Die Dioskuren: deutsche Kunstzeitung ; Hauptorgan d. dt. Kunstvereine — 7.1862

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Deutsche Kunst-Zeitung.

Hrransgegebrn und redigirt
von

Dr. Max Schasler,

Herausgeber des „Deutschen Kunst-Kalenders" in Berlin.

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Inhalt:

AbHandclndcr Slrtifcl: Beiträge zur älteren Kunstgeschichte Ber- || Kunstchronik) Verschiedene Lokaluachrichteu aus Berlin, Dresden,
lins von M. Sr., 3. Die Klosterkirche. (Fortsetzung.) ! Freidcrg, Köln, Wien, Prag, Rcgcnsbnrg, Wllrzburg, Nassau,
Korrcspoudcnzcn) Hi Düsseldorf, Anfang Januar. (Perm. Speier, St. Germaine-en-Laye, London.

AuSstell.) — Düsseldorf, Ans. Jan. (Kunstzustände.) ( Kunstinstitutc und .Mlinftücreine: Zur Reform der östcrrei-
— G Wien, 8. Jan. (Ausstell, des österr. Kunstvereins.) ' chischen Knnstzuständc. (Fortsetzung.)

Wciträge zur äfferen Kunstgeschichte Werlin's. (Fortsetzung.)

Bon M. Sr.

3. Die Klosterkirche. (Fortsetzung.)

Außer diesen Werken sind noch mehrere an beiden Waud-
|eiten des Chorschiffs über den Mönchssitzcn angebrachte
kleine Heiligenfiguren zu erwähnen, welche auf Kon-
solen ruhen und mit einem Baldachin bedeckt sind; sowie end-
lich ein gekreuzigter Christus mit zwei ihm zur Seite
stehenden Figuren, auf dem Querbalken zwischen dem Haupt-
schiff und dem Chorschiff. Obgleich eigentlich nicht zu
den Bildhaucrarbeitcu gehörig und nur als alterthümliche
Merkwürdigkeit nennen wir hier schließlich eine kleine
Bundeslade, welche 1 Fuß lang und 1- Fuß breit ist,
mit den dazu gehörigen 54 Fuß langen und 34 Fuß brei-
ten Bnndeskasten, welcher ehemals in- und auswendig
mit Goldplattcu belegt und bemalt mar. Sic dienten
wahrscheinlich zur Aufbewahrung wichtiger Dokumente und
stehen jetzt an der westlichen Wand, links vom Portal und
der Vorhalle.

Das Aeußerc der Kirche ist, soweit cs alt ist, ziemlich
einfach, das Hauptportal besteht aus einem schönen Spitz-

bogen mit rundem und etwas abgckautetem Stabwcrk. Der
Giebel ist mit mannigfachen Absetzungen durch kantig aufge-
setzte oder hervorragende Ziegel in verschiedenen Kreuzungen
geschmückt. Die Seiten sind durch Strebepfeiler gestützt,
welche wie der ganze Ban aus großen und sehr festen Mauer-
ziegeln aufgeführt sind, und zwischen denen sich die hohen und
schlanken Fenster mit abgerundeten Pfosten erheben, deren
obere Spitzbogcuwölbuugcn besonders im hohen Chor mit
Kleeblättern und andern architektonischen Ornamentformen
abschließen. Im Ganzen zeigt die Architektur der Kirche,
zwar mit manchen Ankläugen an den früheren roniantischen
Stil, eine Strenge, welche die besten Zeiten der mittel-
alterlichen Baukunst in Norddeutschland erkennen läßt;
d. h. die Zeit kurz nach Aufnahme des gothischen Bau-
systems.

Durch die letzte Restauration hat die damals fast in
Trümmer zerfallene Kirche im Innern wie im Aeußern
ein frisches, fast jugendliches Ansehen erhalten. Die Ar-
beiten wurden in de» Jahren 1842 bis 1845 unter an-
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