Die Dioskuren: deutsche Kunstzeitung ; Hauptorgan d. dt. Kunstvereine — 7.1862

Page: 333
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Reransgegebkn und redigirt ^

~o

Siebenter Juhrgung.

' von

26. Oktober J

/ M 43. <

Dr. Mar Schasler,

1862. {


Herausgeber des „Deutschen Kunst-Kalenders" in Berlin. <


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Inb

Adhandclndcr Artikel . Etwas über den Unterschied der histo-
rischen und religiösen Malerei von M. sr.

Korrespondenzen: □ Düsseldorf, den 20. Oktober. (Per,na- j
„rate Kunstausstellung.) — t London, 27. October. (Die
internationale Knnstausstcllnng. IX. Die Engländer.) —

Knnstchronik Verschiedene Lokalnachrichten ans Berlin.

alt:

Kunst-Kritik: Akademische Kllnstansstellung. II. Malerei. (Forts.)

Perinancnte Gemäldc-Ansstellnng von Sachse.

Knnstinstitlltc und Kunstvrreinc: Die Kunstvereine. West-
licher Äilnstvereinscyklns. Oestlicher Kunstvereinscyklus.

Bricfkastcn.

Schwarzes Brett.

Etwas über Len Unterschied der historischen und religiösen Malerei

von M. Sr.

n keinem Gebiet der Kunst herrscht so-
viel Unsicherheit und Unklarheit über
die Bedingungen des Stils und der
technischen Behandlung, wie in dem der
Historienmalerei, namentlich wenn es
^ sich um ihre Stellung zur religiösen
j-S) Malerei handelt. Ja, die Unterschiede
beider Kunstarten werden nicht selten
gradezu ignorirt. Da wir in unfern
Berichten über die akademische Kunst-
<jO ausstellung grade bis zur religiösen
Malerei gelangt sind, so scheint es nicht
ungeeignet, hierüber einige Worte zu sage».

Wenn die religiöse Malerei im Hinblick auf die alte»
Meister gewöhnlich zur Historienmalerei gerechnet wird,
so sind die Gründe dazu zunächst mehr technischer als

ideeller Natur. Wenn man naturgemäß das Süjet nach
Inhalt und Bedeutung als Maaßstab der Klassificirung
betrachtet, da von diesem erst die Art der technischen Be-
handlung abhängt und dadurch bedingt wird, so unterliegt
es keinem Zweifel, daß die religiöse Malerei ihren Mo-
tiven nach ebensowohl zum Genre, wie zur Historie, zur
symbolischen Malerei nicht weniger wie zur mythologischen
gehören dürfte. Strenger gefaßt ist die religiöse Malerei,
mit Ausschluß des Historische», Genremäßigen und Mytho-
logischen, ihrem Begriff nach auf das D o g m a schlechthin zu
beschränken; somit nimmt sic gegenüber der Historienmalerei
und dem Genre eine besondere Stellung ein und erfordert
demgemäß auch eine besondere, ihr eigenthümliche Behand-
lung. Diesen engeren Begriff der religiösen Malerei legen
wir unseren Berichten zu Grunde, weshalb wir auch Bil-
der wie Anna Schl eh's „Judith" und andere zum histo-
rischen Genre gerechnet haben, obgleich sie biblische Motive
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