Kromayer, Johannes [Editor]; Veith, Georg [Editor]
Antike Schlachtfelder: Bausteine zu einer antiken Kriegsgeschichte (Band 2: Antike Schlachtfelder in Griechenland 2): Die hellenistisch-römische Periode : von Kynoskephalae bis Pharsalos — Berlin, 1907

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Der Syrisch-römische Krieg.

den Sturm der Römer in fester Haltung und unter grofsem Verlust
der Gegner an sich abprallen1).

Ein Ausgang war nicht abzusehen, als das Erscheinen Catos im
Rücken der ganzen Verteidigungsstellung die Katastrophe herbei-
führte. Cato hatte die Ätoler auf Kallidromon überrascht und über-
wältigt und kam den Anopäapfad hinunter. Eine wilde Panik brach
über das Heer des Königs herein. Nur ein geringer Teil soll nach
Chalkis entkommen sein.

2. Magnesia.

1. Der Feldzug bis zum Übergang der Römer über den

Hellespont.

Nach der Schlacht von Thermopylä finden wir den Krieg nach
Asien verlegt, und die endgültige Entscheidung fällt bei Magnesia
am Sipylos.

Die dazwischenliegenden Ereignisse sind oft und gut erzählt2),
und so ist es hier nur nötig, unter Berichtigung einzelner militärisch
irrtümlicher Auffassungen, das strategisch und taktisch Charakteristi-
sche der ganzen Lage und der einzelnen Operationen hervorzuheben.

Der Rückzug des Antiochos war nach der Seefestung Chalkis,
seinem Hauptstützpunkt in Griechenland, gegangen, und hier hatte er
sich unbelästigt durch die Römer einschiffen können. Das römische
Landheer war nicht schnell genug gefolgt, und die Flotte, welche
kurz vorher einen Lebensmitteltransport abgefangen hatte, mit dessen
Bergung in Athen beschäftigt, übrigens auch zu schwach — sie be-
stand aus nur 25 Deckschiffen3) — um etwas Ernstliches zu unter-
nehmen.

Ganz Mittelgriechenland unterwarf sich nach dem Siege den
Römern bis auf die Ätoler, deren Bekämpfung den Rest des Sommers
191 und noch den Anfang des folgenden Frühlings in Anspruch nahm.

1) Liv. 3G, 18, 8: multi temere subeuntes vallum transfixi sunt, et aut in-
cepto irrito recessissent aut plures cecidissent, ni M. Porcius etc. Ebenso Frontin
II 4,4: iniquitatibus loci non invitus tantum sed cum iactura quoque repuisus
esset, nisi . . Cato usw.

2) Mommsen, Köm. Gesch. I 732 f.; Niese II 2, 707 ff.

aj Liv. 36, 42, 7. An einer früheren Stelle (Liv. 35, 37, 3) ist sie auf
24 Quinqueremen angegeben. Die neue Flotte unter C. Livius stand noch bei
Kerkyra. Liv. ib. § 4.
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