Beck, Paul [Editor]; Hofele, Engelbert [Editor]; Diözese Rottenburg [Editor]
Diözesan-Archiv von Schwaben: Organ für Geschichte, Altertumskunde, Kunst und Kultur der Diözese Rottenburg und der angrenzenden Gebiete — 23.1905

Page: 160
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sonst standen Pfarrangehörige mit aus-
wärtigen Bruderschasten in Verbindung,
z. B. auch zu Schüsse nried.
Ziegelbach.
Zn dieser ehemals von Waldsee be-
setzten Pfarrei befanden sich seit langer
Zeit mehrere Vereinigungen, worüber das
Dekanatöarchiv nichts enthält.
Die älteste Bruderschaft daselbst ist wohl
die vom hl. Sebastian. Das Ent-
stehnngSjahr ist nicht bekannt. Das älteste
Verknndbnch von 1760 hat an Dom. II. post
lüpipli. den Eintrag : Es werden alle und
jede Pfarrkinder, besonders aber die Brüder
und Schwestern der lobt. S. Sebastians-
bruderschaft, inständig ersucht rc. Eine
ältere Nachricht über die Bruderschaft ist
dort nicht bekannt. Doch existierte auch
von dieser Bruderschaft ein Knpferblättchen
auf Papier im Umfang von 115X70 mm
von dem Augsburger Stecher P. Söckler
mit der Darstellung: 3. Zebustimms, von
Engeln umgeben. Auch findet sich ein
alter Vrnderschaflszettel vor vom Jahr
1774, gedruckt bei Karl Jos. Wanken-
miller-Otlobenren, und ein Bruderschafts-
büchlein von 1811 (Augsburg). Im Jahr
1824 existierte die Bruderschaft noch,
hörte aber später ans und wurde 1877 i
neu errichtet, mit eigenen Statuten und
Ablässen versehen.
Dort blüht auch die No senkranz-
brnderschaft, welche anno 1700 kano-
nisch errichte: und 1902 resnszitiert
wurde; 1824 Halle sie noch nicht auf-
gehört.
Außerdem existieren in Ziegelbach zwei
Bündnisse, ein Männerbünd »iS von
40 Mitgliedern und ein Frauen-
b ü n dnis von 60 Mitgliedern ; jedes
Mitglied bezahlt beim Tod eines solchen
12 Pf. zu heiligen Messen, lieber deren
Entstehungszeit ist nichts bekannt?)
Daß Pfarrangehörige auch mit aus-
wärtigen Bruderschaften in Verbindung
standen, ist außer Zweifel; einzelne ließen
sich auch zu Schüsse nried ansnehmen.
DrerarischeF.
Scherer, I. P., Pfarrer in Ludwigs-
hafen a. B., Ge sch. des Heilig-
') Nach gütiger Mitteilung des hochiv, Herrn
Kamerers Lllachter in Ziegelbach.

Geistspitals der ehemaligen Reichs-
stadt Ue berlingen a. B. Nach Quellen
bearbeitet. Villiugen, Buchdruckerei von
O. Frick. 1897. I-IV und 176 SS.
Preis 2 M. fr.
Tis Gesch. des bekannten Heilig-Geistspitales
von Ueberlingen, einer der reichsten und ältesten
Stiftungen dieser Art in ganz Baden, ist in vorgon.
billiger, gut ansgestatteter Schrift nach archivali-
schen, meist dem Spitalarchiv selbst entnommenen,
Quellen eingehend und gründlich behandelt und
füllt eine Lücke in der bisherigen Ueberlingcr
Historiographie ans. Möchte nun die Stadt-
geschichte dieser nicht unbedeutenden Seestadt bald
eine ähnliche Bearbeitung erfahren, wie die von
Radolfzell durch Or. Albert,
Aleiiirre ZWitteilunrlrn.
IZeclr. Eine weitere Vorlage für Schil-
lers Gedicht: der Taucher,
Bekannt ist, daß Schiller beim gen. Gedichte
dis Sago vom berühmten Taucher Colan(ns),
gen. der Fisch, vorschwebte. Ob er aber die
nachangeführtc Quelle für die Nachricht von diesem
Colan kannte, ist eine andere Frage. In der
merkwürdige», sogar auf den Index geratenen
Schrift des (zu Anfang dos tu. Jahrhunderts
in Saanen oder Sotrin im heutigen Kanton Frei-
krieg in der Schweiz geborenen) Humanisten Ni-
kolaus Wi(r>)nmann: „L o lJ-in b e t s 8,
sive cts nrts nntnncli, clirrln^us est ksstivus
et iucunclus lsctu, per Xicolnurn °1V^n-
mnn, InAolstnclij linAunrum proksssorsm
publicum, .4.u"u.8tns Vinclelicorrnn sxcuclebnt
Hsnricus 8ts>-ner. ^n. LIOXXXVIII kl. 8"",
welche u, a, auch von berühmten Tauchern
aller Zeiten erzählt, wird unter solchen anch Co-
lan, wie folgt, nnfgeführt: . , . Luius-
inorli scriptis cloctorrnn bomiunm clnri prns-
cipus eluxsrs, st Lcittis guiclnin L^couius
urinntor rnnxnnus, cp» continuo nntntu
toties octoAintn stnclin psrnAeret, et Iroc
cprogus mninr Lolnn, cui proptsrsn co>>°-
nomsn srnt piscis. ... Is summ» stinm
mnris intsrnpsris, uon rnro 500 stnclin
trnrrnsss scribitur, nclea ut in msckio pslrrrxo
nnvi^nntilaus occurrsrst suliinrls, sic nriuis
nrlsustus, ut sine illis vivsrs guiclern non
potuisset. ... .-^t Iric rnissiriins postrsrn»
perüt in portu IVlessanns, Irsti Licitisnsis. . . .
Lnussn trrti tuit nursn ^>ntLrn, cprnin rcx
Licutus, vslut nntntorii urinntoriigus csr-
tnminis pinsmirnn, in protunclurn mrrris
projici iusssrnt, exlrilrito in Nunc mockuin
spectnculo sckusns clie solsnni in littus
Irominuin nrultitucline exirnine: nnm cirnn
Lolrrn nrts Irstus, Irsu nimium, sun, po-
culo nuksronclo ssclulus incumbit inlrintguc
crsclitur unclnrurn vi lon^ius in vicinns cos-
cnsgus sius portus lntsbrns nc cnvsrnns
nlzrsptus, sicrius srrors nctus, ns^nto exitu,
nniinn tnnclsrn prnekocntus interiisss. . . .
l?S8sims 8it isti pnterns, innllsm ssinpsr sx
Lnrcbssio lribsrs poculo, rpinrn t-rntn vitns
cliscrirnins nurrnn psrsscpri irr unclis. . . .

Stuttgart, Buchdruckeret der Akt.-Ges. »Deutsches Volksblatt".
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