Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 27.1902

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INSCHRIFTEN AUS AKARNANIEN

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nehmen ist. Die Buchstaben IEP in Z. 3 sind gedrängter als
gewöhnlich; vor Σπ]ευ[σ]ίερ[ος, woran ich gedacht hatte, ver-
dient Br. Keils Σπ]ευ[σ]ίερ[γος entschieden den Vorzug (vgl.
Bechtel-Fick Griech. Personennamen2 128). In Z. 4 wird ein
Name Άρτεμ- im Genetiv gestanden haben, obwohl für die
Rundung des P der Abklatsch wieder versagt, wohl Άρτεμά
oder Άρτεμοΰ, da schon für Άρτέμωνος der Platz kaum hin-
reicht— vgl. Άρτεμάς auf Münzen von Leukas (Oberhummer
Akarnanien S. 309) und “Ερμιππος Άρτεμοΰ bei Mionnet II
S. 84, 41 (Oberhummer a. a. 0. S. 314). Zu Άρκολέων (Z. 20)
vgl. unten zu Nr. 22. Über μάγειρος Z. 21, μάγιρος s. Kretschmer
Zeitschr. für vergl. Sprachforschung 31 (1891), 377, W. Schulze
Quaestiones epicae Add. S. 522 zu S. 210, Br. Keil Athen. Mitt.
1895, 429 f. und S. A. S.458 (μάγειρος in Troizen III. Jahrhun-
dert, CIGPel I 774,11), Meisterhans Grammatik der att. Ins ehr ζ
S. 51, 399. Über die Köche im Sakralwesen F. von Füller
Athen. Mitt. 1894, 42, A. Wilhelm Arch.-epigr. Mitth. 1894, 41,
Dittenberger Sylt.2 14023, Wilamowitz Hermes 1902, 307 f. zu
Athen. 659 ff.
Inhaltlich steht die Inschrift zunächst den beiden Listen von
Thyrreion CIGSept III 486, 487 ; vgl. Ziebarth Griech. Ver eins-
wesen 63,11 ff. Ziebarth hat diese unter die 'Hicerta* einge-
reiht, weil sie nicht mit Sicherheit einer privaten oder öffent-
lichen Korporation zuzuweisen seien (vgl. G. Gilbert Griech.
Staats alter tümer II 21, Oberhummer Akarnanien 219, Judeich
bei Pauly-Wissowa Realencykl. I 1156), ist aber selber geneigt,
in ihnen Urkunden privater Kultvereine zu erkennen. Ich glau-
be mit gutem Rechte, denn συμβιωταί und παίδες in Nr. 487,
6,16 haben doch nur in privater Vereinigung Berechtigung und
Erklärung, mit 486 scheint aber 487 durch den gemeinsamen
μάντις Εΰξενος Δαζίμου verbunden; die εστία 486,3 kann frei-
lich an diesem Zusammenhänge irre machen. Die Namenliste
von Palairos hat aller Wahrscheinlichkeit nach überhaupt keine
Überschrift getragen; um was für ein Kollegium es sich han-
delte, erwies der Ort der Aufstellung. Dass dieser vor dem
Thore lag, lässt wohl auch eher auf eine private als auf eine
staatliche Genossenschaft schliessen.
9. Auf der Terrasse nordwestlich ausserhalb der Westmauer
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