Die Dioskuren: deutsche Kunstzeitung ; Hauptorgan d. dt. Kunstvereine — 7.1862

Page: 285
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Deutsche Kunst-Zeitung.

HANpiorgÄN der Deutschen Kunstvepeine.

1 Siebenter Jahrgang.

{ M 37.

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Mraiirgegelien und redigirt <

von

l 'i. September!

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l)r. Max Schaster,

Herausgeber des „Deutschen Kunst-Kalenders" in Berlin. <

1862. (

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! | Leicester-sq.

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Inhalt:

Koricspondcnzcn: □ Salzburg, an, 7. Sept. (Der Kongreß ^ 27. Aua. (Die internationale Kunstausstell. V. Die Belgier.)

der deutschen Kunstgenossenschast.)— 9 Köln, im Septemb. ' —d München, Ans. September. (Knustverein. Schl.) —

(Die Konkurrenzmodelle für das Königsdenkmal. Schluß.)— Kunftchronik: Verschiedene Lokalnachrichtcn aus Berlin, Bres-
d- Weimar, Ansang «eptemb. (Monumentalmalereienvon 1 lau, Braunau, Hannover.

Wislicenus.) — * Bremen, am 9. Sept- (Die Versamm Kunst-Kritik: Akademische Kunstausstellung. I. Einleitung,
lung der deutschen Architekten-Vereine.) — | London, den i Berichtigung.

Korrespondenzen.

□ Salzburg, am 7. September. (Der Kongreß
der deutschen Kunstgenossenschaft.) Wie soll ich
Ihnen in aller Eile nur einen klaren Ileberbltck von den
Festlichkeiten hier geben? Ich stehe selbst noch zu sehr in-
mitten des lustigen Treibens, um mit der nöthigcn Samm-
lung darauf zurückschauen zu können. Darum nur eine
kurze Uebersicht für heute. Zugleich sende ich Ihnen die
betreffenden Prospekte und sonstigen Drucksachen, aus denen
Sie den Inhalt der^ Verhandlungen entnehmen können.
Nach der heiteren Seite hin hat die Versammlung der
Künstler in Salzburg einen überaus günstigen Verlauf ge-
nommen, und ich bin überzeugt, daß jeder Theilnehmer
mit freudigen Erinnerungen in seine Heimath zurückreisen
wird. Die Tage in Salzburg waren Volksfeste im wahren
Sinne des Wortes. Der eigentliche Kern der Sache da-
gegen, die Verhandlungen in der Aula, möchten sich eines
gleichen Erfolges nicht rühmen können — man müßte denn
das Resultat, daß alle Vorschläge seitens des Coniitö's
oder Präsidiums ohne lange Debatten angenommen wur-
den, als ein günstiges betrachten. Ueberhaupt war die
Theilnahme an den Debatten eine überaus matte, der
B.ortrag der von dem Comitö gemachten Vorschläge und

Referate litt an großer Unklarheit, je einzelne Anträge
mußten ans ihrer Dunkelheit fast gewaltsamer Weise ge-
rissen werden. — Nach dieser kurzen Schilderung des all-
gemeinen Eindrucks, den die diesmalige Versammlung der
deutschen Kunstgenossenschast auf mich wie auf viele meiner
Kollegen gemacht hat, will ich deist Versuch wagen, die
hauptsächlichsten Momente des Festes und der Verhand-
lungen der Reihenfolge nach aufznzählen. Am 3. Sep-
tember Nachmittags 5 Uhr langten die Dampfer von Wien
und München gleichzeitig an, die Gäste wurden vom Co-
mitö und den Spitzen der Stabt empfangen, während ein
Musikcorps die heitersten Weisen aufspielte. Dankbar wurde
es anerkannt, daß mit Hülfe der Turner in sehr praktischer
Weise den Ankommenden alle Mühen und Sorgen um
Reisegepäck ans den Händen genommen und Alles besorgt
wurde, so daß unter Vortritt einiger Musikcorps der geordnete
Einzug in die überaus festlich geschmückte Stadt sofort
beginnen konnte. Eine allgemeine Begeisterung beseelte
die ganze Stadt. Blumensträuße regneten aus allen Fen-
stern von den Händen schöner Salzburgerinnen auf die
Einziehendcn herab. Abends war die erste Versammlung
in der Winterreitschulc.
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