Die Dioskuren: deutsche Kunstzeitung ; Hauptorgan d. dt. Kunstvereine — 7.1862

Page: 365
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Deutsche Kunst-Zeitung.

1 Siebenter Jahrgang.

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Heransgegeben und redigirt (

von -

2:r. Novembers

<; M 47. <

0

Dr. Max Schasler,

Herausgeber des „Deutschen Kunst-Kalenders" in Berlin. <

1862«

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Abhandclndcr Artikel: Raphael s „Schule von Athen".
Korrespondenzen: G Wien, den 18. November. (Oesterreich,
scher Kunstverein.) . ^ .

Kunstchronik: Verschiedene Lokalnachrichten aus Berlin, Köln,

Mannheim, München, Wien.

Kunstlitcratur u.Album. 3- Bollwerder, Perspektive. (Schl.)

alt:

II. Album: W. Zahn, Die schönsten Ornamente u. s. f.
(Schluß.)

Klinstinstitlite und Kunstvcrciiic: Archäologische Gesellschaft. —
Ausstellung von kirchlichen Kunst- und Gcwerbserzengnissen.
— Westlicher CyAns.

Schwarzes Brett.

Rasthael's „Schule von Athen".

Eteniin omnes artes, quae ad hu-
mauitatem pertinent, habent quod-
dam commune vinculum et quasi
cognatioue quadara inter se con-
tinentur. Cicero.

en zahlreichen kunstkritischen Betrach-
tungen über das obengenannte Mei-
sterwerk Raphaels eine neue hinzu-
fügen, möchte gewagt erscheinen, wenn
wir uns nicht bewußt wären, daß
dieselbe von einem neuen Gesichts-
punkt, nämlich von dem einer Un-
tersuchung über den in jenem
W e r k e z u r D a r st e l l u n g g e b r a ch -
ten historischen Stoff angestellt
wird, oder mit anderen Worten über
die Bedeutung der auf dem Gemälde
in planmäßiger Ordnung dargestclltcn,
der Geschichte der Philosophie angehörenden Personen.
Bekanntlich geschah es in den Jahren 1508—1511, daß

Raphael auf Befehl des Papstes Julius II. in einem
und demselben Zimmer des Vatikans in Rom vier Wand-
gemälde ausfnhrtc, welche die „Theologie," „Poesie," „Philo-
sophie" und „Gerechtigkeit" darstellen. DaS erste Gemälde
ist betitelt: „La disputa (del s. saeramento),“ das zweite:
„Der Parnaß," das dritte die obengenannte „Schule von
Athen", mit der wir uns jetzt näher beschäftigen wollen.
Leider ist das in Rom noch vorhandene Original stark
beschädigt, überdies uns nicht die Gelegenheit geboten, es
selbst in Augenschein zu nehmen; wir sind daher auf die
Benutzung von Kopien angewiesen, wie sic uns in ver-
schiedenen Kupferstichen, Gemälden und Lithographien d'ar-
gcbotcn werden. Dahin gehört der Kupferstich deö Gcor-
gio Mantuano v. I. 1550; ferner ein Ausstich dieses
Kupferstiches von PH. Thoinassino v. I. 1617, wovon
Gio. Jacomo de Rossi 1618 zu Rom einen neuen
Abdruck entnommen hat. Dieses sauber ausgeführte Pro-
dukt stimmt bis auf wenige, aber wohl zu beachtende Ab-
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