Beck, Paul [Editor]; Hofele, Engelbert [Editor]; Diözese Rottenburg [Editor]
Diözesan-Archiv von Schwaben: Organ für Geschichte, Altertumskunde, Kunst und Kultur der Diözese Rottenburg und der angrenzenden Gebiete — 23.1905

Page: 161
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Kunst und Kultur der Diözese Lotteuvurg uud der augreuzeudeu Gelüete.
ljeraiisgegebeii »nd redigiert von Amtsrichter a. D. Beck in KaveiiKüurg.
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stets direkt an Amtsrichter a, D. Beck in Ravensburg, Bestellungen und Reklamationen an
die Expedition des „Deutschen Volksblatts" in Stuttgart, Urbanstraße 94, gerichtet werden.

Nr. 11.
'1905.

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der Expedition entgegengenommen und pro Petitzeilc oder deren Raum mit 15 Pst.
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Dir Gstorliili.ire iu komllurg.
Bon F, L. Mayer, Pfarrer,
Stach Verwandlung dcs Benediktiner- ^
klosters Komburg in ein Chorherrenstift
1488 versahen die adeligen Chorherren
den Gottesdienst und den Chordienst mit
Breviergebet nicht in eigener Person, son-
dern hielten sich zu diesem Zwecke Chor-
vikare. Die ersten werden 1530 genannt.
Wie groß die Zahl der Chorvikare
gewesen ist, kann daraus ersehen werden,
daß cs 1736 in der Jahrtagsstiftung des
18. Dekans Wilhelm Ulrich von
G n t t e n b e r g (1695—1736) heißt,
„weilen zu Zeiten des Bischoffen Julis
(gemeint ist der 66. Bischof: Julius
Echter von Mespclbrunn, 1573
bis 1617 Bischof von Würzburg uns
Herzog zu Franken) nur 10 vicnrii ge-
wesen, anjetzo aber deren 12 dermahleu
seyndt". Gutlenberg hatte nämlich zwei
Choralisten (von vier) entlassen und an
ihrer Stelle zwei Chorvikare angenommen.
Die Chorstühle in der Stiftskirche (erbaut
1707—1715) weisen zwölf Plätze für die
Chorvikare auf.
Die Chorvikare hatten den Chordien st
mit dem Breviergebet öffentlich in der
Kirche zu vollziehen und, soweit Priester,
die Gottesdienste in Kombnrg zu versehen.
Ein Chorvikar hatte zugleich als Pfarrer
von Steinbach die Pastorativn dieser
Pfarrei zu übernehmen und war dabei
auch gewöhnlich der Stiftsprediger, wie
wir aus der nachfolgenden Liste der Vikare
ersehen. Zu den Obliegenheiten derselben
gehörte sodann die Persolvierung der
Jahrtäge. Die Zahl derselben be-

j trug 54; dazu kamen fünf Wochenmessen,
sieben Monats- und zwei Alllagsmessen.
Die ältesten gestifteten Jahrtäge stammen
I auö den Jahren 1351, 1376 und 1377.
An den Jahrtägen hatten die Vikare die
Dazu gestifteten jeweiligen Vigilien zu beten
und die Seelenvesper („kllncebo" ge-
nannt) über dem Grabe der Verstorbenen
zu halten.
lieber die Art und Weise dcs Chor-
gebetes haben die Dekane Bestimmungen
getroffen, über deren Einhaltung der Kustos
unter den Chorherren und der Subkustoö
unter den Chorvikareu zu wachen hatten.
Solche Chorordnungen sind auf-
bewahrl vom 12. Dekan: Johann
Gottfried v. Aschhauseu vom Jahr
1600; vom 15 Dekan: Johann Adam
Lruchses v. Hoffiugen (Höfingeu)
vom Jahr 1623; von seinem Nachfolger
im Dekanat: Franz Ludwig Faust
v. Stromberg, 1639 ; von Johann
Heinrich v. Oste in (17. Dekan) vom
ersten Jahr seiner Negierung, 1674 bis
1695. — Die drei letzten Ordnungen
sind in lateinischer Sprache geschrieben,
die erste in deutscher. Der vorletzte Dekan :
Joh. Phil. Heinrich v. Erthal, hat
genaue Staluten über das Chorgebet er-
lassen am 1. September 1767.
„i>lotLtu pro clroro":
1. Für das Fehlen eines Vikars bei den
kleinen Horen soll vom Präseniario 20 kr.
abgezogen werden.
2. Für das Zuspätkommen und ?suImo8
juchen: 10 kr.
3. Die Pausen sollen uocurut gehalten
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