Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 27.1902

Page: 427
DOI article: DOI Page: Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/am1902/0437
License: Free access  - all rights reserved Use / Order
0.5
1 cm
facsimile
EIN TÜRKISCHES WERK ÜBER DAS ÄGÄISCHE MEER

427

Wasser gefunden b Von besagtem Winkel ist1 2 die Insel Bibard-
schik mit Namen vier Meilen (entfernt)3. Besagtes Bibardschik
ist eine lange schwarze Insel, seine Länge ist zehn Meilen. Zur
Küste von Rumili ist es zwei Meilen4 5. Dazwischen ist es·' sechs
Klafter tief. Aber an der Spitze des nördlich gegenüberliegen-
den Vorgebirges ist ein Stein (Riff), vor dem man sich in Acht
nehmen muss. Und es ist noch ein Stein da, an dem südlichen
Vorgebirge. Nachher, an dem der erwähnten Insel gegenüber-
liegenden sehenswerten Vorgebirge ist eine Ecke, dazwischen
sind Steine, vor denen man sich hüten muss6.
Aber die von uns genannte Sehenswürdigkeit, beinahe nach
der Art des Atmeidan (Hippodrom in Stambul), sind noch auf-
recht stehende marmorne Säulen aut einem hohen Platz auf
der Erhöhung über dem Meer 7.
Unter jenen Säulen, cl. h. an der Meeresküste, am Fuss eines
Abgrundes, gibt es ein gutes Wasser. Dieses Wasser kennt
gewöhnlich niemand, und man hält es für Meer(wasser), man
muss darauf zugehen, denn bei näherer Betrachtung zeigt es
sich, dass es mit dem Meer sich vermischt hat. Wenn man es
kocht, klärt es sich ab. Wenn besagtes Wasser, welches aus
dem Inneren gespaltener Felsen kommt, gewünscht ward, so

1 Franko Limani, auch Vrysaki gemannt, mit einer Cisterne, nördlich von der
Bucht von Thorikos (Karten von Attika Text III 26).
2 B : ein Ort.
■J Die Insel Makronisi. Auf den Karten von B und D mit der Beischrift: dsche-
sire (Insel) Bibardschik. Der türkische Name ist unklar.
4 W ; BD : eine Meile (was zu wenig ist).
5 B : das Wasser. — Von hier ab unterlasse ich die Angabe der für den Sinn
nicht in Betracht kommenden Varianten.
6 Die Riffe sind auf den Karten durch Kreuze bezeichnet. Eines von ihnen
ist wohl das Makri-Riff (^Karten von Attika Sektion Lauriori).
1 Kap Kolonnäs, Sunion. Auf der Karte von B (wie auch bei Bordone) stehen
darauf fünf Säulen, daneben die Beischrift: «Es sind sehenswerte alte Bauten,
und marmorne. Säulen sind es, und man nennt es Palast der Bilgis (Königin
von Saba), und seine Majestät Suleiman (König Salomo) hat es gebaut, sagen
sie. Es ist Ruine». Eine ähnliche Beischrift steht in B, Fol. 27 b bei den Rui-
nen von Kyzikos.: «Es sind Sehenswürdigkeiten, und man nennt es Palast der
Bilgis. Es sind Ruinen. Beim Bau der grossen Aja Sofia hat man mit den Mar-
morblöcken gebaut», Die letztere Notiz ist historisch bezeugt, die erstere ist
naives türkisches Märchen.
loading ...