Beck, Paul [Editor]; Hofele, Engelbert [Editor]; Diözese Rottenburg [Editor]
Diözesan-Archiv von Schwaben: Organ für Geschichte, Altertumskunde, Kunst und Kultur der Diözese Rottenburg und der angrenzenden Gebiete — 23.1905

Page: 48
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Lepc conkinZik pudlicuii: I I. V,
4Ö3 - Jeder auzusieUende Kleriker muß
die Weiheurkunden vorlegen.
VII. De kiliis prespikerorum I^ri^eri-
cr>8 eleckus con6rmutii8 Lonstnn-
kiLN8IS.
Zncris ciispoirentibu8 — proce-
fiemu8: II. V, 454: Pricstersöhne lönuen
die Pfründen ihrer Väter nicht erholten
nnd sonst mit einer Makel der Geburt
Behaftete bedürfen päpstlicher Dispens zu
Grlangnng eines Benefiziums.
VIII. De clerici8 pereZmini8 ex
8lntuki8 IVInrqunrtli cp>8copi Lon8tnn-
kien8i8 cum ulterntione pene k'ri-
clerici.
Diclicimu.8 — contrnlrere: D. V.
4^4: Fremde Kleriker müssen die Adnüs-
sionsnrknnde vorwcisen.
(Fortsetzung folgt.)

Üileinvre Mitteilungen.
Neck. Weitere N a ch r e n ai s s a n e e -
Maler i» bezw. aus Oberschwaben (zu
„D.-A." Nr. 6, S. 92. 1904).
I. Nikolaus Buck aus Schwaben, welcher
in den ersten Jahrzehnten des 18. Jahrhunderts
zu Wien tätig war. Es wäre sehr wünschens-
wert, den Geburts- bezw. Aufenthaltsort dieses
Malers in Schwaben, sowie dessen näheres Gc-
burts- und Sterbedatmn zu erfahren. Verf. ist
im Besitze eines sehr seltenen, durch Elias
SchaffhaUser, 8. L. N. valcoxrapti. Viennae,
1720 „zu Ehren und Angedenken (Bucks)" in
Kupfer gestochenen Bildnisses (Brustbild) von rc.
Buck nach einem von dem berühmten Johann
Kupetzky in Oel gemalten Porträt des w. Buck.
Unter dem Bildnis des Kupferblattes (290, cm
hoch, 210, cm breit), welches den Maler Buck
mit Palette und einer (die Unterschrift: lUcol.
Iluclc ans 8cbevaden tragenden) Malrolle zeigt,
stehen folgende Verse:
Ich habe sonst gezeigt, Floretten wohl zu führen,
Und in der Chyrurgie auch mich versirt gemacht.
Nnn mehr» mit der Zeit kan» mich das mahlen
zieren.
Das Tantzcn hat mich schon an Kayssers Hoff
gebracht.
Demnach wäre N. Buck zuerst Tänzer ge-
wesen und als solcher an Kaisers Hof gekommen,
dann Fechtmeister und darauf auch Beflissener
der Chirurgie, bis er sich der Malkunst hin-
gegeben. Der fast gleichzeitige Kupferstecher E.
Schaffhauser, welcher den Titel eines kaiser-
lichen Hofkupferstechers erhielt, stammt gleichfalls
aus Schwaben, nach einigen aus Augsburg. Vers,
ist weiter im Besitze eines kupferstichlichen, aus
der Sammlung Enzcnbcrg stammenden Kuriosums,
auf dessen Vorseitc das vorbcschricbene Kupfer-

blatt, auf dessen Rückseite Buck als alter Mann,
sonst aber ganz in der gleichen Ausstattung und
mit denselben Versen abgebildet ist.
II. In Maler Karl vesom (Vs 80m, Desom,
De Som w.) in Weingarten im 17. Jahrhundert
vermute ich einen ausländischen (vielleicht nieder-
ländischen; etwa einen der vielen van Zoon,
welche hin und wieder nnch Son und Som ge-
schrieben wurden) Maler, der nur zeitweilig in W.
weilte und malte. Das Monogramm auf dem (im
„D.-A." XIV., 1896, Nr. 5, S. 78/79 bespro-
chenen) Hochaltarblatt in der Pfarrkirche von
Anlcndorf könnte auch so gelesen werden:
L(arolns) v(e) 8(om) v(ecit).
Wäre De Som wirklich der Schöpfer dieses
Bildes, so müßte er jedenfalls von Bedeutung
gewesen sein.
III. Als Schüler bezw. Gehilfen des zwar
nicht in Oberschwaben, sondern in Neresheim
tätig gewesenen Martin Kn oll er aus Steinach
in Tirol werden u. a. genannt: Xaver Schm id
von Dischiugen, OÄ. Neresheim, welcher in
Ettal bei Knoller war, und Matthias Ru cf von
Volders und der Ornamentcnmaler cke Neckicis,
welche i. I. 1775 in Neresheim K. halfen (s.
Popp, M. Knoller in Ferdinandenmszeitschrist,
1904. S. 112,113).^
IV. Schwa(e)iger, Michael, Maler ans
Deggingen, OA. Geislingen, mehr Faßmaler
(arbeitete u. a. um das Jahr 1764 am neuen
Rokokoaltar in der Pfarrkirche von Attenhofen,
bayer. Bezirksamts Neu-Ulm).
Vötting er, Franz Anton von Deitcnhau-
hansen (in bayer. Schwaben), Faßmaler uni die-
selbe Zeit.
V. Der S. 96 angeführte Maler A. Neb-
samen dürfte mit dem von -B. Pfeiffer a. a. O.
S. 58 genannten, 1790 in Sanlgan 4 Maler
A. Rebsam identisch sein.
-cü. Schwäbische Kunsthandwerker
zu Brixen in Tirol im 16. Jahrhundert
(Nachtrag zu den Knnstbeziehungcn „zwischen
Schwaben und Tirol" im „D.-A." XX. 1902,
S. 5—10.):
1516. Levy Klaining von Ulm, 6! old-
schmied (Inwohner).
1533. Sebastian Pair, Bildhauer von
Ulm, wird 1539 Bürger mit seinem Sohne.
Christoph Pair, Goldschmied (im 15. bis
17. Jahrhundert kommt in Ulm eine Malcrfamilie
Bayer vor).
1536. Christoph Karthauser, Goldschmied
von Ravensburg (Inwohner; in der Bürgerliste
der ehemaligen Reichsstadt Ravensburg von
1436—1549 kommt das Geschlecht der K., und
zwar 1464 Hans Karthauser, der Goldschmied,
sowie 1506 Hans Karthuser, Goldschmied vor,
mährend dasselbe in späteren Ravensburger Listen
nicht mehr erscheint). Die Fremden erhielten
in Brixen gewöhnlich zuerst das Inwohner-,
später das Bürgerrecht. (Nach einem handschrift-
lichen Band im Stadtarchiv von Brixen, „Burger-
und Jnwohner-Puech vom 1500. Jar an bis
15(93)".

Stuttgart, Buchdruckerei der Akt.-Kes. „Deutsches Volksblatt".
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