Pfannmüller, Ludwig
Die vier Redaktionen der Heidin (Palaestra, Band 108) — Berlin, 1911

Seite: 490
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giht (vgl. 215, 22). Höfischer Epiker, der bewußt nach volkstümlichen
Zügen greift: Karl 10308 der Jceiser üf sin ras spranc vil rinclich äne
stegereif; ähnlich 9461 dö trat er in den stegereif das er an den satcl
niht engreif unz er daz ros überschreit; Dan. 5034 da fuor manec "küen
lielt in den satel äne stegereif.

3) Rein höfisches Epos. Hier begreiflicher Weise nur spätere.
Krone 7425 zoum unde satel er begreif, dar in er äne stegereif vil
snelKclichen spranc; Mai 213,32 an stegereif in den satel spranc der
edele mir sie llöböäl; Garel 128G vil vermezzenliche an stegereif er in
den satel spranc; Reinfr. 17 232 balde dar gezogen wart ein ors grbz
buch unde starc, dar üf aller tilgende sarc spranc snelle äne stegereif
daz er den satel nie begreif. Vgl. 9198. Crane 2404 dar ivart ein
crlich sprunc getan an Stegreif an den sadel sin.

2330. 'iiiizen (Lexer I 2193) neben meizen wie slifen neben steifen.

2337 f. sind vielleicht umzustellen. Wie die Funken auf den
Schwertschlag, so folgen die Blitze auf die Donnerschläge, eine ganz
hübsche Vorstellung.

2439. Zum Gleichnis vom Staub im Wind vgl. Notk. II 117,8 in
seiner Psalmenübersetzung; Roth. 2746; Hol. 2346; Ebern. 563. 583;
Troj. 24 716. 39472. Verwandt die Bilder von der Feder (Mar. 154,28.
Herb. 10 990) und dem Laub im Wind (Mar. ib. Herb. 8792. ü. v. L.
146,6. Reinb. 4966. Engelh. 4878. Troj. 12524. 34652. 39 871).

2511. Zwei wörtliche Parallelen aus Trist, und Mai Wb. III8801»
(dazu die dort zitierte Stelle aus H. Trist). Ich füge noch hinzu
Gaur. 2043.

2574. Die Ausdrucksweise erinnert stark an 2298 der Interpolation,
und ich habe daraus p. 58 auf die Identität der A^erfasser zu schließen
versucht.

2580. Auf den ersten Blick will keines der zur Verfügung ste-
henden Reimworte passen. Da aber die Laster Trunk und Spiel
immer gemeinsam auftreten, nehme ich an, daß diu bein „die Würfel"
heißen könne und setze beinen (Dat. Plur.) ein.

2588. Ich dachte auch daran, nach diesem Vers Doppelpunkt zu
setzen und 2589 f. (ohne Abweichung von der Hs.!) als eine Art
„Anekdotensprichwort'1, zu fassen, namentlich da ich sehe, daß h ad
libitum ein ganz anderes Reimpaar eingesetzt hat.

2628. M. v. G. am Schluß des Gedichtes in der Hs. b heißt,
wie aus der Unterschrift des Schreibers unter andern Stücken zu er-
sehen ist, Madel von Gunczhurg.
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