Die Dioskuren: deutsche Kunstzeitung ; Hauptorgan d. dt. Kunstvereine — 7.1862

Page: 237
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»Siebenter Jlihrstaiist.

Neranxgkstkbrn und rtMgirt (

J5. August

1 von

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Dr. Max Schasler,

1 1862. }

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3> Herausgeber des „Deutschen Kunst-Kalenders" in Berlin.

Abonncmnitsbcdiiignngen.

„Die Dioskuren" erscheinen wöchentlich (Sonntags) in r—rz Bogen 4to I. Für Deutschland sänimtliche postoustaiikn, Buch- und Nnullhandlnugkn

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Außer der „Lrpeditlon der OiosKuren" an: ^ neiceslor-sg.

Vas Redactionsbureau ist nach der Victoriastrasse Nro. 29 a verlegt worden.

Inhalt:

Korrespondenzen: Hd Düsseldorf, 23. Juli. (Ausstellung d. ; Kunstchronik: Verschiedene Lokaliiachrichten ans Berlin, München
rheinisch wcstphalischen Kunstvereius. Forts.) — ? Köln, j Salzburg, Wien, Venedig, London,
l. August. (Die Konkurrenzmodelle zum Konigsdenkmal.

Forts.) — L München, 20. Juli. (Kunstvercin.) — du Mos- .lliinstiiistitntc und KuiistUercinc: Kunstoerein in Kurhessen. —
kau, Ans. Juli. (Das Denkmal des tausendjährigen Reichs.) ^ Piloty u. Löhle in München gegen Payne in Leipzig. —

Korrespondenzen.

□ Düsseldorf, 28. Juli. (Anssteltung des rheiu.
westphälischen K u n st verein s. Forts.) _ Es sind auch
mehrere Bilder a»S dem Gebiete der religiösen Malerei
da, d. l>. solche, die Christus oder Maria oder Heilige darstel-
len. Hierauf gestatten Sie mir, nicht näher einzugehen.
Wenn ich diese Gestalten ohne Blut und Leben mit den obli-
gaten blauen und rothen Gewändern, diese Köpfe mit dem
süßlich wässerige», weder irdischen noch himmlischen Aus-
druck ansehe, muß ich an „Ainaranth" denken und fühle
mich krank. —

Auf dem Gebiete des Genre sind von dem am meisten
bekannten und berühmten Namen nur sehr wenige vertreten,
doch fehlt cs gleichwohl nicht an sehr guten Bildern. Da-
runter eines der besten ist Nordcnbcrgs „Trauung"
(schwedisches Motiv), ein größeres fignrcnreiches Bild,
das sich durch die ausdrucksvollen Köpfe und die gute
Charakteristik der ganzen Handlung ebenso sehr wie durch
schöne Wirkung und geschickte Pinselführung vorthcilhaft
auszcichnet. ■— Ein Bild voll Frische und Leben ist „die
Acpselcrndte" von F. Kels. Es ist eine wahre Freude,
diese gesunden, lustigen Gesichter zu sehen, und wenn die
Farbe auch zuweilen etwas Gläsernes hat, so bleibt doch

der Eindruck des ganzen BildeS ein sehr ansprechender
Dagegen haben die Bilder von Ewers, obgleich manche
seiner Figuren wahr und gut anfgefaßt sind, eine meist
todte und schwere Farbe. — Ein Bild von C. Hoff
„Junge Leiden" ist trotz einiger Unvollkommenheiten z. B.
in den Händen, als eines der bcstgcmaltcn auf der Aus-
stellung zu nennen. — Hcrtcl'S „Tanzstunde" ist gleich-
falls als ein hübsches, mit Sorgfalt und Geschick ausge-
führtes Bild anzuführen. — Gcsclschap hat mehrere Bil-
der ausgestellt: außerordentlich glatt gemalt, meisteine Anzahl
von Kinderköpfe» zeigend, die das große Publikum allerliebst
findet, die aber in Kleidung und Ansdruck lange nicht ori-
ginell genug sind. Das Beste ist sein „glücklicher Lebens-
abend"; die beiden Alten sind Figuren von viel Ausdruck
und Humor und williger manierirt gemalt. — Wicschc-
brink's „Briefbestellerin" hat bei manchem Schönen doch
gleichfalls zuvielvon diesen glatten, konventionell schönen Far-
ben. So geleckt und geputzt sieht die Natur nie auö, und
malerisch ist daS vollends nicht. Damit ist noch lange nicht
gesagt, daß der Schmutz malerisch sei. — Den entschiedensten
Gegensatz hierzu bilden Schlachtcnbildcr von Northen
und Fickentscher. Es ist selbstredend, daß eine derbere
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