Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 27.1902

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E. PEEUNER

ist von den griechischen Namenwörtern gerade so streng
ausgeschlossen, wie der ελαφος und vieles andere Gethier’
und die darauf gegründete Erklärung des Homeriden-Namens
Άρκτινος— vom c Gestirn am Himmel, das den Schiffern
als Wegweiser dient’, um ihn mit dem Ahnherrn Nautes
und dem Vater Teles in gesuchten Zusammenhang zu brin-
gen : 'eine Harmonie, die zu schön ist, als dass sie nicht
Absicht sein sollte’ — dürften sich damit als unhaltbar erwie-
sen haben.
Als Namen des Verstorbenen habe ich V. ιι Τιμέλαν gege-
ben. Dass mir zunächst μέλαν νέφος zu verbinden schien, will ich
gerne gestehen. Aber ganz abgesehen davon, dass μέλαν νέφος
nicht ohne gewaltthätigste Änderung zu behaupten wäre—das
Epigramm darf uns den Namen des Toten, dessen Vater es V.l
genannt hat, nicht schuldig bleiben. Dass V. 11 aus der Ich-
Rede herausfällt, kann nicht stutzig machen — eine Parallele
bietet gleich das Epigramm unten S. 349 V. 7—, noch weniger,
dass Ttμέλαν den Vers sprengt, da für den Daktyliker der Cre-
ticus nun einmal der Hauptstein des Anstosses ist, den zu um-
gehen nicht immer gelingt (vgl. Delph. Weihgeschenk 88 f.).
Es bleibt Τιμέλας statt des üblichen Τιμόλας zu erklären. Da
das Epigramm durchkorrigiert ist (s. oben zu V. I und 6), wird
man die Vermutung ab\veisen müssen, dass der Steinmetz eben
μέλαν νέφος im Sinne gehabt und E statt O verschrieben oder
in Τιμέαν ein Λ interpoliert habe, und vielmehr dorischen
Wechsel von ε statt 0 annehmen, nach Analogie von Άρχέλας
(CIGSept III 500), Φαινέλας ( ? unten S. 348), Φερέλαος (Bechtel-
Fick a.a.O. 276), um mich auf akarnanisches Gebiet zu be-
schränken. Man könnte versucht sein, auch in dem Epigramme
des Sidoniers Antipatros AP VII 423, 6 zu Anfang Τιμέλα aus
der Überlieferung herauszulesen (τη μελαχραντον; Τιμόλα Mei-
neke Delectus 210); wie die Gattin wird der Gatte Kreter
gewesen sein; beispielsweise verwies für Βίεττος in Astypa-
laia und Polyrenion auf βίετος in einem kretischen Epigramme

{Philol. 1895, 734 Anm. 54 b), beweist der zuletzt SGDI III 3758 abgedruckte
rhodische Schiedsspruch im Grenzstreite zwischen Samos und Priene ; vgl. Her-
mes 1894, 530 f.
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