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salit wird über eine zweiarmige, vorgelegte
Sandsteintreppe erschlossen. Die Außen-
wände sind mit dunklen Asbestzement-
schindeln behängt. Das Verwalterhaus ist
auf längsrechteckigem Grundriß als einge-
schossiger Wandständerbau unter Man-
sarddach mit roten Hohlpfannen errichtet.
Der mittige, dreiachsige Eingangsbereich
wird durch eine zweigeschossige, in die
Mansarde gezogene, geschlossene Fach-
werkwand betont. Über dem mittigen Portal
hängt das Zifferblatt der Gutsuhr, dessen
intaktes Uhrwerk vorhanden ist. Die Bekrö-
nung des zweigeschossigen Eingangsbe-
reiches wurde sicher verändert. Das Ge-
bäude wurde durch aufwendige Restaurie-
rungsarbeiten in den letzten Jahren vor
dem Verfall gerettet.
Von den landwirtschaftlich genutzten Bau-
ten sind besonders zu erwähnen das Vier-
ständerhaus IM EICKHOF 8 aus dem 18. Jh.,
das z.Z. als Schuppen genutzt wird, und
der in den letzten Jahren restaurierte Vier-
ständerbau IM WEHRFELD 1 aus dem Jah-
re 1779. Die Längsdurchfahrtscheune in
der WINTERSTRASSE 10 stammt aus dem

Jahre 1851. Zu den Bauwerken des Unter-
gutes gehört der umgebaute Vierständer-
bau im MÜHLENWEG 8. Der Fachwerkbau
mit schmalem zweigeschossigen Wohnteil
ist datiert 1831. Das Wohnhaus in der WIN-
TERSTRASSE 19, ein eingeschossiger,
fünfachsiger Ziegelbau unter Satteldach mit
reicher Ziegelornamentik an Giebeln, Trau-
fen und Fensterverdachungen, stammt aus
der Zeit um die Jahrhundertwende.
Ortskarte Seite 108/109
GEHRDEN-LEVESTE

Die Ortschaft Leveste zählt mit zu den älte-
sten Siedlungsplätzen des Landkreises
Hannover, wenn sie auch erst 1225 im
Zusammenhang mit dem dicht vorüberfüh-
renden Helweg erwähnt wurde. Die alten
Rittergeschlechter von Leveste, die Fami-
lien von Loh und von Liveste, gingen schon
frühzeitig unter. Ihnen folgte in der zweiten
Hälfte des 14. Jh. die Familie Knigge, die
bis zum heutigen Tage hier ansässig ist.
Der Ritter Heinrich Kniegen wurde mit dem

Lehen beider Güter durch die Herzöge von
Braunschweig und Lüneburg im Jahre 1394
und den Grafen von Wunstorf im Jahre
1370 versehen. Etwa in der Mitte des
16. Jh. verliehen die Welfen den Herren
Knigge auch die Rechte eines Untergerich-
tes. Das Pfandrecht behielten sie bis um
1850. Da von der Burg Leveste aus die
Kaufleute überfallen wurden, die den nahen
Helweg nach Hannover benutzten, veran-
laßte der Rat der Hannoverschen Neustadt,
daß im Jahre 1425 die mächtige Wasser-
burg abgerissen wurde.
1373 wurde Herzog Magnus Torquatus an
der GEHRDENER STRASSE vor Leveste an
der Straßenkreuzung nach Ditterke ersto-
chen. Der damals zu seinem Gedenken
errichtete einfache Kreuzstein wurde 1864
von König Georg V. von Hannover in das
heute vorhandene Denkmal eingefügt.
Das Wohnhaus der im Westen der Ortschaft
gelegenen Gutsanlage AM GUT 1 wurde
1726 bis 1728 nach Entwürfen des Ober-
landbaumeisters Vogel von der Familie
von Knigge als zweigeschossiger Massiv-
bau auf rechtwinkligem, langgestrecktem

Lenthe, Im Eickhof 6,
Gut, Verwalterhaus, 1774


Lenthe, Winterstraße 10,
Scheune, 1851


Lenthe, Winterstraße 19,
Wohnhaus, Jahrhundertwende


Lenthe, Im Wehrfeld 1, Leveste, Am Gut 1-4, Gut, Herrenhaus, 1726-28,
Wohn-Wirtschaftsgebäude, 1723 Oberlandbaumeister Vogel


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