Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 27.1902

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DIE ARBEITEN ZU PERGAMON 1900 — 1901

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brunnen ansteigt. Auf Tafel I ist ihr Lauf durch Punktierung
hervorgehoben und daher gut zu erkennen. Die Neigungsver-
hältnisse der Strasse sind aus den in den Plan eingeschrie-
benen Zahlen zu erkennen. Hier mögen nur folgende runde

Hauptzahlen angegeben werden :
Strassenhöhe vor dem Süd-Thore.±0
» · im Thore selbst.5,30 m
» hinter dem Thore.6,50 m
» an der S. O. Ecke der Agora .... 19,00 m
» (Boden der Agora selbst).25,50 m
an der N. O. Ecke der Agora . . . .37,5° m
» beim Stadtbrunnen.63,50 m

Bei einer Gesamtlänge von 570 m wird also eine Höhe von
63,50 m erstiegen, was einer durchschnittlichen Steigung von
etwa 1:9 entspricht. Dass die Strasse viel befahren worden ist,
ergiebt sich aus der Abrundung der einzelnen Steinplatten an
ihren Fugen und aus den namentlich innerhalb des Thores gut
erkennbaren Rillen der Wagenräder. Die Breite des Weges
schwankt zwischen 4,70 und 6,30 m und darf durchschnittlich
zu etwa 5 m angenommen werden (vermutlich 10 alte Ellen).
Das Pflaster ist noch teilweise erhalten und besteht aus gro-
ssen Trachytplatten, die etwa 0,50 m breit und bis zu 1 m lang
sind. Ein grösseres Stück des Weges mit der Pflasterung ist
auf Tafel IV abgebildet; es ist das letzte Stück unterhalb des
Stadtbrunnens. In älterer Zeit (vor Eumenes) wurden zur Pfla-
sterung kleinere Platten verwendet, wie ein zwischen der Thor-
öffnung N des Süd-Thores und dem Turme R noch erhaltenes
Stück der älteren Strasse, die aus der Zeit vor Erbauung des
Süd-Thores stammt, deutlich zeigt (vgl. E auf Tafel III und T-Z
auf Tafel I der Berliner Abhandlungen 1901). Hier sind die
Platten nur etwa 0,35 m breit und etwa 0,50 m lang. Ich ver-
mute, dass diese Maasse nach der Vorschrift ursprünglich
1 Fuss und 1 Elle, jene grösseren in der späteren Strasse 1
und 2 Ellen gewesen sind.
Unterhalb des Pflasters liegen die Kanäle für Regen und Haus-
wasser, sowie die Thonrohre für Trinkwasser. Letztere sind in
sehr grosser Anzahl vorhanden und stammen aus sehr verschie-
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