Beck, Paul [Editor]; Hofele, Engelbert [Editor]; Diözese Rottenburg [Editor]
Diözesan-Archiv von Schwaben: Organ für Geschichte, Altertumskunde, Kunst und Kultur der Diözese Rottenburg und der angrenzenden Gebiete — 15.1897

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Beiträge zur Geschichte einzelner
Pfarreien.
Pfarrei Berg.
Bon Pfarrer Kvnr. Lnp b e rg er i» Deuchelried.
(Schluß.)
Reihenfolge der Pfarrer von Berg.
1638 —1679 Victor VVittrver.
War vorher pönitentiarius Major
(Oberbeichtiger) in Pfärrich, OA. Wangen,
kam aber nicht erst 1642, wie das Pfär-
richer Seelbuch S. 65 angiebt, nach Berg,
sondern schon 1638.
Die Kriegsunrnhen dauerten fort nnd
zlvangen den Pfarrer ,,ob incursiones mi-
litum spoliairkium contiiruas" (Vkdb.
1640) die Pfarrei anf längere Zeit zn
verlassen. Nach den Einträgen in den
Kirchenbüchern wurden die Casnalien un-
terdessen von verschiedenen Geistlichen be-
sorgt; erst 1649 erscheint ein ständiger
Verweser in?. Magnus Zürcher ans dem
Kloster Weingarten, wo er unter Abt
Franziskus Diethrich den philosophischen
Unterricht leitete.H Er hatte das Miß-
geschick, anno 1646 bei dem Einfalle der
Schweden unter dem Rittmeister Didiman
gefangen hinweggeführt zu werden. Erst
nach längerer Gefangenschaft wurde er
sreigelassen. Er starb den 29. Januar >
1664 zu Weingarten nach einer fünf Tage
zuvor dnrchgemachten Operation.
1662 — 1679 versah Viktor Wittwer
wiederum die Pfarrstelle. Im Taufbuch
nennt er sich jetzt UroboiiotLrius T^po-
stolicus. Im Jahr 1676 den 25. Ok-
tober feierte er in der Klosterkirche zn
Weingarten seine Seknndiz, starb aber im
November 1679. Es ist ihm nachzu-
rühmen , daß er die Kirchenbücher mit
großer G«uauigkeit führte, die Gottes-
dienstordnnng, die Jahrtage, die päpstlichen
Bullen und bischöflichen Erlasse genau nnd
lren in den Verkündbüchern eintrng, so
daß wir für die Pfarrgeschichte keinem
Pfarrherrn so viel verdanken, als dem
Pfarrer Wittwer.
Während der Zeit seines Amtes empfingen
anno 1655 zn Wcissenan 189 Angehörige der
Pfarrei Berg und 1656 85 derselben zn Wein-
garten durch Bischof Franziskus Johannes
a Praßberg das hl. Sakrament der F-irmnng.
Helfer waren um diese Zeit: Markus Schmid
1638, Matthäus Widemnann 1641, Ottmar

') Heß, cst. add. 473.

Pappins 1645, Christophvrns Sanr 1646—48,
Joseph Han 1652, Onvphrius Singer 1662,
Johannes Algemer 1665, Georgias Bargär 1667,
Jakvbus Stütz 1669, Georg Locher 1670 und
Franz Stadelmann 1672, Georg Mutter nnd
Matthaens Gaißer 1674, Andreas Dorner 1675,
1680 —1700 11 a r 1 Ir o I o m a c u s
U e u e is t e i n.
Während seiner Amtsthätigkeit wurde
unterm 5. Juni 1683 von Abt AlfonS
der Katharina nnd Anna Lnpperger ein
Gut zu Berg zu Lehen gegeben (St.-A.),
ein neuer Oelberg 1695 errichtet nnd
1681, 1683, 1687 und 1697 zn Wein-
garten und Ravensburg an 284 Berger
Pfarrgenossen das heilige Sakrament der
Firmung ausgeteilt. Unter ihm wurde
ferner das Filial Blitzenreute 1696 zur
selbständigen Pfarrei erhoben. Feuerstein
lag mit dem Kloster Weingarten in meht-
jährigem Streit wegen des Pfründein-
kommenS und der Salariernng der Helfer,
wie die Akten cle coirZrua et sustenta-
tnone cooperatoris im Dekanatsarchiv zn
Ravensburg darlhnn. Durch Spruch des
Bischöflichen Ordinariats in Konstanz vom
29. Oktober 1694 wurden die Ansprüche
deS Pfarrers bezüglich des vom Kloster
zn beziehenden Weingnantnmö befriedigt.
> Helfer waren um jene Zeit: Georg Ganal
1686 nnd Ferdinand Bachmayer 1694, Joach.
Belzenhofer 1699.
1700—1740 jsoaclrim Let^eir-
Iioler ans Konstanz.
War beim gnädigen Herrn zn Weni-
gen ten persona Zrata, weshalb er außer-
vrdenlliche Vergünstigungen empfing, so
einige kleine Zehnten und Knchelgefälle
von drei Gütern zum Mönod. Kreuzer
zn Berg und von zwei Höfen zu Die-
poltshofen, „sothane Gefälle unter dem
corpore der Einkünften eines jeweiligen
Pfarrers mit enthalten sind", wofür er
unterm 20. Januar 1701 mit Dank
quittiert. (St.-A.) Während seine Vor-
gänger mit ihren Einkünften kaum auS-
reichten, gelangte er infolge jener Zulagen
zn großem Vermögen. Während er noch
unterm 14. März 1699 an Hans HunderS
Kinder in Tobel einen Schuldschein über
100 fl. anöstellen mußte, war er später
in der Lage, selbst' mit Darlehen auszu-
helfen, so 1720 einem Fähnrich Fizolin,
der nach Kehl einrücken sollte, 15 fl.
1722, 27. November entlehnt von ihm
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