Beck, Paul [Editor]; Hofele, Engelbert [Editor]; Diözese Rottenburg [Editor]
Diözesan-Archiv von Schwaben: Organ für Geschichte, Altertumskunde, Kunst und Kultur der Diözese Rottenburg und der angrenzenden Gebiete — 15.1897

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in pleno Anzaigc und Genehmigung hernach
beh gegenwärtig hochfürstl. württembergi-
scher Landesadministration und Negierung
nnicrthänigster Bericht geschehen, auch hoch-
fürstl. gnädigster Consens mit Ratification
erfolget." Baron F v r st n er o o n D a m-
benoy verkaufte also „zu Reuttlingcn einen
Hof, Hanß, Stallung, gedoppelten Keller,
Fruchtboden und Gartteu am Voycbzger
Gäßlcn gelegen, wie solches seit dem großen
Brand 1726 samt einigen darzn mit zimm-
lichen Geldt erkanfftcn Hofstätten und
einem nengegrabenen Keller erweitert, mit
ansehnlichen Stuben und Zimmern nach
jeziger Strnclnr von Grund anß wohl
auf- und anßgebanet, auch rings »in mit
einer erhöhten Mauer eingefaßt, mit
2 Thoren beschlossen, wornächsten außer
der Ringmauer noch die an den Stall
gelegene Hofstatt gegen dem alten Schult-
heißen Jauchen von Bezingen und dem
Krn gischen Hof besonder gehörig, so der
Heyligenpfleeg daselbsten 1 Gulden 15
Kreuzer jährlich zinset, nebst dem gerad
übergelegene, auch mit einer neuen Ring-
mauer oben, mit gehauenen steinernen
Blatten belegte, besonders wohl versehene,
mit raren Zwerch- und hieländischen Bäu-
men bereits außgesetz- und angelegten
Knebin-, Gras- und Lnstgartten, der hinten
auf die sogenannte Lindlinsgaß stoßet und
dahin einen besonderen Außgang hat,
welcher, wie andere fürst- und clösterliche
Höf alhier in Nenttlingen besonders in
Handel und Wandel, auch mit Trieb und
Trab privilegirt und berechtigt, jedoch gegen
gemeiner löbl. Stadt Nenttlingen vor alle
ordinari und eptraordinari Steuren und
Anlagen, Kriegs- und Crayßbeschwerden
statt ehebevor jährlich nur abgegebener
7 fl. 26 Tr. nunmehr» wegen gedacht-,
mit eines löbl. Magistrats Nenttlingen
Consens von anno 1730 her dazu gekom-
mener, einig-, bürgerlichen Brandpläze und
Hofstätt ans dem ganzen Inbegriff nach
neuem Vertrag auf Georgii 1734 ans
15 st. erhöht und vergliche», aber laut
besonderer Obligation gegen 300 st. vor-
geschoßen, paaren Geldts aufs so viel ab-
werffend Capitalzinß jährlich gegen einander
verrechnet werden, ans welch besagten, in
der Registratur befindlich- und mit über-
gebenden, neuen Vertrag und Obligation
man sich hieher beziehet." (Forts, f.)

Beiträge zur llZrschichte einzelner
Pfarreien.
Pfarrei Berg, Landkapitels und
Obcramts RavcnSbur g.
Von Pfarrer Kvnr. Lnpberger iu Deuchelried.
8 i.
Alter der Pfarrei.
Vergabung derselben an das
Kloster Wein g arte n.
Berg scheint eine sehr alte Siedelnng
zu sein. Hiefür spricht einmal der größere
Umfang des früheren PfarrsprengclS,
welcher die heutigen Pfarreien Blitzen-
reute, Fronhofen und Schmalegg in sich
schloß. Für ein hohes Alter tritt sodann
der Umstand ein, daß die Kirche dem hl.
Apostel Petrus geweiht ist, einem Heiligen,
der mit Vorliebe an früher heidnischen
Knltnsstätten als Kirchenpatrvn verehrt
wurde. Zn einer solchen war der Pfarr-
sitz selbst durch seine Lage wie geschaffen,
sei es. in vorgeschichtlicher Zeit, die uns
in den Grabhügeln im Dickenwald bei
Anlwangen und bei Straß markige Spuren
hinterlassen hat, sei es in der römischen
Zeit, von welcher bedeutende römische
Manerreste in Weiler und das von mir
i. I. 1887 bei der Parzelle Hof anfge-
fnndene römische Lager Kunde geben. H
Beachtung verdient endlich die noch lebende
Sage, daß die Pfarrkirche ursprünglich
in Großbanmgarien geplant war, daß aber
jeden Morgen das Baumaterial sich an
der Stelle der . heutigen Kirche in Berg
vorfand, eine Sage, welche die Kirche zu
Berg als eine sog. Wandelkirche erkennen
und auf frühe Einführung des Christen-
tums schließen läßt. Ob nicht Namizell,
heute Sonntagen, eine Missionsstation ans
jener Zeit war, die Zelle eines Priesters
Namo?
Doch urkundlich erscheint Berg erst im
Jahre 1090 bei der Vergabung durch
Herzog Welf VI. an das Kloster Wein-
garten. Berg war nämlich im Laufe der
Zeilen welfisches Eigentum geworden und
gehörte zu dem Erbteile, das der hl.
Konrad, Bischof von Konstanz, ca. 925
von seinen Eltern erhielt, später aber mit
den anderen ererbten Besitzungen zu All-
st „Ei» römisches Lager im Schusseuthal."
Aufsatz von Pcvf. Dr. Miller, Stuttgart, im
„Oberschwäbischeu Anzeiger" 1889 Nr. 1.
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