Beck, Paul [Editor]; Hofele, Engelbert [Editor]; Diözese Rottenburg [Editor]
Diözesan-Archiv von Schwaben: Organ für Geschichte, Altertumskunde, Kunst und Kultur der Diözese Rottenburg und der angrenzenden Gebiete — 15.1897

Page: 104
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schlagen die Gebrüder Marqnard, Bentz »»d
Ulrich v. K. — laut einer gleichfalls noch er-
haltenen Urkunde — uü! Abt uud Kouveut eiucu
Vertrag darüber ab, wie es mit dem Beerbe» (!)
der Kapläne an der van den gedachten Gebrüdern
v. K. zur Flicnbcgräbniskapelle gestifteten Pfründe
gehalten werden falle, dessen hauptsächlichste Be-
stimmung dahin giitg: „Sv tätige, als der stif-
luugsu,ästige Betrag van 40 Pfand Heller nicht
auf 10 Pfund Heller gestiegen ist, erbt die Pfründe;
sabald er aber diese Höhe erreicht hat, tritt für
alle Zukunft das Klafter als Erbe ein." Im
I. 1456 <1. cl. Altdarf 6. September übertrugen
laut einem im Aulendvrfer Archiv liegenden
Kapiehefl Hans v. K. und die Junker Ulrich
and Luitold v. K. als Lehensherrn der Pfrund
ald Altars der Kapelle des hl. Geistes zv Wein-
garten anstasten an oeu Char daselbs diese Pfründe
dem Priester Jas Köcheiin van Marlvrsf, welch
leklerer var Notar und Zeugen einen Dieust-
vcrpflichtungsrevcrs nusstellte.
Nacü einer im Aulendvrfer Archiv verwahrten
Originalurkunde 6. cl. 10. Jan. 1458 quittierte
Abt Jos. Bentelin auf die Namen der Gebrüder
Ulrich, Lutvlüt und Hans v. 51. für 235 Pfund
Pfennig Kapital, wvmit die Junker Ulrich und
Lutaldt v. K. diejenigen 20 Pfund Jahresgüli
ablvsen, welche der sei. Vater Junker Ulrich zu
seinem Anteil all die van ihm und seinem Bruder
Bentz bei der Kuchen Begräbniskapelle in Wein-
garten gestiftete Kaplaneipf iinde vergabt hat.
Nach all' dem ist wohl kein Zweifel
daran möglich, daß H a n S vo ii K önig S-
egg i,i der Königoeggschcn Grablege zu
W ein gart eu seine letzte Ruhestätte
gefunden hat. Aus dieser Familiengruft
ließ man, als die alle Pfarrkirche zu An-
fang des vorigen Jahrhunderts abgetragen
und in den Jahren 1715—24 an deren
Stelle eine neue (die jetzige) erbaut wurde,
die Gebeiue der hier beigefetzten Herrn
von KönigSegg in eine unler der neuen
Kirche, bezw. dem AblvsuugSaltare gegen-
über der Wclfeugrnft angelegte Neugrnft
in einer gemeinsamen hölzernen Truhe
übertragen und darüber die Uebcrschrift:
,,OsZL Lomitum XZnseAA" anbringen,
woselbst dieselben jetzt noch ruhen; diese!
Rengrnft wurde aber nie mehr benützt
und geöffnet, wie schon seit Ende deS
15. Jahrhunderts eine znm Erbbegräbnis
für die Familie KönigSegg bestimmte, dem
hl. Sebastian geweihte, i. I. 1629 dann
wieder nmgeänderte Hof- bezw. Grnft-
kapelle zur Pfarrkirche von Aulendvrf
angebant wurde. Auch in die Pfarrkirche
des Königseggschen Dorfes Eben weiter
vergabten die drei Brüder nach dem im
gräflichen Archiv befindlichen Kopiebnch
unler dem l3. Marz 1419 für sich und

ihre seligen Brüder HanS und Lntdold
von KönigSegg 10 Schilling Pfennig jähr-
lich und ewigen ZinS zu einer „Jahrzeit",
welche Stiftung wieder die drei vorge-
nannten Schellcnbcrgcr besiegelten.
Beiträge zur Geschichte deF Land
irap itel-r Ser e rch ei in,
Pfarrei T r u g e u h v f e n.
Vorbemerkung: Dieses Pfarrdvrf unler
dem Schutze des hl. Georg wurde um das Jahr
1381 samt Kiichcusatz von Werner Rosthuber
van Lauingen uud Heinrich Haiden an Ulrich
Zan von Giengen lunch Nchers statistischem
Persaualkatalag, Seite 183, wohl schon im
13. Jahrhundert von Ulrich Horn sowie dessen
Söhnen Georg und Hans, Bürgern in Lau-
nigen) und van Zan i. I. 1398 an St. An-
dreas Abend an das unter Oettingenschem
Schirm stehende Karthciuserklasler Christgarten
verkauft. Das Haus (Haupilinie) Oellingen-Oel-
lingen bezw. Graf Ludwig XVI. führte dann
nach dem Ausbruch der Reformation i. I. 1552
in feinen Laudesteilen die evangelische Religion
ein uud wurde infolgedessen di? genannte Kar-
lause im gleichen Jahr eingezvgen. So kam es,
daß auch Trugenhvfen, woselbst um diese Zeit
Thomas F-rech Pfarrer war, eine Zeit lang der
Reformation veifiel, ahne dass sich das Jahr
(vielleicht 1610?) der Rückkehr dieses Kirchspiels
zum allen Glauben angeben ließe. Nach der
Restilulion wurde diese vordem zum Landkapilel
Nercsheim, Augsburger Bistums, gehörige
Pfarrei mit den Nachbarpfarrcien Demingen
und Dischingen in das i. I. 1616 neu errichtete
Laudkapitcl Lauingen, Augsburger Bistums,
eiugereiht, van welchem sie mit den beiden ge-
nannten Pfarreien i. I. 1814 an das Laud-
kapitel Neresheim, in der Folge Nvltenburger
Bistums, zurückkam. Aus der RefvrmatioiiS-
zeit dieser Pfarrei, welche damals unter der
lutherischen Snperinlendenz van Lauiugen stand,
datiert nun auch das nachfolgende, nach einer
Abschrift der Trugenhvfer Pfarrregistratur ver-
öffentlichte Bisitaliansprvtvkoll. Im I. 1111 ver-
äußerte das Haus Oellingen die Pfarrei an den
Fvrstmeister Khnn zu Höchstädt und dieser her-
nach an das fürstliche Haus Taxis. Herren der
alten, eitie Viertelstunde vam Dorfe entfernten,
um die Mitte des vorigen Jahrhunderts präch-
tig nmgebanten Burg Trngenhvfen (mit einer
Kapelle zu ll. L. Frau), jetzt Schloß Taxis,
waren um die kritische Zeit die v. Westernach,
von welchen dieselbe erst um das Jahr 1663
an die Schenken v. Castell uud von letzteren
>134 all Taxis gelangte.
Visitation im Weiler Tr II ge II-
hofe u.
Gehalten Sonntag, den 15. Dezember 1589.
Eiiigep f a rrt:
1. Schloß Truge ii ho feil, darauf
Philipp von Levnrvd nicht weit von der

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