Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 27.1902

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INSCHRIFTEN AUS ITHAKA.

CIGSept III1 653 — 681; 1075.

Unbenutzt geblieben ist im CIGSept III1 ein Bericht von John
Lee A?itiquaria7i researches in the Ionian Islands, in the year
1812 (Archaelogia XXXIII 1849 S. 36—54, Taf. II und III). Von
den ithakesischen Inschriften, die er mitteilt, stehen fünf, aus
anderen Quellen, CIGSept III1 656, 668, 674, 677, 681.
Zu 656, der merkwürdigen Inschrift ΣΑφφΟΥΛΑΩΔΑΜΙΑΣ
in interiore parte collaris aurei (Böckh nach Th. S. Hughes
Travels in Sicily, Greece and Albania I 1820, die mir nicht
zugänglich sind; vgl. Jahn Uber Darstellwige7i griech. Dichter
auf Vasenbildern, Leipz. Abhandlungen III 722) bemerkt Ditten-
berger, dass Böckh Λα(ο)δαμίας verbessert habe — noch besser
wäre Λα(ο)δαμ(εί)ας — und fährt dann fort: Prins editores
Σάφφου scribunt, ac Boeckhius quidem post id comTnate distin-
guit, Ifofmamius 7ion item. Quum Σάφφου nihili sit, swnpsi
litteram finalem ge7ietivi evanuisse, etsi sic quoque 77iiru7n ma7iet,
duarum 7nulierum 7io7ni7ia coniwicta hic inve7iiri. Also zwei,
eigentlich drei grobe Versehen in zwei Eigennamen, diese
selbst auffällig und noch auffälliger ihre Vereinigung.
Lee spricht sich nun so über diese Inschrift aus (S. 5°b): 'an
inscription being all that was wantmg to render this a perfect
bijou, a fanciful 07ie was quick ly devised; a7id we read
on the wider side, lightly engraved, ΣΑΦΦΟΥ ΛΑΟΔΑΜΙΑΣ ;
a discovery that S0071 spread far beyond our little a7itiqiiai ia7i
circle! Λαοδαμίας wenigstens ist hier richtig gegeben, aber irre
ich mich, oder beweist nicht die Fassung dieser Fundnotiz,
legt sie nicht zum mindesten sehr nahe, dass Sappho und
Laodamia erst im Jahre 1812 ihre Ansprüche auf dieses Klei-
nod erhoben haben ? Lees Holzschnitt des Schmuckstückes
S. 50 geht auf eine Zeichnung zurück, die er Ο. M. von Stackel-
berg verdankte, über dessen Aufenthalt auf Ithaka in jenen
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