Die Dioskuren: deutsche Kunstzeitung ; Hauptorgan d. dt. Kunstvereine — 7.1862

Page: 205
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Brutsche Kunst-Zeitung.

HaMtsrgM der DMschen KmstVereine.


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Dr. Max Schasler,

1862. <


0 Herausgeber des „Deutschen Kunst-Kalenders" in Berlin. -o


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Da» Kedaetionsbureau (Wilhelmsstr. 25, Ecke der Puttkammerstr.) ist täglich von 8—10 Uhr Morgens geöffnet.

Inhalt:

AblMldcludcr Artikel: Studien deutscher Künstler der Gegen-
wart; XXV. Johann Adam Klein, von Regnet. (Schluß.)

Korrespondenzen: ^Hamburg, Ende Juni. (Kunstausstell.IX.)
— f M ii li chen. Mitte Juni. (Kunstverein). — *** Königs-
berg, 30. Juni. — Düsseldorf, L5. Juni. (Malkasten.)
— X. Kassel, 30. Juni. — 6 Breslau, (Konkurrenz
für den Ban des Leobschützer Rathhauses.) — £1 Prag,

Ende Juni. (Kunstausstellung der Gesellschaft patriotischer
Kunstfreunde.)

Kunstchronik: Verschiedene Lokalnachrichten ans Berlin, Königs-
berg, Hannover, München, London.

Klinstinstitiitc und Kunstocrcinc: Der Handelsvertrag mit Frank-
reich und die deutsche Kunst. — Wissenschaftlicher Kunst-
verein in Berlin. — Briefkasten.

Studien ;ur Charakteristik deutscher Künstter der Gegenwart.
XXV. Johann Adam Klein. (Schluß.)

Von C- A- Regnet.

Sein Vorhaben, Italien zu sehen, sollte endlich auch zur
Ausführung kommen. Ehe er die Reise dahin antrat, ging er
noch einmal nach Nürnberg zurück und machte sich endlich
im August des Jahres 1819 aus den Weg nach dem Lande
langjähriger Sehnsucht. Er wählte die Route durch die
ihm noch nnbekannte Schweiz, sah Zürich, Schafshansen,
Bern, Lausanne und Genf und stieg darauf in die lom-
bardische Ebene hinab, indem er Mailand, Bologna und
Florenz berührte. Bon Rom aus, woselbst er am längsten
verweilte, ging er weiter nach Süden und lebte in Neapel,
das ihn drei Monate festhielt, mit Vogel von Vogcl-
stein, den Bildhauern Schadow, Haller und Slie-
ge lmai er glückliche Tage.

Sein Aufenthalt in Rom dauerte ein und ein halbes
Jahr. Der Lichtseite, welche ein inniges Zusammenleben
mit den Freunden Erhard, Rein hold und Koch bot.

fehlte die Schattenseite nicht lange. Eine Gemüthskrank-
hcit, welche Erhard befallen hatte und allen Bemühun-
gen der Aerzte wie der Freunde spottete, brachte manchen
schrillen Mistklang in die Harmonie des Lebens der Kunst-
gcnossen. In Rom hatte Klein das Glück, dem dama-
ligen Kronprinzen Ludwig von Bayern vorgestellt
zu werden, der ihn mit besonderer Huld anfnahm.

Nach einem Aufenthalt von zwei und einem halben
Jahre in Italien, wo er nur wenig radirt, aber desto
mehr gezeichnet und gemalt hatte, kehrte er zu Ende des
Jahres 1821 über Venedig und durch Tyrol nach Nürn-
berg zurück, um dort seinen bleibenden Wohnsitz anfzn-
schlagen. Des langen Wanverns müde, gründete er sich
seinen eigenen Herd und führte zwei Jahre später in
Karoline Wüst, der Tochter eines gräflich Castelli'schen
Bediensteten von Castell in Franken, seine erste Ehefrau
heim, mit welcher er vierzehn Jahre lang i» der glück-
lichsten Ehe lebte. Als sie ihm im Jahre 1837 durch den
Tod entrissen ward, verliest er das Sterbehans und die
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