Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 27.1902

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INSCHRIFTEN AUS LEUKAS

357

AYT. KAIC ΑΔΡΙΑΝ
H IIOAHC ΛΕΥΚΑΔ
ΑΡΕΤΗC ENEKEN ΕΥΔΕΜΟΝΙΑΟ
KAI EYEPrETECIAC THC EIC
5 ΤΗΝ ΠΑΤΡΙΔΑ KAI ΕΠΙ ΚΑΤΑ
ΠΑΝΤΑ ΤΡΟΠΟΝ ΠΕΠΟΛΙΤΕΥΘΑΙ
EYNOIAC ΑΥΤΟΝ ΧΑΡΙΝ.
Davon weicht Stamatelos’ - Dittenbergers Wiedergabe ab :
Z.i ΑΝΔΡΙΑΝ—Z. 2 ΠΟΛΙΟ—Z. 3 ΕΥΔΑΙΜΟΝΑΟ—Z. 7 fehlt.
Die Ehrung galt auch nach Stamatelos dem Kaiser Hadrian
(ebenso Dürr Reisen des Kaisers Hadrian S. 120 Nr. 121;
Oberhummer Akarnanien S. 275 Nr. 16). Für Z. 5 f. verweist er
sehr gut auf die parische Inschrift CIG II 2376 und gründet
auf sie die Lesung και έπι (τω) κατά [πάντα τρόπον (άριστα) πεπο-
λιτεΰ(σ)θαι; ebenso auch Dittenberger, der nur statt (άριστα) an
den Schluss [καλώς κα'ι φιλοτίμως] setzte. Dieser warnte mit Recht,
Z. 3 εΰδαιμον(ί)ας zu bessern—was Petrizzopulos thatsächlich
bietet—und schlug mit allem Vorbehalte (κα'ι) εΰ[ν]ο[ί]ας vor.
Er erkannte ferner, dass die ganze Ehrung sich unmöglich auf
den Kaiser Hadrian, vielmehr nur auf einen Leukadier bezie-
hen könne, und gestaltete Z. I daher zu Αυ[ρ]. Κα[σ]σανδρί(δ)αν
um. Alles äusserst scharfsinnig ersonnen, aber eben auf die
irrige Voraussetzung gegründet, dass eine von Stamatelos abge-
schriebene Inschrift vorliege. Da vielmehr der einzige Gewährs-
mann für den seltsamen Text Petrizzopulos ist, welcher als
seine Quelle ein augenscheinlich fingiertes Buch angiebt, so
dürften wir uns ohne weiteres auf Nr. 989 (s. unten) berufen und
ihn als eine, vielleicht eben auf CIG 2376 beruhende Fälschung
an die Seite dieser Nr. 989 verweisen, wenn nicht ein seltsa-
mer Zufall unter Papieren des Petrizzopulos, die ich in Leukas
dank der Liebenswürdigkeit des Herrn Σπ. A. Βλαντής, δικηγόρος
und Agent Consulaire d'Italie, einsehen konnte, einen links ab-
gerissenen Zettel mit folgender Inschrift in meine Hände gespielt
hätte:
'Αβουλα <AIOAAMOSAFl· Καδίων
ε τ ί μ αΣΕΝΑΡΤΕΜΑΣΤΟΝ.
. ΧΡΕΤΗΣΕΝΕΚΕΝΚΑ!
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