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Cichorius, Industrie und Handel.

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Zeugnis dafür besitzen wir aus späterer Zeit in der Inschrift 24, aus der (dp^iSiaxovo;
y.oil scsöstw; tou eqi'ou xat sv86;ou aTtocJxoXou xat ikoXoyou OiXi'tctou) das Vorhandensein
einer Kirche des Philippus zu Hierapolis sich ergiebt. Vielleicht dürfen wir diese
in der grofsen christlichen Basilica (s. Abb. 6), einem der mächtigsten Bauten von
Hierapolis, wiedererkennen. Die auffallende Thatsache, dafs diese aufserhalb der
Stadt im älteren Teile der Nekropole steht, würde sich einfach erklären, wenn die
Kirche etwa später über der Stelle der Gräberstadt erbaut worden wäre, die als das
Grab des Apostels galt, wie es in gleicher Weise über den Gräbern anderer Apostel
und sonstiger von der Kirche verehrter Männer, z. B. in Rom der Apostel Paulus
und Petrus, geschehen ist.

Eine grofse Bedeutung hat Hierapolis bald für die Geschichte der ältesten
christlichen Litteratur erlangt, worauf hier allerdings nicht näher eingegangen werden
kann. Vor allem ist es der älteste nachweisbare Bischof von Hierapolis Papias",
der hier in Betracht kommt; über ihn siehe die Hauptstelle Eusebius, Hist. eccl.
III, 36: Ua~(a<; t?js ev 'IspaTroXst Tiapoixia? xat cctkoc ETrtbxoTOS, ferner ebenda III, 39 und
II, 15,2 sowie Hieronymus, Chron. p. 163 Sch. und Photius, Bibliöth. p. 291. Eben-
falls noch ins zweite Jahrhundert gehört der Bischof von Hierapolis Claudius Apolli-
narius, dessen Blüthe Eusebius im Chronicon und Photius, Bibl. Cod. 14 unter Marc
Aurel ansetzen, vgl. Eusebius IV, 16 und V, 19". Beide haben eine sehr bedeut-
same litterarische Thätigkeit entfaltet und Apollinaris zumal in die Streitigkeiten
der phrygischen Kirche energisch eingegriffen. Auf unseren Inschriften finden sich
einmal, leider gerade auf der sehr schlecht erhaltenen 319, die Worte r( Xpisxstavwv,
ohne dafs eine sichere Ergänzung möglich wäre; ferner scheint christlich zu sein 304
(<I>Xot. 2uvs<Jup T(j5 (7t)o33'.aoTaT(o n«/.a-i'v(;>) und sicher 22, wo aus freilich später Zeit
ein ap^ismaxoiTGS Gennaius genannt wird. Die in den Conzilakten und anderweit
vorkommenden Bischöfe und Metropoliten von Hierapolis aus byzantinischer Zeit
können hier nicht berücksichtigt werden.

Wirtschaftliche Verhältnisse, Industrie und Handel.

Für die grofse Blüthe der Stadt und den Wohlstand ihrer Bevölkerung zeugen
schon die grofse Ausdehnung des Stadtgebiets und die gewaltigen Bauten. Auch
die Grabdenkmäler, unter denen nicht etwa vereinzelt, sondern in beträchtlicher
Zahl sich umfangreiche Prachtmonumente befinden, beweisen, dafs hier der Reich-
tum nicht nur in wenigen Händen sich befand, sondern mehr gleichmäfsig über
weitere Kreise verteilt war. Welche Mittel man allein für die Sarkophage verwen-
dete, zeigt die Thatsache, dafs solche häufig aus dem teueren Stein des in beträcht-
licher Entfernung gelegenen Dokimeion hergestellt wurden; allein die Transportkosten
hierfür müssen, da eine Wasserstrafse nicht benutzt werden konnte, aufserordentlich

und die Bezwingung der Eohidna daselbst s.
Ramsay, The church 469.
') Der Name Papias kommt auf Inschriften von
Hierapolis häufig vor. Ein vornehmer Münz-

beamter Papias erscheint Mionnet, Descr. 610
auf einer Münze aus der Zeit des Gaius.
4) Der Tod des Apollinaris erfolgte noch vor 200,
vgl.Harnack, Sitz.-Ber. d.Berl. Acad. 1894 S.Sßöf.
 
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