nicht klar,

Und wer sie beleuchten will helleren Lichts,

Der leuchtet und steht, doch zuletzt weiß er Nichts.

DaS Dorf P. ist schon seit einer Reihe von Jahren ein
sehr bevölkertes, weil sehr viele Bergleute darin wohnen. Eö
lagert nämlich ein großer Theil seiner und der angrenzenden
Auren über sehr mächtigen Steinkohlenflötzcn, welche aus
Zielen kleinen und großen Schachten abgebaut werden. Hun-
gerte, ja Tausende von Bergleuten verdienen sich durch diesen
Abbau in dieser Gegend das Nöthige zu ihrem und ihrer

> Familie Unterhalt. Wie wir in jeder Classe der Menschen
rohe und schlechte, brave und gute finden, so ist dies auch
bei den Bergleuten der Fall; allein nirgends findet man eine
Gattung der Menschen so vertreten, als gerade unter den
Bergleuten, namentlich den älteren, und dies ist die der gottcs-
fürchtigen Leute, welche die Worte der heiligen Schrift: „Bete
und arbeite" im ächten Sinne üben. Diese Leute, obwohl
in dürftigen Umständen, sind aber auch die glücklichsten der
Welt, denn sie haben bei aller Mühe und Beschwerde deS
Lebens, bei allen Gefahren, denen sie tagtäglich ausgcseht
sind, zwar wenig Wünsche in ihrer Brust, aber ein kostbares
Gut, das Millionen von Menschen oft nicht besitzen, nämlich
Frieden im Herzen und häusliches Glück.

Gerade unter diesen glücklichen Menschen sind aber auch
einige nicht frei von einem cigcnthümlichcn Glauben, nämlich
dem Glauben an die Existenz eines Berggeistes, der im Innern
der Erde walte und die braven und gottcsfürchtigen Bergleute
vor drohender Gefahr schütze. Sie glauben dies um so mehr,
als namentlich unter den Acltcrcn viele sind, welche behaupten,

; diesen Berggeist in der Grube gesehen zu haben. In strah-
| lender Gestalt, mit einer goldenen Krone auf dem Haupte,
erscheine er nur dann, wenn er den Bergmann warnen oder
beschützen wolle. Habe er dies gethan, so zeige er sich dem-
selben nur einen Augenblick, gleichsam um sich ihm als Retter
darzustcllen, und verschwinde sofort wieder spurlos. Ein solcher
Bergmann, gottesfürchtig und vom Glauben an den Berggeist
durchdrungen, lebte vor 20 Jahren, zu welcher Zeit daö jetzt

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Werk/Gegenstand/Objekt

Titel

Titel/Objekt
"Eine Geschichte, gar wunderbar"
Weitere Titel/Paralleltitel
Serientitel
Fliegende Blätter
Sachbegriff/Objekttyp
Grafik

Inschrift/Wasserzeichen

Aufbewahrung/Standort

Aufbewahrungsort/Standort (GND)
Universitätsbibliothek Heidelberg
Inv. Nr./Signatur
G 5442-2 Folio RES

Objektbeschreibung

Maß-/Formatangaben

Auflage/Druckzustand

Werktitel/Werkverzeichnis

Herstellung/Entstehung

Künstler/Urheber/Hersteller (GND)
Watter, Joseph
Entstehungsort (GND)
München

Auftrag

Publikation

Fund/Ausgrabung

Provenienz

Restaurierung

Sammlung Eingang

Ausstellung

Bearbeitung/Umgestaltung

Thema/Bildinhalt

Thema/Bildinhalt (GND)
Schrecken <Motiv>
fallen
Holzzaun
Blume <Motiv>
Mädchen <4-7 Jahre>
Karikatur
Kind
Spiel
Wiese
Hund <Motiv>
Junge <5-6 Jahre>
Schacht <Motiv>
Satirische Zeitschrift

Literaturangabe

Rechte am Objekt

Aufnahmen/Reproduktionen

Künstler/Urheber (GND)
Universitätsbibliothek Heidelberg
Reproduktionstyp
Digitales Bild
Rechtsstatus
Public Domain Mark 1.0
Creditline
Fliegende Blätter, 47.1867, Nr. 1161, S. 113
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