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Bleichhütte hat. In solchen Hütten war der
Posten untergebracht, der die zum Bleichen
ausgelegte Wäsche zu beaufsichtigen
hatte. Ein gutes Beispiel für eine mit Neben-
gebäuden erhaltene Hofanlage mit dem do-
minierenden Vierständerhaus ist der Voges-
hof, ein ehemaliger Vollmeierhof in der ZUN-
GENSTRASSE 8. Bei dem Haupthaus han-
delt es sich um ein im Jahre 1854 in Vier-
ständerbauweise errichtetes Niederdeut-
sches Hallenhaus mit einer späteren Erwei-
terung in Fachwerk an der linken Traufseite.
Die im Jahre 1827 erstellte Längsdurch-
fahrtsscheune in Fachwerk, deren Gefache
z.T. mit Ziegeln, z.T. mit Lehmziegeln ge-
schlossen sind, grenzt mit einer Ziegelmau-
er den Wirtschaftshof zum Straßenraum ab.
Die steilen, in regelmäßigem Fachwerk ge-
gliederten Giebel der Gebäude und die hof-
begrenzende Ziegelmauer ergeben unter
dem weitausladenden Astwerk des alten
Baumbestandes ein harmonisches Bild. Die
Hofanlage LANGEFELDSTRASSE 7 ist ein
ehemaliger Halbmeier. Das Haupthaus aus
dem Jahre 1820, ebenfalls ein Hallenhaus
in Vierständerbauweise, weist als Beson-
derheit zusätzlich zu dem Dielentor am Wirt-

schaftsgiebel im hinteren Wohnteil eine
jetzt geschlossene Quereinfahrt auf. Als
weiterer Vierständer ist das Haupthaus der
gegenüberliegenden Hofanlage in der KAN-
TORSTRASSE 1 mit dem zweifach vorkra-
genden Wirtschaftsgiebel zu erwähnen. Ne-
ben den Bauten in Vierständerbauweise fin-
den wir in Stemmen einige Gebäude, die als
zweistöckige Wandständerbauten errichtet
worden sind. So das ehemalige Pfarrhaus
gegenüber der Kirche in der KANTOR-
STRASSE 11, das 1780 von F.L. Haller
erbaut wurde. Der Einfluß der Adelsbauten
und der städtischen Architektur sind hier
erkennbar. Symmetrie und Axialität bestim-
men die Fassadengliederung des zum
Kirchplatz hin orientierten Hauses.
Westlich des Kirchplatzes liegt die ehemali-
ge Schule in der KANTORSTRASSE 5, ein
großer zweistöckiger Wandständerbau aus
dem Jahre 1842, der in dem um ein Fach
verbreiterten Wohnteil eine Querdiele auf-
weist. Heute ist die Schule als Wohnhaus
und Gemeindeverwaltung genutzt.
Besonders hervorzuheben ist der Dreistän-
derbau in der ZUNGENSTRASSE 1. Es ist

Stemmen, Kantorstraße 12, Kapelle, 1497


Stemmen, Am Rittergut 1,
Rittergut


Stemmen, Zungenstraße 8, Hofanlage,
Wohn-Wirtschaftsgebäude, 1854


ein ehemaliges Landarbeiterwohnhaus aus
dem Jahre 1821. Seine Südwesttraufe mit
den weiß verputzten Gefachen und die
Dachfläche mit den roten Tonpfannen bil-
den zusammen mit dem Pfarrhaus und der
Kirche eine räumliche Begrenzung des
Kirchplatzes.
Die beiden ehemaligen Vollmeierhöfe in der
LANGEFELDSTRASSE 17 und LANGE-
FELDSTRASSE 24 sind als Gruppen bauli-
cher Anlagen ausgewiesen. Bei der östlich
der Langefeldstraße gelegenen Anlage
wird der Wirtschaftshof dreiseitig umschlos-
sen von dem giebelständig zur Straße ste-
henden Haupthaus und rechts und links von
den Traufen der Wirtschaftsgebäude, die
um 1830 entstanden. Trotz der leichten
Veränderungen der Wandflächen entsteht
durch das Fachwerk als gliederndes und
zugleich optisch verbindendes Element zu-
sammen mit den Kastanien, die die Hofein-
fahrt flankieren, ein harmonisches Bild.
Auch bei der gegenüberliegenden Hofanla-
ge Nr. 17 ergibt sich ein dreiseitig um-
schlossener Wirtschaftshof durch die An-
ordnung der Gebäude. Trotz der unter-

Stemmen, Langefeldstraße 7,
Wohn-Wirtschaftsgebäude, 1820


Stemmen, Kantorstraße 5,
ehern. Schule, 1842


Stemmen, Langefeldstraße 17,
Wohnhaus, 1909


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