Pfannmüller, Ludwig
Die vier Redaktionen der Heidin (Palaestra, Band 108) — Berlin, 1911

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Kapitel I.

Verzeichnis der Handschriften1).

Folgende Handschriften enthalten die eine oder an-
dere Fassung der Heidin:

W, die bekannte Windhager Hs. Vind. 2779, Perga-
ment, Folio. Die Seite dreispaltig, die Spalte zu 60 Zeilen.
Genauere Beschreibung in Edw. Schröders Einleitung zur
Kaiserchronik S. 20. Datierung der Hs. ermöglicht eine
Notiz des vierten von fünf Schreibern, die an der Hs.
tätig waren, auf Bl. lr:

Nach christi gepürä drewczehen hundert iar dar nach
in dem acht vnd funfczigisten iar hat mein fraw die Tursinn
ir opher an gehaben ze weichnachten mit zivelif ivienner
phennig. vnd daz hat si alle iar gemert mit drin phennige.

Die Heidin ist geschrieben von der Hand des zweiten
Schreibers auf Bl. 68r—71T. Im Gegensatz zu einigen
Beispielen des Strickers und kurzen Legenden dient allein
die kleine Erzählung von der Heidin nicht als Füllmä-
terial für freie Seiten der Handschrift und befindet sich
demnach, umgeben von Epen wie Iwein, Krone, Kaiser-
chronik, Otnit, Eabenschlacht, in einer Gesellschaft, die
ihr alle Ehre macht.

£? 1) "Vgl. Karl Maeker, Die beiden ersten Redaktionen des mittel-
hochdeutschen Gedichtes von der Heidin, Berlin 1890, p. 5 ff. (Teil-
druck einer Dissertation, als Einleitung zu einer kritischen Ausgabe
gedacht, an der der Verfasser durch den Tod gehindert wurde.)

Palaestra CVIII. 1
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