Jones, Owen [Editor]
Grammatik der Ornamente: illustrirt mit Mustern von den verschiedenen Stylarten der Ornamente in hundert und zwölf Tafeln — London, [1856]

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Capitel IX.—Täfeln 36, 37, 38.

TUERKISCHE ORNAMENTE

TAFEL

1, 2, 3, 16, 18. Von einein Brunnen zu Pera, Constanti-
nopel.

4. Von der Moschee des Sultans Achmet, Constantinopel.

5, 6, 7, 8,13. Von Gräbern zu Constantinopel.

XXXVI.

9, 12, 14, 15. Vorn Grabmal des Sultans Soliman I., Con-

stantinopel.

10, 11, 17, 19, 21. Von der Yeni D'jami, oder der neuen

Moschee, Constantinopel.
20, 22. Von einem Brunnen zu Tophana, Constantinopel.

TAFEL XXXVII.

1, 2, 6, 7, 8. Von der Yemi D'jami, Constantinopel.
3. Rosette im Mittelpunkt der Kuppel der Mochee Soli-
mans I., Constantinopel.

4,5. Verzierungen von Spandrillen unter der Kuppel
Solimans I., Constantinopel.

TAFEL XXXVIII.

Theil der Ausschmückung der Kuppel des Grabmals Solimans L, Constantinopel.

Die Architektur der Türken, wie sie sich in Constantinopel offenbart, beruht, in allen ihren construetiven
Theilen, hauptsächlich auf der Bauweise der frühen byzantinischen Monumente; ihr Ornamentationssystem
hingegen ist eine Modification des arabischen Styles, zu dem es im selben Verhältniss steht, als die elisabe-
theische Ornamentation zu der der italienischen Eenaissance.

Wenn eine Nation die Kunst eines andern Volkes derselben Eeligion entlehnt, von dem sie aber sonst
an natürlichem Charakter und Instinkt abweicht, so wird die geborgte Kunst nothwendigerweise sich in
allen den Eigenschaften mangelhaft erweisen, in welchen die entlehnende Nation selbst, ihrem Vorbilde
nachsteht. So verhält es sich mit der Kunst der Türken, wenn man sie mit der der Araber vergleicht:
man sieht denselben Unterschied im Grade der Zierlichkeit und der Verfeinerung in der Kunst der beiden
Völker, den man in ihrem National-Charakter bemerkt.

Wir sind jedoch anzunehmen geneigt, dass die Türken nur sehr selten die Künste selbst ausübten ; sie
Hessen zwar Bauten aufführen, führten sie aber nicht selbst auf. Alle ihre Moscheen und öffentlichen Ge-
bäude offenbaren einen gemischten Styl. Auf einem und demselben Gebäude, an der Seite der von arabi-
schen und persischen Blumenverzierungen abgeleiteten Ornamente, findet man entartete Details der
römischen Periode und der Eenaissance, so dass man zu glauben veranlasst wird, dass die Bauten meistens
von Künstlern aufgeführt wurden, die sich nicht zur türkischen Eeligion bekannten. In neuerer Zeit,
entschlossen sich die Türken, zuerst unter den muhammedaniseken Völkern, den von den Vorvätern über-

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