Oechelhäuser, Adolf von ; Kraus, Franz Xaver [Editor]
Die Kunstdenkmäler des Grossherzogthums Baden (Band 4,1): Die Kunstdenkmäler des Amtsbezirks Wertheim (Kreis Mosbach) — Freiburg i.Br., 1896

Page: 123
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AMT WERTHEIM. — GAMBURG. 12^

nicht; Handschrift der Mitte des XVIII. Jhs. Ein Nachtrag auf S. 39 von anderer Hand
trägt die Unterschrift: Gamburg den 13. Jan. 1769, P. H. Meurer. Einen Auszug
hieraus bildet der Aufsatz von K. Wagner: Schloss Gamburg und seine Besitzer, im
Feuilleton der Wertheimer Zeitung 1887, Nr. 143 und 144.

Ein zweites in demselben Besitze befindliches Folio-Heft von 12 Seiten trägt die
Aufschrift: Beschaffenheit des Freiherrlich Sicking'schen Gutes Gamburg
und worin namentlich dessen Betrag bestehet, aufgesetzt den 28. April
1679. Copia. »Das Original hiervon liegt in dem Gräfl. Sicking'schen Archiv zu
Mainz« ; für unsere Zwecke von geringem Belang.

H. Bauer, Beitrag zur Geschichte von Lauda, Grünsfeld und Gamburg, in den
Schriften des Alterth.-Vereins f. d. Grossh. Baden etc. II, S. 63—72. Ders.: Die Edel-
herren von Zimmern und Lauda, von Ingelstadt, Krensheim und Gamburg i. d. Zeitschr.
des hist. Vereins für das württemb. Franken VI, S. 139—158.

Der Ort Gamburg (Gaminburch, Gamenburg etc. s. oben) bereits früh in Geschichtliches
Urkunden des XII. Jhs. (1111?) erwähnt. Die erste Nennung in Verbindung mit einem
Herrengeschlecht fällt in das Jahr 1139, m welchem Beringer de Gamburc et frater
eius Trageboto liberi als Unterzeichner einer Würzburger Bischofs-Urkunde auf-
treten. Derselbe Beringer dürfte es sein, der unter den »Wohlthätern« der Abtei
Bronnbach (s. oben S. 11) obenan steht und i. J. 1157 vom Erzbischof Arnold von
Mainz mit dem castrum Gamburc belehnt wird (s. Aschbach II No. 5). Beringer
war vermählt mit Mechtildis, einer Nichte des Mainzer Erzbischofs Sigfrid IL von Eppen-
stein, und scheint der Familie von Lindenfels angehört zu haben.

Mit dem Aussterben dieses Geschlechtes gegen Ende des XIII. Jhs. fiel das Lehen
an das Erzstift Mainz zurück, in dessen Besitz es bis zur Mitte des XVI. Jhs. verblieb,
dazwischen aber vorübergehend verpfändet war, so: 1347 an Heinrich von Salzai
1359 Air kurze Zeit an Fritz und Albrecht von Stettenberg, deren Vorfahren
bereits seit der Mitte des XIV. Jhs. als im Orte unterhalb der Burg begütert genannt
werden (so 1393 Albrecht Stetenberg von Gamburg, Edelknecht), 1429 an
Hanns von Witstat (wiederlöslich um 4000 fl.) und 1472 bis 1477 an die Ritter
von Stettenberg, Seyfart (Seuffert) und Küchenmeister. [In der handschriftl.
Chronik (s. oben) werden noch die Edlen von Dossenheim und Gebsattel
genannt.] Zwei Jahre darauf wird Gamburg, das bis dahin zum Mainzischen Amt Küls-
heim gehört hatte, als selbstständiges Amt constituirt. In den Stürmen des Bauernkrieges
nur durch das Einschreiten Götzens von Berlichingen vor Zerstörung behütet, wurde die
Burg 1546 vom Kurfürst Sebastian von Mainz mitsammt dem Orte dem dort
ansässigen kurmainzischen Amtmann, dem Kurfurstl. Hofmeister und Rath Eberhard
Rüdt von Collenberg durch Vertrag »mit allen Ein- und Zugehörungen, Wasser,
Weiden, Acker, Wiesen und Waldungen, insbes. dem Kammerforst, Wildbann, Obrigkeit
etc.« im Wege des Tausches gegen einen Freyhof bei Mainz, ein Alt-Wasser bei Oppen-
heim und »37 Köpf eigener Leute« zu Königheim übergeben. Zu diesem Besitzthum
erwarb Eberhard von Rüdt i. J. 1557 noch den Antheil am sogen, »untern Schloss«,
der seinen beiden Schwähern Konrad von Frohe und Konrad von Bicken, nachmals auch
Küchenmeisterischen Tochtermännern gehörte, sowie den einem Herrn von Zehender
gehörigen, ehemals Seyfart'schen Freihof mit zugehörigen Gutem, wodurch er Eigenthümer
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