Bayern / Staatsministerium des Innern für Kirchen- und Schul-Angelegenheiten [Editor]; Hoffmann, Richard [Oth.]
Kunstdenkmäler des Königreichs Bayern (2,3): Bezirksamt Waldmünchen — München, 1906

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III. B.-A. Waldnuinchen.

ui ne. der Ostseite vom jetzigen Niveau an sieben Schichten hoch mit mittelgroßen bis
großen Quadern verblendet. Darüber beginnt Bruchsteinmauerwerk mit Eckquadern;
unter letzteren vereinzelte Buckelquadern. An der West- und Südseite zeigt der
Turm auch unten nur Bruchsteinmauerwerk. Innen ist der Turm von unten an bis
zum Beginn des neuen Aufbaues mit Quadern verblendet. Unten ist in neuester
Zeit ein Eingang durchgebrochen und im Spitzbogen abgedeckt worden. Der alte
Eingang liegt wie gewöhnlich bei solchen Türmen hoch oben (in ca. p m Höhe) in
der der Angriffsseite entgegengesetzten Südwand; er ist im Stichbogen überdeckt.
Nach Oberpf. Wochenblatt 1801, S. 8ß wurde der Turm der Schwanenberger Turm
genannt, weil, wie SüHUEGRAF meint, Heinrich von Gutenstein in demselben zwei
Brüder Schwanberg längere Zeit gefangen hielt.



Unmittelbar neben dem vom unteren Hof in den oberen Hof hinaufführenden
Tor stand die Burgkapelle (q). Rechteckige Anlage. (Fig. ßp.) Nach Osten gerichtet.
Erhalten ist nur der untere Teil der Umfassungsmauern, ausgegraben vom Schwarz-
wihrbergverein iqoo. Nahezu in der Mitte der beiden Langseiten steht je eine voll-
runde Säule mit Würfelkapitell und Eckknollenbasis. (Fig. ßp und Tafel I.) Kapitell
und Basis binden in die Mauer ein. An der Westwand ist der runde Schildbogen eines
Gewölbes noch deutlich sichtbar. Und in der Südwestecke haben wir ipoq an diesem
Schildbogen noch den Anfang eines grätigen Kreuzgewölbes sitzen sehen. Im Winter
iqoq auf ipog stürzte dieser Gewölbeanfang herab. Diese Gewölbereste rühren von
einer Unterwölbung' der Herrschaftsempore her. Der östliche Stirnbogen dieser
Unterwölbung ruhte auf den beiden Würfelkapitellsäulen. Uber dem Scheitel des
Stirnbogens stand wohl der Altar der Empore. Gegen die Annahme, daß diese
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