Beck, Paul [Editor]; Hofele, Engelbert [Editor]; Diözese Rottenburg [Editor]
Diözesan-Archiv von Schwaben: Organ für Geschichte, Altertumskunde, Kunst und Kultur der Diözese Rottenburg und der angrenzenden Gebiete — 23.1905

Page: 81
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Organ für Geschichte, AltertmnDunde,
Kunst und Aultur der Diözese Gottenünrg und der angrenzenden Gebiete.
kseransgegeben »nd redigiert von dlmtsrichter a. D. Veck in IlavenKülirg.
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slels direkt an AmtsrickUer a. D. Beck in Ravensburg, Bestellungen und Reklamationen an
die Expedition des „Deutschen Vvlksblatts" in Stuttgart, Urbaustraße 94, gerichtet werden.

Me. b.
W0Z.

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M. I.SV ohne Bestellgebühr; durch alle Buchhandlungen sowie gegen Einsen-
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Dü. Zcdön. Beziehungen Württem-
bergs; znin Deutschen Orden in
Vrcuszen.
(Fortsetzung.)
Trotzdem Friedrich im Jahre 1505 klar
und deutlich auf väterliches Erbe verzichtet
hatte, erhob er später Ansprüche darauf.
Sei» Sohn Hans Jakob berichtet hierüber
am 19. Oktober 1573 : es habe sich sein
Vater um sein vaeterliches Vermoegeu,
worauf er (soviel ihm bewußt) nie ver-
zichtet, beworben, sei auch einmal zur Zeit
des Wirtembergischen Krieges (also wohl
1534)') draußen (in Schwaben) gewesen,
habe aber nur die unbrüderliche Antwort
bekommen, er solle Weib und Kinder in
ein Kloster sperren, so wolle er ihm wieder
zu einem deutschen Hause verhelfen, und
es sei seinem Vater und den Seinigen
nicht mehr Foerderung widerfahren, als
daß der Kardinal von Augsburg (Otto
Truchseß von Waldburg) ihm ein-
mal habe sagen lassen, er solle ihm einen
Sohn hinaus schicken; so wolle er ihn
zur Genüge versorgen. Darauf hin sei
er (Hans Jakob) nach dem Schmalkaldi-
schen Kriege im Jahre 1548 hinaus ge-
schickt worden nach Augsburg, habe dort
allerlei Gnaden vom Kardinal bekomme»,
indem dieser ihn nach Dole in Burgund
geschickt und bis ins vierte Jahr unter-
halten. Da er sich aber wegen seines Glaubens
und Gewissens und, weil er nicht unter
solchen Geistlichen erzogen, anders gezeigt,
als daß er Hoffnung auf einen Geistlicken
gegeben, sei er wieder heimgeschickt worden?)
') Vochezer II, S. 114.
°) Im August 1534 fürchtete Wilhelm, sein
Bruder Friedrich werde die Gelegenheit benutzen,

Friedrich Truchseß v. Waldburg
starb 23.i24. Februar 1554. Von seinen
Söhnen war Joh. Jakob, geb. 10. August
1527, der 1553 in Fischhauscn und Loch-
städt als Hauptmann eingewiesen werden
sollte, von 1555 bis 1565 Hauptmann
in Fischhausen, kam nach Schaaken.
1563/1564 heißt Johann über bnro
v. Wald bürg, Landvogt von Fisch-
hause». Er wurde preußischer Landhof-
meister und starb ün Dezember 1585 oder
1586. Am 19. Oktober 1573 bat er
für sich und seinen Bruder beim Kaiser,
sie mit einer schriftlichen Rekoguitiou zu
versehen, damit sie ihrer altväterlichen
Stammlehen wegen fähig sein, aller ihrer
großväterlichen, schwäbischen Güter neben
andern Erbgerechtigkeiten, so ihnen das
natürliche, kaiserliche und andere Rechte
geben, sich dermaleins erfreuen zu können.')
Friedrichs zweiter Sohn, Wolf Friedrich,
Erbtruchseß v. Waldburg, geboren 1539,
war 1574—1575 Hauptmanu in Anger-
kurg und starb am 21. November 1602
oder 1603 söhnelos. Johann Jakobs
Sohn Friedrich, Herr auf Friedrichstein,
Hauptmann in Balga und Marienwerder
1601, 1602, Geheimer- und Laudrat, starb
am 3. März 1624. Wegen des ihm von
den Landräte» angeschuldigten Verdachts
des CalviuismuS wurde ihm im Jahre
1618 durch ein königliches Dekret aus
Warschau ei» Eid, sich des Verdachts
dadurch zu verteidigen, aufcrlegt. Es er-
ging dieserbalb vom Hofgcricht ein Reskript
am 13. März 1618 an das samläudische
ihm Schloß Trauchburg zu entreißen. Vochezer
II, 209.
') Vochezer II, 114.
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