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dem gesegneten Ackerbau und einer Menge Volk zu, das
sich durch Fleiß und Arbeit nährte, durch Quellen, die sich
nicht erschöpfen lassen. Sachsen habe es unter allen deut-
schen Ländern darin am weitesten gebracht.

Leipzigs Handel

Entscheidend für den Stand des Handels in Sachsen war
Leipzig. Dort hatte der Kaufmann Gelegenheit, seine Kräfte
zu entwickeln. Der Zug der Zeit ging dahin, sich aus der
Enge des Krämers zu befreien, des Kleinhändlers, der die
Waren des Handwerks, der durchziehenden Händler und
Fuhrleute hinter dem Ladentisch vertrieb. Der Großkauf-
mann mußte mancherlei Vorbildung haben. Das führte in
der Haupthandelsstadt Leipzig zu einem Zusammenschluß
zunächst der Krämer, deren Innung seit 1477 bestand. Sie
nahm nur Leute auf, die sechs Jahre gelernt, zwei Jahre
Handelsdiener gewesen, Bürger und ehrlich verheiratet oder
sich zu verheiraten gesonnen waren. In die Zeit Augusts
fallen heftige Streitigkeiten, sogar Prozesse innerhalb der
Innung. Ihr stellten sich seit 1680 die „Grossierer“ mit dem
Wunsch entgegen, eine gesonderte Kommerziendeputation
zu schaffen, zum großen Ärger der Krämer, die den Vor-
schlag dem Hochmut derer zuschrieben, die gern Kom-
merzienrat werden wollten. Es kam 1729 zur Gründung einer
Landes-Ökonomie-, Manufaktur- und Kommerziendepu-
tation, nachdem vorher die Großhändler und Bankiers den
Brauch eingeführt hatten, daß ein Mitglied ihrer Firma
der Krämerinnung beitrete.

Schon 1682 wurde in Leipzig ein Handelsgericht eingesetzt,
das Johann Georg III. alsbald mit einer Ordnung ausstattete:
vier Ratsmitglieder, zwei Doktoren der Rechte und zwei
Kaufleute hatten in diesem über Waren und Wechsel in-
und außerhalb der Messen zu entscheiden. Die Kaufleute,
auch wenn sie bloß durch Leipzig reisten, die Handwerker,
 
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