Der Kunstwart: Rundschau über alle Gebiete des Schönen ; Monatshefte für Kunst, Literatur und Leben — 40,2.1927

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Den uralken Schrein,

drin das GoLLkind wohnL auf Gold und Seide,
schlägL cs in den ranhcn ManLel ein...
Schweigsam ziehn sie durch die Heide.

O verlerne die ZeiL...

O verlerne die ZeiL,

daß nichL dein 2lnklih verkümmre

und miL dem AnLlih das Herz!

Leg ab deine Namen!

Verhänge die Spiegel!

Weihe dich einer Gesahr!

Wer cincm Wink solgL im Sein,
Meles zu Einem erbauL,
slündlich grägL ihn dcr SLern.
llnd nach glühenden Iahren,
wenn wir irdisch erblinden,
reisL eine größre NmLur...

Der alte Brunnen

Lösch aus dcin LichL und schlas! Das immer wache
GepläLscher nur des alLen Brunnens LönL.

Wer aber GasL war unLer meinem Dache,
haL sich sieLs bald an diesen Ton gewöhnL.

Zwar kann es einmal sein, wenn du schon miLLen
im Traum bist, daß llnruhe gehL ums Haus,
der Kies beim Brunnen knirschL von harLen TriLLen,
das helle PläLschern sehL aus einmal aus,

und du erwachst, — dann mußL du nichL erschrecken!
Die SLerne stehn vollzählig überm Land,
und nur ein Wandrer LraL ans Marmorbecken,
der schöpsL vom Brunnen miL dcr hohlen Hand.

Er gehL gleich weiLer. llnd nun rauschts wie immer.
O freue dich! Du bleibst nichk cinsam hicr.

Wel Wandrer gehn sich müd im Skernenschimmer,
und mancher noch ist auf dem Weg zu dir.

Tribüne

Der Peterspfennig der LiLeratur

Eine Erwiderung an Hcrmann Grafen Keyserling
Von Eugen Kalkschmidt

II m 8. Oktober 1926 verössentlichte Gras Keyserling in der Deutschen Allgemeincn
'^^'Zeltllng den Vorschlag, die Werke unseres Schristtums, die nach Ablaus der
dreißigjährigen Schutzfrist zum Nachdruck srei tverden, künstig nicht ohne weiteres
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