Die Dioskuren: deutsche Kunstzeitung ; Hauptorgan d. dt. Kunstvereine — 7.1862

Page: 221
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Dkiitschk Kunst-Zeitung.

HMPiorgan der Deutschen


-

•Rrronsjjtjjthtn und rrlngirt ,


Siebenter Jahrgang.


von

20. Juli

!’ M 29. <


!>>-. Max Schasler,

' 1862. J


Herausgeber des „Deutschen Kunst-Kalenders" in Berlin.

Abonnrmcntsbebingungen.

„Die DioSIuren" erscheinen wöchentlich (Sonntags) in t—i; Bogen 4to ! I. Für Deutschland sämmtliche Posta,fallen, Luch- „ad Annsthandlungw

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Das Reöaetionshnreau (V^/ilh6lM88tn. 25, Ecke der Puttkammerstr.) ist täglich von 8—10 Uhr Morgens geöffnet.

3 n 0 alt:

Korrespondenzen: 9 Köln, Mitte Juli. (Das Museum und ,
dessen Verwaltung; die Konkurrenzskizzen zum Friedrich-Wil-
Helmsdenkmal.) — sZ Düsseldorf, Mitte Juli. (Perm, b
Ausstell.: Kunstvereinsausstellung.) — S Weimar, Mitte
Juli. (Perm. Ausstcll. Photographisches.) — /X London,
Mitte Juli. (Kunstausstellung V.) i

Kunstchronik: Verschiedene Lokalnachrichtcn aus Berlin, Köln,

Nürnberg, Salzburg, Bregenz, Zürich, Wien, Prag, Dresden.
Brüssel, London, Athen.

Kunstiitdustrie und Technik: Die Photographie auf der Aus-
stellung zu London.

Kunstliteratur und Album: H. Mithosf, Archiv für Nieder-
sachscns Kunstgeschichte. II. Album: I. Albert, Original-
Photographien. — Briefkasten.

Korrespondenzen.

9 Köln, Mitte Juli. (Das Museum und dessen
Verwaltung; die Konkurrenz-Skizzen zum Fried-
rich-Wilh clmsdcnkmal.) Welchen Eindruck das nun
außer in einigen ornamentalen Punkten als fertig zu be-
trachtende Gebäude des Museums auf denjenigen macht,
der es zuni ersten Mal, also mit frischen Augen und un-
befangenem Blick, sieht, ist für unser Einen, der es hat
werden sehen, schwer zu sagen; indessen scheint sich doch
aus den verschiedenen Meinungen Sachverständiger das
Durchschnittsurtheil zu ergeben, daß das Gebäude — so
vortrefflich seine innere lokale Einrichtung namentlich in
Betreff der Beleuchtung ist — doch im Aeußcrn, vom rein
architektonischen Gesichtspunkt betrachtet, einen etwas mas-
sigen, schwerfälligen Charakter zeigt, der durch seine Lage
i» Köln, der Stadt der eleganten und reinen Gothik, dop-
pelt in's Gewicht falle. Man ist der Ansicht, daß für die
enormen Summen, welche zu diesem Zweck verausgabt wur-
den, etwas mehr zu Gunsten eines gefälligeren und vor
allen Dingen stilvolleren Aeußeren hätte gethan werden kön-
nen. Wie dem auch sei, freuen wir uns immerhin, daß
wir das Museum besitzen, d. h., einen Centralpunkt des
Studiums für die Künstler und die, welche es werden

wollen, sowie eine Bildungsanstalt für den Geschmack des
Publikums. Die Verwaltung des Museums freilich scheint
dieses Princip nicht gerade als maaßgebend betrachten zu
wollen, denn es hat — in entschiedenem Widerspruch mit
dem Testament des verewigten Wallras, der ausdrücklich
jenen Zweck in den Vordergrund stellte — die Einrichtung
getroffen, von allen Besuchern des Museums, die Künst-
ler nicht ausgenommen, einen Tribut zu erheben, mit an-
dern Worten: die Bestrebungen zur Hebung der Kölner-
Kunst zu besteuern. Während z. B. bei Ihnen in Berlin
alle — öffentlichen wie privaten — Sammlungen unentgeltlich
besucht werden können und den Galcriediencrn sogar unter-
sagt ist, für Aufbewahrung von Gardcrobestücken etwas
anzunehmen, muß hier Jeder — mit alleiniger Ausnahme
der Mittagsstunden am Sonntage, wo dann natürlich
eine solche Ueberfüllung herrscht, daß von einer ruhigen
Betrachtung, geschweige von einem Studium der Kunst-
werke nicht die Rede ist — bezahlen. Ja, es ist kürzlich
einem angesehenen Künstler, von welchem im Museum sel-
ber Kunstwerke ausgestellt waren, und der ohnehin zur
Prüfungskommission gehört, passirt, daß ihm der freie
Eintritt verweigert wurde. Wie ich höre, hat derselbe im
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