Fliegende Blätter — 47.1867 (Nr. 1147-1172)

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Die Kunst, zu borgen.

Es ist schon häufig die Frage ausgestellt worden: ob
das Geldborgen oder das Wiederbezahlen des ge-
borgten Geldes eine größere Kunst sei. Vortreffliche, geist-
liche Gründe sind bald für diese, bald für jene Ansicht ent-
wickelt worden, ohne daß man sich bis jetzt über eine bestimmte
Entscheidung dieser wichtigen Streitfrage hat einigen können.

Zu denjenigen, welche das Erlangen eines Darlehens
oder die Erwerbung von allerhand Lebensbedürfnissen gegen
das einfache Versprechen späterer Bezahlung, für die unbe-
l dingt größere Kunst halten, gehört auch der hoffnungsvolle,
aber stets geldbedürftige, junge Herr Beutelfeld m W.;
denn er sagt ganz einfach, daß er sich um btc Bezahlung
seiner Schulden gar nicht weiter kümmere und deren Schick-
sal dem Zufalle getrost überlaste - ein Grundsatz mit wel-
chem freilich Niemand auf der Welt weniger einverstanden ist,
als Beutclfclds Gläubiger. Schon oft haben manche der
Letzteren ihren theucrn Schuldner endlich den Gerichten über-
wiesen, um ihn hinter den Mauern, des Gefangmstcs über
die Mittel und Wege Nachdenken zu lasten, wie er seine
Schulden bezahlen könne, allein da Bcutelfeld in dieser Be-
ziehung es gar nicht liebte, sich erfolglos den Kopf zu zer-
brechen und da obendrein seine Gläubiger stets noch gczwun-
! gen waren des leichtsinnigen Jünglings Lebensunterhalt im
Gefängnisse aus ihren eigenen Taschen zu bezahlen, so wurde
! Beutelfeld nach verhältnißmäßig kurzer Frist seiner Haft stets
wieder entlasten. Sein angenehmes Aeußcre und sein cin-
i nehmendes Wesen führten ihm aber immer wieder neue Gimpel
j in das Garn, durch deren Leichtgläubigkeit er fem Dasein
auf die möglichst angenehme Weise fristete.

Von den unzähligen Beispielen, wie Bcutelfeld Schulden
! zu machen gewohnt war, wollen wir unseren freundlichen j
I Lesern hier nur eines vorführen.

Bcutelfeld liebte cs hauptsächlich, in seinem Aeußcre»
stets als Elegant aufzutrctcn, da er auö Erfahrung wußte,
daß einem fcingeklcidcten, jungen Mann die Erwerbung anderer
Bedürfniste ohne Geld hiedurch außerordentlich erleichtert werde.
Er hatte dcßhalb auch einst sein ganzes Augenmerk auf die kosten-
freie Erwerbung eines feinen Lcibrockes geworfen, denn daS
von ihm bisher getragene Exemplar dieser Gattung begann
bereits mit Riesenschritten in jene trostlose Kategorie einzu-
rücken, welche man mit dem Worte „schäbig" bezeichnet.

Nun ist zwar W. eine große Stadt und die ehrbaren
Herren Schneidermeister werden dort nach Hunderten gezählt;

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Werk/Gegenstand/Objekt

Titel

Titel/Objekt
"Die Kunst, zu borgen"
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Fliegende Blätter
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G 5442-2 Folio RES

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Auflage/Druckzustand

Werktitel/Werkverzeichnis

Herstellung/Entstehung

Entstehungsort (GND)
München

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Publikation

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Restaurierung

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Mann <Motiv>
Rauchen <Motiv>
Naivität
Brille <Motiv>
Kreditaufnahme
Frechheit
Hut <Motiv>
Männerkleidung
Aussehen
Karikatur
Satirische Zeitschrift

Literaturangabe

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Künstler/Urheber (GND)
Universitätsbibliothek Heidelberg
Reproduktionstyp
Digitales Bild
Rechtsstatus
Public Domain Mark 1.0
Creditline
Fliegende Blätter, 47.1867, Nr. 1163, S. 129
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