Beck, Paul [Editor]; Hofele, Engelbert [Editor]; Diözese Rottenburg [Editor]
Diözesan-Archiv von Schwaben: Organ für Geschichte, Altertumskunde, Kunst und Kultur der Diözese Rottenburg und der angrenzenden Gebiete — 15.1897

Page: 140
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andern habe» sollte. (St.-A.) Am
14. Januar 1463 entschieden dev Schult-
heiß und die Richter des Dorfes Eningen
einen Streit zwischen dem ehrsamen Priester
Andreas Offenbnrger, Konvcntnaleii
zu Marchthal und der Zeit Versehen und
Verweser des Klosters Hofs und Kapelle
zu Marchlhal und Herr» Peter Ott,
dem Kaplan der St. Nikolaus Kapelle zu
Reutlingen einer- und Gütlin, der Witten
Märklins Re lisch anderer Seils dahin,
das; letztere die von ihrem verstorbenen
Gemahl gestiftete Gült bezahlen sollte.
(St.A.)
Im Jahre 1427 betrugen die Zinsen
des Marchthaler Hofs ans St. Martini
in Remlingen 6 Pfund 255 Schilling
140 Heller, 2 Hcrbsthühncr und '/s Fast-
nachthnhn, in Pfullingen 55 Schilling,
36 Heller, in Eningen 4 Vs Schilling und
4 Viertel Spelt, in Hausen 5 Schilling,
in Lustnau 54Ns Schilling, lO Fastnachts-
hennen, in Tübingen 26 Schilling, auf
Epiphania 1 Schilling Heller und 5 Fast-
nachtshennen, ans Mariae Pnrifikalio
Hs Pfund Wachs, ans St. Gcorgii in
Reutlingen 3 Pfund, 129 Vs Schilling,
4 Heller, 4^ Fastnachtshcnuen, auf St.
Johannis Baptistae 40 H Schilling. Jeder
Kaplan (der Kapelle im Hof) gab den
Bürgern „pro Slvra" 32 Schilling Heller."
„I t e m n nd händ (die B ü r g e r)
nnsz var Zitten ain acker ge-
neinen zu ainem Weg und (item
nota), das ain Cappler noch git 1 lib.
V schilling. Item Vierster dat 1 lib.
eie prntis in ImnMnIoclr et Irec übrn
ceOit conventuiferner wird unter den
ans St. Georg» fälligen Zinsen bemerkt:
Item clonius beute virestnis (elut) VII
Schilling, IV Heller minus conti^uu
bospituli und e esverbrun, da gab
es X Schilling und rvurcl tü6i»§ot,
daö ich III Schilling IV Heller varn
must lau, wan es die Hailigen bnpten
(bauten) von nuwen, doch in sölicher Mäsz,
daö ich alz (ebenso) rieh bin mit minem
Zinsz, als die Halligen mit den Iren
„et cle lioc llubetur literu." Die Kapelle
halte 1427 auch einen Weingarten im
Wernsperg (3 Viertel) „und buwett ietz
der Brenner und stöszt an der Ve-
rtu gersHoltz und au den Weg und ist
der nsseiojl gen Snndelfingen (Sondel-

fingen) und sol jährlich darin lno» tnsenid
Stöcke ilnd VIII Earren vol Mnstes,
rit pleuius Iinbetur in uno reZistro".
Das dem Hof gehörige Gut zu Sicken-
hausen war an Hanö Nvszler verliehen
woeden ans seine Lebtage gegen '/s des
Ertrags. Zn Ohnastetten bezog der Hof
2 Sebeffel Vesen, 2 Scheffel Hafer,
6'/» Schillillg Hcuzins, 2 Herbsthühner,
1 FaslnachtShenne und 2 Viertel Eier,
von einein andern ZinSmann noch 1 Sebeffel
Vesen, 1 Scheffel Hafer, Vs Viertel Eier
und 3 Käslein. (St.-A.) (Forts, folgt.)
Aritili der Wappen der.Minuesnuier
aust Schwaden.
Beitrag zur Geschichte der christlichen Mystik in
Schwaben nnd Alaniannien.
Van F. Mvne.
XXVIII.
Nach der Auffassung der Mystiker steht
daö Individuum in direkter und nnniittel-
barer Beziehung zu Gott. Daher kann
eS nicht ansfallcn, daß im 14. nnd An-
fang des 15. Jahrhunderts die Helmzier
des Wappens als ein von Gott unmittel-
bar verliehenes Geschenk betrachtet wurde.
Der Schutzengel des einzelnen Menschen
vermittelt diese Belehnung oder -Bchciikung.
So ist die Verleihung des- Wappens an
Heinrich Suso als Ritter vom Orden der
„ewigen Weißheit" bildlich damals dar-
gestellt worden. Ei» Engel hält das
Wappen an der Helmzier. Aehnlich ist
die Darstellung am Baldachin über der
St. NnprcchtSstatne in der St. EgidiuS-
kirche z» Neustadt a. d. H. Ein Engel
hält in der Linken den Helm des Pfalz-
grafen Ruprecht I. und in der Rechten
die Helmzier. Dieselbe Auffassung liegt
dem Grabmale Bernhard I. von Bade»
von 1431 in Herrenalb zu Grunde. Ei»
Engel hält den Helm, ein anderer die
Helmzier und Krone. Bei vielen und
niebt selten alten Wappen findet sich aber
auch eine Helmzier oder Heroldsfignr,
welche unzweifelhaft ans einem Amuler
(umuletL, im Mittelalter mit griechischem
Worte pll)llLl>teriL genannt) oder ans
Talismanen entstanden sind. Diese Figuren
beruhen nicht direkt oder unmittelbar ans
der christlichen Mystik, sondern sind Ueber-
reste einer alten hechnlschen Myihologie
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