Kromayer, Johannes [Editor]; Veith, Georg [Editor]
Antike Schlachtfelder: Bausteine zu einer antiken Kriegsgeschichte (Band 2: Antike Schlachtfelder in Griechenland 2): Die hellenistisch-römische Periode : von Kynoskephalae bis Pharsalos — Berlin, 1907

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Anhang I.

Übersetzung- des Schlachtberichtes von den Aoospiisseii.

Liv. 32, 5, 9: Im Anfange des Frühlings schickte er (Philipp)
alle angeworbenen Söldner und leichten Truppen unter Athenagoras
durch Epiros nach Chaonien, um die Engpässe bei Antigonea —
Stena nennen sie die Griechen — zu besetzen. (10) Er selbst folgte
wenige Tage später mit den schweren Truppen und nach einer ein-
gehenden Erkundung der Örtlichkeit hielt er die Stellung am Aoos
für die geeignetste zur Verschanzung. (11) Dieser Flufs fliefst
zwischen zwei Bergen, mit Namen Meropos und Asnaos, in engem
Tale hin und läfst nur eine schmale Strafse oberhalb des Ufers frei . .
Den Asnaos läfst er Athenagoras mit den leichten Truppen besetzen
und befestigen; er selbst schlägt auf dem Meropos sein Lager auf.
(12) Wo die Felsen steil waren, wurden nur kleine Posten auf-
gestellt; wo die Stellung weniger sturmfrei war, liefs er durch Gräben,
Wälle, Türme befestigen. (13) Auch wurde eine grofse Menge von
Wurfmaschinen, um den Feind fern zu halten, an geeigneten Orten
aufgestellt. Das königliche Zelt wurde vorn an dem Walle auf dem
am meisten sichtbaren Hügel aufgeschlagen, um den Feinden Schrecken,
den eigenen Leuten Vertrauen einzuflöfsen . . . [Nach Erzählung der
Verhandlungen mit Flamininus]:

32, 10, 9: Am folgenden Tage wurden zuerst in Ausfällen von
den einzelnen Kastellen aus in der dazu genügend breiten Ebene
viele kleine Scharmützel geliefert, dann als die königlichen Truppen
sich in enges und steiles Gelände zurückzogen, folgten die Römer in
der Hitze des Gefechts nach. (11) Für sie war die Ordnung, die
Disziplin, die besser deckende Bewaffnung, für den Feind die Örtlich-
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