Die Dioskuren: deutsche Kunstzeitung ; Hauptorgan d. dt. Kunstvereine — 7.1862

Page: 136
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Uns dem „Jahresbericht des germanischen Uationalmnscums" in Uürnöerg.

Für den weiteren Ausbau der Karthause sind, wie im
vorigen Jahre, auch neuerdings mehrere Fenster gestiftet worden,
zum Theil auch mit der hierzu erforderlichen Verglasung und
mit Malereien, so z. 33- von der HandelSgesetzgebungs-Kommision,
die sich damit ein bleibendes Gedächtnis; ihrer Anwesenheit in
Nürnberg gestiftet hat. Besonders ist aber zu erwähnen, daß
Se. Maj. der König von Preußen für die Kunsthalle ein Fen-
ster mit einer zu Berlin auszuführenden Glasmalerei, Darstel-
lung der Grundlegung der Karthanse im I. 1381, bei 40 Fuß
hoch, huldvollst zugesagt hat. Es sind nun noch lt Kreuzgang-
fenster für den mittleren Theil nöthig, wozu sich wohl auch noch
Stifter finden werden, da jedes Fenster ohne Verglasung nur
60 Fl. kostet. Ja, wir dürfen nicht die Hoffnung aufgeben,
daß sich noch ein Mann oder ein Verein finde, der auch die Her-
stellung des letzten Stückes dieses großen Baues übernehme, Noch
ist übrig, die Fronte mit Haupteingang in einer des Eigenthums
der deutschen Nation würdigen Weise auszustatten. Den Wand-
flächen könnte keine schönere Zierde zu Theil werden, als wenn
der Patriotismus deutscher Künstler, durch W. v. Kanlbach's
Bild in der Kunsthalle angefeuert, dieselben mit Darstellungen
der Großthaten des deutschen Volkes schmücken wollte.

Die Kunst- und Alterthumssammlung erhielt einen
Zuwachs von 10,192 Nummern, darunter 8832 Geschenke; sie
besteht somit nun insgesammt aus 93,200 Stück. Hier mögen
nur genannt sein die reiche Schenkung von 4518 meist alter
Portraits und anderer Altcrthnmsgegenstände der Frau Di-.
H. Schröder in Altona, die Prachtwerte der Knnstanstalt Piloth
und Löhle in München von derselben, eine aus mehreren zwan-
zig Stücken bestehende Harnischsammlung der Familie der Frhn.
von Künsberg, der große silberne Reliquienschrein a. d. 15. Jahrh.
zur Aufbewahrung der deutschen Reichsheiligthümer von der
Kirchenverwaltnng zu Nürnberg, mit Eigenthumsvorbehalt eine
von A. Dürer gemalte Prozessionssahne und höchst werthvolle
Skulpturen und Gemälde, Kupferstiche, Gold-, Silber-, und
Specksteinmedaillen, Schneckensacheu n. dgl.

Von den Arbeiten der Künstler des Museums, welche im Jah-
re 1861 vorkamen, erwähnen wir die in romanischem Stil aus-
geführte Einfassung des Kaulbach'schen Wandgemäldes durch In-
spektor, Maler Eberhard, welcher außerdem Entwürfe für die
Glasmalereien neuer Krenzgangfenster und verschiedene auswärtige
Bestellungen ansführte. Die Zeichner waren vorzüglich mit Fort-
setzung des großen Wappenbilderlexikons beschäftigt.

Briefkasten.

Hrn. £ in Bremen. Soll das uns per Kreuzband übersandte
Inserat der „Denkmäler" re. ebenfalls als ein solches für die
Diosknren betrachtet werden? Und von wem ist es als ge-
schäftlich eingesandt zu betrachten? Die Expedition.

An Hrn. Dr. M... in Köln. Damit der Briefkasten wirk-
lich einen praktischen Zweck für unsere Korrespondenz erhält,
dürfte es zweckmäßig sein, Folgendes festznstellen. Bedenken Sie,
daß das, was Sie im Briefkasten lesen, bereits am Donnerstag,
spätestens Freitag früh geschrieben sein muß. Ihre Briefe senden
Sie daher nur ab wie früher; was meine Antwort betrifft, so
finden Sie — wenn ich nicht unmittelbar direkt antworte,
sondern erst bis Dienstag oder später — jedesmal eine Notiz im
Briefkasten. Also entweder Sonnabend einen Brief oder Montag
eine Notiz im Briefkasten. Bis jetzt (Freitag Mittag) nichts er-
halten. Grüßen Sie Freund Mohr und bitten «ie ihn, er möchte

mir die Photographien von seinen neuesten Bildwerken für den Dom
und das Konkurrenzdenkmal schicken. Herzlichen Gruß. Dr.M. Sr.

An den anonpmen Uercljrcr Kanlbach's. Mit Vergnügen
würden wir Ihrem Wunsche Nachkommen — obgleich Ihre Frage
von einer ganz falschen Voraussetzung ansgehd, da die Dios-
kuren sich nie mit „speichclleckerischen Lobhudeleien", auch Kaul-
bach gegenüber, befaßt haben — wenn es nicht allzuwunderlich
wäre, daß Sie von der Redaction eines Journals den Namen
eines Berichterstatters wissen möchten, ohne einmal den Muth
zu haben, Ihren eigenen zu nennen. D. R.

Hrn. ch Korrespondenten in Leipzig. Dank für die Notiz
und die Kreuzbandsendung. Offiziell bis zum L>chluß der Re-
daktion dieser Nummer noch nichts erhalten. Indessen haben wir,
da die Sendung wohl zu erwarten steht, die betreffende Anzeige
aus andern Zeitungen übernommen. D. R.

Konkurrenz zur Ausführung von Wandgemälden im
Städtischen Museum zu Leipzig.

Bei der nach den statutarischen Bestimmungen des Leipziger Kunstvercins
erfolgten Bcurtheilung, der aus unfern Aufruf vom 1. August v. I. eingegan-
gcnen und den Bedingungen des Programms entsprechenden K'onkurrenzentwürfen
ist dem Entwurf mit dem Motto „Hier hilft nun weiter kein Bemühn, sind's
Rosen, nun sie werden blüh»" der Erste Preis von 300Thlr., dem Ent-
wurf mit dem Motto: „Ich singe wie der Vogel singt" der zweite Preis
von 150 Thtr. zuerkannt worden. Als Urheber ergaben sich für ersteren:
Herr Theodor Große ans Dresden, d. Z. in Rom, für letzteren: Herr
H. Gärtner aus Meißen, d. Z. in Rom.

lieber die Ausführung eines Entwurfes ist ein Beschluß noch nicht erfolgt.
Die Entwürfe sind bis einschließlich zum 4. Mai d. I. im Städtischen Museum
ausgestellt und werden die Herren Einsender ersucht, dieselben nach dieser Zeit
zurückzunehmen. Leipzig, den 19. April 1862. sii9]

Das Direktorium des Leipziger Kunstvereins.

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T. Gudin in Paris: „Fischer überrascht
durch die steigende Fluth an der Küste
von Schottland “

derselbe: „Stürmisches Wetter an der
Küste von England.“

Trenn: „Waldlandschaft.“ [108]
Sukkert: „Winterlandschaft.“

Verein der Kunstfreunde im freust.

Staate.

Die geehrten Künstler, welche Bilder
oder sonstige Kunstwerke im Lokale des Ver-
eins ausgestellt haben, werden hierdurch auf-
gefordert, dieselben bis zum 7. Mai d. I.,
an welchem Tage die Ausstellung der zu
vcrloosenden Kunstgegenstäiide beginnt, ab-
holcn zu lassen. [117]

Der Vorstand des Vereins

Schweder.

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[105] Commission & Exportation.

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