Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 27.1902

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Η. ν. PROTT

durch eine der neugefundenen Inschriften klar geworden ist
{oben S. 94):
ΒασιλεΤ Ευ μένει Όε[ώι
σωτήρι και ευεργέ[τηι
οί βάκχοι του εΰαστοΰ Ό[εοΟ.
Ein Verein von Mysten des Dionysos weiht dem konsekrierten
Eumenes einen Altar. Der Name der Kultgenossenschaft ist
auffallend, denn ευαστής ist poetisches Beiwort, das unter ande-
rem im orphischen Hymnos XXX dem Dionysos gegeben wird.
Es wäre nicht unmöglich, dass der Verein für gewöhnlich einen
weniger klingenden Namen geführt hatte. Etwas Ähnliches
sind jedenfalls die später in Pergamon vorkommenden βου-
κόλοι. Von ihnen haben sich nicht weniger als sechs Inschriften
erhalten1, die alle derselben Zeit angehören. Zwei davon sind
Ehreninschriften der βουκόλοι für Iulius Quadratus als Priester
des Dionysos Kathegemon, eine dritte für einen άρχιβοΰκολος,
διά τό ευσεβώς και άξίως του ΚαΑηγεμόνος Διονύσου προίστασΌ-αι
των -θείων μυστηρίων. Dieser mystische Verein von Dionysos-
verehrern schliesst sich also engjan den Staatskult des Kathe-
gemon an. Mysterien und Trieteriden, die bekannten mysti-
schen Feiern des Dionysos, erwähnen für den .Staatskult die
Königsbriefe2. Auch die spira, die Bezeichnung einer mystisch-
dionysischen Kultgenossenschaft, wohl irgendwie mit den βου-
κόλοι zusammenhängend, und das στιβάδειον, kaum ganz zu tren-
nen von der bakchischen στιβάς, findet sich im Kulte des Kathe-
gemon 3. In· einer phrygischen Ortschaft, welche diesen Kult
des Kathegemon offenbar unter pergamenischem Einfluss einge-
führt hat, schliessen sich ihm οι μΰσται του ιεροΰ a' -θιάσου an4.
Man sieht, der pergamenische Kult des Kathegemon ist ganz

1 Inschriften von Pergamon II 485—88. Athen. Mitt. 1899, 179 f·
2 Inschriften von Pergamon I 248 Z. 8, 10, 38 f.
3 Inschriften von Pergamon II 319,320 spira; I 222 στιβάδειον; die Ergän-
zung, die ich mir in Berlin vor dem Original notiert hatte, weil die Schrift ent-
schieden viel später ist als Frankel annimmt, schon bei Wilhelm Athen. Mitt.
1892, 190 f., der έκ των ιδίων gegen die Symmetrie zusetzt. Über die στιβάς
Maass Orpheus 24, 27, 30, 36, 50, 53.
/f Ramsay Cities and bishoprics 644 Nr. 546.
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