Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 27.1902

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BYZANTINISCHE INSCHRIFTEN AUS WESTMAKEDONIEN 439

Durch diese Inschrift wird ferner die Zeit des Matthäos ge-
nauer bestimmt. Seine Blüte fällt 1408. Er wird von Johannes
Plusiadenos als eifriger Polemiker gegen die Lateiner erwähnt1.
Aus den Briefen des Bischofs Neophytos von Grevena erfahren
wir, dass er in Bdyn (Widdin) und Sofia Metropoliten einsetzte,
was seinem Nachfolger freilich — und mit Recht—einen hefti-
gen Protest des ökumenischen Patriarchen zugezogen hat. Er
besuchte auch —seit langer Zeit zum ersten Male wieder —
Konstantinopel und wurde von Kaiser, Patriarch und Senat
höchst ehrenvoll bewillkommnet. Das geschah zur Zeit des
Bürgerkrieges zwischen Sultan Mohammed und seinem Bruder
Musa, als dieser Konstantinopel belagerte, also 1410 (Ham-
mer a.a.O. I 353): δη εκ τάς των αλλεπαλλήλων εθνών περιστα-
τικάς επαναστάσεις ούκ ΐσχυσεν εξ άμνημονεΰτων ενιαυτών άνελθεΐν
κατά τό εΐωθός εις την βασιλίδα ουδεις τών τής Βουλγαρίας προέ-
δρων, μέχρι δτου συνήψαν οί όμαίμονες τών Αγαρηνών έξαρχοι,
ό νυν σουλτάνος μετά τοΰ Μωσή τζαλαπή μόθον έκπληστον κατ’ενώ-
πιον πύλης τής Νέας ’Ροόμης αυτόθι' τότε γάρ οΰν άφίκετο ό άνω-
θεν ρηθε'ις αρχιεπίσκοπος έκεΐσε2. Als Mohammed I Alleinherr-
scher geworden war, scheint Matthäos bereits nicht mehr am
Leben gewesen zu sein.
Endlich füge ich noch ein kleines Denkmal gleichfalls aus
Ochrid bei. Es ist das einzige mir bekannte Siegel eines Erz-
bischofs von Ochrid. Denn von den Wachssiegeln, welche
Erzbischof Pa'isios 1566 seinen vier Briefen über die Regelung
der kirchlichen Verhältnisse der in Unteritalien lebenden Grie-
chen und Albanesen angehängt hat 3, sind zwei abgerissen wor-
den ; von den beiden anderen befinden sich in den Blechkap-
seln nur noch armselige Reste. Das in Rede stehende Siegel
ist ein Bleisiegel genau derselben Art, wie die Bleisiegel der

1 Leo Allatius Graeciae orthod. I 591.
2 Codex Reznesis, Predigten und Briefe des Bischofs Neophytos von Grevena
enthaltend, fol. 151 r. Der Kodex stammt aus Prespa, kam aber dann nach Kezna
(zwischen Bitolia und Ochrid). Gegenwärtig befindet er sich im Besitz des Herrn
Dr. Balascev vom Nationalmuseum in Sofia.
3 Die Briefe befinden sich im Archiv des Georgsklosters von Zografu auf
dem AthoS,
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