Die Dioskuren: deutsche Kunstzeitung ; Hauptorgan d. dt. Kunstvereine — 7.1862

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Nkransgegeben und redigirt

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Br. Max Schasler,

Herausgeber des „Deutschen Kunst-Kalenders" in Berlin.

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Abhandclndcr Artikel: Beiträge zur älteren Kunstgeschichte Ber-
lins von M. Sr., 3. Die Klosterkirche. (Schluß.)
Korrespondenzen: f München, im Januar. (Künstlerball.)
— L München, Mitte Januar. (Ausstellung des Kunst-
vereins. Schluß) — g> Weimar, den 29. Januar.
Klllistchronik: Verschiedene Lokaluachrichtcn aus Berlin, Köln,

alt;

München, Paris, Brüssel, London, Rom.

Kunst-Kritik: 1. Perm. Gemäldeausstellung von Sachse (Schluß).
— 2. Die Ausstellung des Kunstvereins. — 3. Atelier des
Historienmalers Prof. Schubert.

KilNstinstitlltc und Kunstocreinc: Archäologische Gesellschaft in
Berlin (Schluß). — Briefkasten.

Beiträge zur älteren Kunstgeschichte Aertin's. (Fortsetzung.)
Von M. Sr.

3. Aje Klosterkirche- (Schluß.)

Leonhard Thurneysser zum Thurn, wie er
sich selbst schreibt, ist im Jahre 1530 zu Basel geboren,
das er einer im 17. Jahre übereilt geschlossenen Ehe hal-
ber verließ, um aus Reisen zu gehen. 1548 finden wir
ihn in England, 1549 in Frankreich, dann kam er nach
Deutschland und nahm 1552 im Heere des Markgrafen
Albrecht Alcibiadcs Dienst. Als er in Gefangenschaft
gerieth, verließ er im folgenden Jahre den Kriegsdienst
und widmete sich nur den Wissenschaften und, wie selbst die
damaligen Gelehrten behaupteten, der Zauberei. In den
nächsten Jahren finden wie ihn in Straßburg, in Tyrol,
in Schottland, in Spanien, ja in Afrika, wo er längere Zeit
verweilte und die Merkwürdigkeiten von Aegypten und
Acthiopieu studirte. Von da ging er nach Asien, wo er
besonders Arabien, Syrien, Palestina und die griechischen
Geistlichen ans dem Berge Athos und dem Sinai besuchte.
Die Rückreise nahm er über Griechenland und Ungarn.
Er war schon vor seiner großen Reise in die Dienste des

Erzherzogs Ferdinand, Sohn des Kaisers Ferdinand, ge-
treten und dieser beschäftigte ihn nun in den ungarischen
Bergwerken, wo seine mineralogischen Kenntnisse von gro-
ßem Nutzen waren. 1569 verließ er den Erzherzog und
begab sich nach Münster, um dort seine Werke mit Kup-
fern und Holzschnitten herauszngeben, und später zu den-
selben Zwecken nach Frankfurt a. £)., wo er in der be-
rühmten Eichhorn'scheu Druckerei im Jahre 1570 sein
großes Werk Pison, „über die Gewässer", drucken ließ.
Hier traf ihn im Anfang des Jahres 1571 der Kurfürst
Johann Georg, welcher zur Huldigung nach Frankfurt
gekommen war, und ihn wegen eines Kraukheitanfalls sei-
ner Gemahlin zu sich berief. Er hatte das Glück, die
Kurfürstin zu heilen und so ernannte ihn der Kürfürst
mit einem Jahresgehalt von 1352 Thlr. zu seinem Leib-
arzt, in welcher Eigenschaft er ihm überallhin folgen mußte.
Nach Berlin zurückgekehrt, überließ er ihm einen Theil
des grauen Klosters als Laboratorium und Werkstätte, wo
er sich dann bald durch seine merkwürdigen Sammlungen
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