Beck, Paul [Editor]; Hofele, Engelbert [Editor]; Diözese Rottenburg [Editor]
Diözesan-Archiv von Schwaben: Organ für Geschichte, Altertumskunde, Kunst und Kultur der Diözese Rottenburg und der angrenzenden Gebiete — 15.1897

Page: 15
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Und wir vbgeiiiette eikiehte Schiedleuth, Georg
Ti sch in ach er und Jacob Grnningcr von
wegen imsers gnädigen Herrn von Slillmniiiis-
weyler, Clans; Hosfmeister nnd Hanns; Acke -
tin, als erbcttene Unterhändler unser lieben
Herrn nnd Freunden, deren von Reutlingen,
bekennen sonderlichen hierinne», das; dieser Ver-
trag nnd Anßsprnch nff beyder Theil gütlich
illnsinnen nnd Begehren ininaßen wie vblant
von nutz ausgesprochen, auch von behden Theilen
darbe»; zu bleiben mit Mund nnd Hand, gegebe-
nen Treuen vöstiglich zngesagt nnd versprochen
worden.
Darum zu vöstem Glauben nnd Urknnd bat
ich, Georg Tis ch in ach er von wegen mein und
meines Milschidmanns Jacob Griiningcrs
mein aigen Jnnsiegel, und ich, Clans; Hoff-
m eiste r" auch von selbes nnd Hansen Ackelins,
meines Milgeordneten nnd erbettenen Znsaz
wegen mein aigen Jnnsiegel, doch uns allen
und beyden nnsern Mitschiedleuthen nnd allen
nnsern Erben ohne Schaden öffentlich hieran
gehangen; des; wir obgenannten Jacob Griin-
inger und Hanns; Alle lin uns bekennen und
mitgebrancheii. Geben 18 Septembris 1Ö34.
(Staatsarchiv nnd Ga»)lcr I, 418.)
Vom SalmannSweiler Hofe in Reut-
lingen aus wurde auch die Verwaltung
der Eiutüufte der Kirche in Pfullingen
besorgt, deren Palrvnatsrecht bekanntlich
am 25. April 1315 König Friedrich der
Schöne dem Kloster Salem geschenkt hatte.
Doch verkaufte Herzog Ulrich, ohne das
Kloster zu fragen, 1541 das Hans des
Frühmessers und Kaplans. Seit 1557
konfirmierte Württemberg den von Salem
präsentierten protestantischen Pfarrer, nach-
dem zuvor 1548 mit dem Interim die
Messe »nieder eingerichtet worden war.
Auf Befehl des ÄbtS von Salem hielt
1551 der katholische Pfarrer wieder eine
lange Predigt (Nene OA.-Beschr. S. 253).
Im Jahre 1591 wurde nach einem
Rat Protocoll die SalmannSwcilische Hof-
meistern» wegen verachteten Verbots in
Ansetzung des Kalks nnd einiges andern
um 5 Pfund bestraft, auch sollten sie dem
Hans Konrad Menni den Schaden an
seinem Wcinstock ersetzen. (GratiannS II,
246 hat irrig 1596; Staatsarchiv.)
Am 22. November 1592 verlangte
Reutlingen, daß die Hofmeister der Kloster-
Höfe ihre Kinder nicht answärls, wie
kürzlich vom SalmannSweiler geschehen
sei, sondern in der protestantischen Kirche
zu Reutlingen taufen lassen sollten. (Gay-
ler II, 272; Pestbegründete rechtliche
Ncpräsentatio, 1714, Peylage c und e.)
(Fortsetzung folgt.)

TNiü r'lu'iii. FrauziDtmer-Souiien-
lilafter Müggnigini.
Von IT Benv. Stengele in Würzbnrg.
Möggingen ist ein Psarrdorf in der
ehemaligen Diöcese Konstanz mit einem
alten Schlosse und einer Besitzung des
Freiherrn von Bodman-Güttingen mit
einem ehemaligen Franziskaner-Nonnen-
kloster. Im Jahre 1278 an der Vigil
des bl. Jakobns verkaufte der Pfarrer
Johannes in Möggingen im Namen seiner
Kirche um 10 Pfd. Heller eine» gerade
an die Pfarrkirche anstoßenden Weinberg
einem gewissen Burkhard, welcher in dein
Bodenwald »veilte. Dieser übergab ihn
seiner Schwester Adelheid von Mahlspüren,
einer Tertiären», »vorauf dieselbe mit Zu-
stimmnng des Grundherrn Johannes von
Bodman, der damals zu Möggingen
wohnte, auf diesen Weinberg ein Begninen-
haus erbaute. Der Konstanzer Diöcesan-
katalog von 1779 sowie das „Lexikon von
Schwaben" gebe» 1387 als StiftnngSjahr
des eigentlichen Klösterlcins an; in Urnnc.
Uetrus Luevin ecclemAstian etc. ist das-
selbe nicht anfgeführt. Am 18. Nov. 1363
bestätigte Bischof Heinrich, Graf von
Brandts, die Stiftung der Frühmesse oder
Kaplaneipfründe zu Möggingen, welche
von Johann v. Bodman, seiner Gemahlin
Anna, Herzogin von UrSlingen, seinem
Sohne, Johann v. Bodman und Johann
v. Bodman zu Möggingen, dem Sohn
seines Bruders, HanS Konrad, gestiftet
»vnrde. Der erste Kaplan war Konrad
Kerli.
Im Jahre 1580 »vnrde die ganze Kapelle
mit dem größten Teile des Klosters durch
eine FenerSbrnnst zerstört. Letzteres schien
so nnd infolge von Krieg und anderen
Unglücksfällen fast zu Grunde zu gehen;
allein es wnrden im Jahre 1550 Schwestern
ans dem Kloster Thalbach bei Bregenz
hierher berufen, welche dasselbe geistlich
und zeitlich »nieder herstellten.
Im Jahre 1601 ließen die Schwestern
dieses einer Ruine ähnliche Kloster vollstän-
dig »iederreißen nnd erbauten ans Almosen
und eigenen Mitteln ein neues. Als im
Jahre 1631 das Kloster wegen Krieg
nnd Verlust der Dokumente beinahe
»nieder dem Untergänge nahe war und
»nr die eine oder die andere Schwester
noch übrig blieb, wurden neuerdings wie-
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