Beck, Paul [Editor]; Hofele, Engelbert [Editor]; Diözese Rottenburg [Editor]
Diözesan-Archiv von Schwaben: Organ für Geschichte, Altertumskunde, Kunst und Kultur der Diözese Rottenburg und der angrenzenden Gebiete — 23.1905

Page: 186
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Zeit, da die Schwestern Almosen sam-
meltcn, hauptsächlich für die Kapelle.
Diese Sa in m ln n g konnte aber auch noch
einen anderen Grnnd gehabt haben. In
der Klag und Trauerrede der Voistehenn
ist nämlich gegen Schluß die Rede von
einem abermaligen Einfall der Fran-
zosen, bei dem das Kloster vollständig
anSgeplnndert wurde; doch mußten die
Schwestern das Kloster nur auf einen Tag
verlassen. Dann fügt die Mutter bei:
„Nachdeme nun Mangel über Mangel
in allen Stnckhen wäre, habe zwey
Schwestern, nämlich Fr. Maria Viktoria
Stnckhlin und Maria Elisabeth«
Fnnkhin nach Wien abgeschickhet, nm
alldorten benötbigte Hilfsmittel z» erbitten,
allwo sie durch ville und hoche Gntihäter
große Allmoßen erhalien, wodurch nnßerem
Kloster wiederum ansgeholfen worden?)
Diese zwei Schwestern waren sicheren
den 90er Jahren fort, und zwar sechs
Jahre lang; jener Einfall der Franzosen
könnte somit im Jahr 1688 geschehen
sein und jene Almosensammliing mit ver-
ursacht haben.
Die Wohltäterliste nennt dann den
Pfarrer Seist von Ilnlingen und nach
diesem eine Reihe auswärtiger hoher Gnt-
täter, die zum Teil ans oben angeführten
Stiftungen zur Kapelle bekannt sind. An
der Spiste stehen Ihre Majestäten
der Kaiser und die Kaiserin zu
Wien und die ganze K. K. Familie.
Diese stifteten 1695 zu einer ewigen
heiligen Messe 200 fl. Zum gleichen Zweck
sowie zur Unterhaltung eines eigenen
Beichtvaters stiftete die Fürstin Maria
Christina v o n D i etri ch st ei n 500 fl.
und einen schönen silbernen Kranz.
ES war dies eine der größten Wohltäterin
des Klosters. Sechs Jahre lang hielten
sich die zwei genannten iLchwestern bei
ihr ans; sie versah dieselben wohl mit
Kleidern und allem Notwendigen und hat
dem Kloster nach und nach 3000 fl. um
Gottes willen geschenkt. Daher wird sie nach
Ihrer Majestät die vornehmste Stiftern! des
Klosters genannt, welches nach beigefügter
Notiz durch ihre Kammerjnngfran Elisa-
beth« Kayserin mit ihr Bekanntschaft
machte; auch letztere hat dem Kloster „ein
gleich viel Gutes" getan.
" -) Vgl. „D.-A." 1899, S. 184.

Zu der oben genannten ewigen Messe
gingen noch mehrere Beiträge ein, nämlich
von der großen Gnttäterin Frau Elisa-
beth«, Gräfin v. Wall enstein, einer
geborenen Horachin, 400 fl., von der ver-
witweten Gräfin Balfi, obersten Hof-
meisierin bei der jungen Kaisers. Herr-
schaft zu Wien, 60 fl., von einer anderen
vornehmen Frau 8 fl., von der Fürstin
„M u n d t e g n k h e l e" (MontekiiknU)
200 fl., von der gnädigen Frau v. Hoch-
burg 100 Taler, von der gnädigen Frau
Johanna Christina v. M. 20 fl.
Zn dieser ewigen beiligen Blesse gingen
im ganzen etwa 4000 fl. ein, wobei auch
die Unterhaltung eines beständigen Beicht-
vaters mit beabsichtigt war. Allein das
Kloster hatte damals, wie eS heißt, einen
frommen, geistreichen Beichtvater, welcher
nichts weiter verlangte, und in der Kapelle
wurde wöchentlich vom Kaplan eine heilige
Messe gelesen. Damit begnügte» sich die
Schwestern und legten das Geld i» Gütern
an. Sollte aber ein Ordenöbeichlvater an
die Stelle des Pfarrers treten, so müßte
dieser mit jener Summe unterhalten werden
und täglich eine heilige Messe in der
Kapelle lesen; in dieser Intention war
jenes Geld gegeben worden, und solches
behielt man sich vor. (Forts, folgt.)
Auck der Welt der Heiligen.
Von Dekan Pfarrer Reiter.
S. Konrad.
Kirchen: AhldorflKonrad undPelagins),
Berkheim 1152 (später Konrad und Willi-
bald), Vettenhansen, Pfarrei Leinstetlen,
Fronhofen (Konrad und Vinzenz), Fusgen-
stadt (Konrad urd Ulrich), Grünmetistclieii,
Mahlstctten, Nieder»«» (Konrad nndManri-
tiuS, 1127 als Kapelle geweiht), Schelk-
lingen (Konrad und U. l. F.), Zimmern
bei Roltweil.
Kapellen: Crgenzingen(?), Mahistetten,
Winterbach (Konrad und Ulrich), Ober-
Hiltensweiler.
Evangelische Kirchen: Geradstetten,Lorch,
Langeneiiölingen?
S. Konrad, Bischof von Konstanz,
stammte aus dem Geschlechte der Welfen
und lebte nm die Mitte des 10. Jahr-
hunderts. Er mar ein Freund deö Bischofs
Ulrich von Augsburg. Sein Attribut ist
ein Kelch mit einer Spinne. Von ihm
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