Beck, Paul [Editor]; Hofele, Engelbert [Editor]; Diözese Rottenburg [Editor]
Diözesan-Archiv von Schwaben: Organ für Geschichte, Altertumskunde, Kunst und Kultur der Diözese Rottenburg und der angrenzenden Gebiete — 15.1897

Page: 177
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Organ für Geschichte, AltertumDuiide,
Lunst und Aultur der Diärese Grittendlirg und der angrenzenden Gebiete.
therausgegcbeu und redigiert von Amtsrichter a. D. Beck in riavcii§üurg.

Beiträge, Korrespondenzen :c,, Rezensions-Exemplare, Tanschzeitschriften re. wollen
stets direkt an Amtsrichter a. D. Beck in Ravensburg, Bestellungen und Reklamationen an
die Expedition des „Deutschen Volksblatts" in Stuttgart, drbansstraße 94, gerichtet werden.


Erscheint monatlich einmal und ist halbsährlich durch die Post zum Preis von
M. 1.90 ohne Bestellgebühr; durch alle Buchhandlungen sowie gegen Einsen-
dung des Betrages direkt von der Expedition um M. 2.10 (außerhalb des
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noncen rc., welche der Richtung dieser Zeitschrift nicht znwiderlansen, werden von
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Ibnchhändlerische Beilagen, Prospekte rc. nach Uebereinknnst berechnet.


Abonnements-Einladung ans i. Mnnar 1898!

Gbeeschiuäüische Kupferstecher (und
Zeichner) dich 18. Jahrhunderts.
Nene Folge.
Von Amtsrichter a. D. Beck.
In unserem Voraufsatze im „D.-A."
XIV. 1896, Nr. 7, spez/S. 108, wurde
ei» Nachtrag zu der Uebersicht über ober-
schwäbische Kupferstecher und Radierer des
vorigen Jahrhunderts in Aussicht gestellt,
welcher nun mit dem Bemerken folgt, daß
auch einige Zeichner für den Kupferstich
sowie einige Meister Aufnahme fanden,
welche zwar nicht von Oberschwaben ge-
bürtig, aber doch aus der Nachbarschaft
stammten und hier sowie viel nach Ober-
schwabeu arbeiteten. Nächstfolgende drei
Meister gehören gemeinschaftlich noch dem
17. und 18. Jahrhundert bezüglich ihrer
Knnstthätigkcit an:
1. Miller, Johann Varthol., geboren
im Laufe des 17. Jahrhunderts in Ulm
und gestorben daselbst im folgenden Jahr-
hundert, Silberarbeiter und daneben auch
Kupferstecher und Graveur daselbst, ar-
beitete auf seinen Wanderungen in seiner
Jugend bei dem knrsächsischen Graveur zu
Dresden und wurde im Jahre 1671 Münz-
meister in seiner Vaterstadt. Man hat
n. a. von ihm: Kupferblättchen, das
Münster vorstellend, kl. Fol. (In Fricks
Mnnsterbeschreibnng 1738 und wieder in
der Haffner sehen Ausgabe Hochgestochen.)
— Wie schon mehrfach, so in Nr. 4, S. 64,
hervorgehoben wurde, stachen in früherer
Zeit Gold-und Silberarbeiter, Graveure rc.
nebenher nicht selten in Kupfer.

2. Johannes Andreas Thelot(l), ge-
boren 1654 und gestorben 1734 in Augs-
burg, Goldschmied und Kupferstecher, a»S
einer alten Goldschmiedsfamilie, war (nach
Mone, „Bildende Künste ec." I, S. 382,
wo ihm indes unrichtigerweise der Vor-
name Jakob Gottlicb beigelegt wird) als
Kupferstecher in Ueberlingen a. B.
thätig und stach u. a. ein von Johannes
Wolsgang Banmgärtner gemaltes Bild. —
Sein Sohn Johannes Gottfried Th.
(1714—1773) war gleichfalls Kupfer-
stecher und hat n. a. mehrere von den
durch Gottfried Sanier herausgegebenen
Vorstellungen der Bildergalerie von Sans-
Sonci gestochen.
3. Ernst Philipp Tho m a n n v. H a g e l-
stein, aus einer Lindauer Patrizier-
und Künstlerfamilie stammend, geboren im
Jahr 1657, entweder zu Lindau oder
Augsburg, als Sohn des 1653 gestorbenen
Lindaner Malers Jakob Ernst Th. v. H.,
Maler und Kupferstecher (Schwarzkunst),
gestorben 1726 in Augsburg.
4. Heinz, Johann Adam, geboren zu
Ulm im Jahr 1680, gestorben daselbst
26. Mai 1755, Gold- und Silber-
arbeiter, Graveur und Stadtsiegelstecher
(Weyermann rc. II. S. 168).
5. Weigl, Johannes Christoph, Bürger
und Maler von Ravensburg, gegen
Ende des 17. und zu Anfang des 18. Jahr-
hunderts nach Busls Bangeschichte von
Weissenan im „Archiv f. cbristl. Kunst" XIl.
(1894) Nr. 4 S. 35, lieferte wahrscbein-
lich die Zeichnung zu dem das heilige Blut
von Weissenan und dessen Donatoren dar-
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