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LAATZEN-INGELN

Ingeln wird erstmals in einer Urkunde aus
dem'Jahre 1162 erwähnt. Die enge Anbin-
dung an das westlich angrenzende Dorf
Oesselse spiegelt sich in der kirchlichen
Zugehörigkeit Ingelns zu der Pfarrkirche der
Nachbarortschaft wider. Die 1901 abgeris-
sene romanische Kapelle aus Bruchstein-
mauerwerk diente nur zweimal im Jahr be-
sonderen Nachmittagsgottesdiensten zu
Michaelis und Johannis.
Im alten Ortskern bilden die Haupthäuser
und Nebengebäude der Grundstücke
HAUPTSTRASSE 6, 10, 10A, 12, PFINGST-
ANGERWEG 3 und das ehemalige Gast-
haus HAUPTSTRASSE 3 eine Gruppe bauli-
cher Anlagen. Besonders erwähnenswert ist
hier die Hofanlage PFINGSTANGERWEG 3
mit einem Haupthaus in Vierständerbau-
weise aus dem Jahre 1825 und einer
Längsdurchfahrtsscheune, datiert 1795.
Das Grundstück HAUPTSTRASSE 10 ist mit
dem alten Haupthaus, einem Vierständer-
bau aus dem Jahre 1716, dem traufständi-
gen, zweistöckigen Wohnhaus in Fachwerk

und dem kleinen Nebengebäude, ebenfalls
in Fachwerk, sehr eng bebaut. Im Osten
wird die Gruppe durch den hohen Baukör-
per des Vierständerbaues HAUPTSTRASSE
12 unter Halbwalmdach aus dem Jahre
1769 abgeschlossen. Der kleine Bruchstein-
anbau am Wohngiebel, die Backsteinmauer
und die Torpfosten aus Sandstein unterstüt-
zen mit ihrer Kleinteiligkeit die Wirkung der
gesamten baulichen Anlage. Von wesentli-
cher städtebaulicher Bedeutung ist auch
die ehemalige Gaststätte HAUPTSTRASSE
3. Der zweigeschossige Fachwerk-Wand-
ständerbau aus der ersten Hälfte des
19. Jh. bremst mit seiner quer zum Straßen-
raum stehenden Traufe und dem roten Zie-
geldach den von Osten nach Westen stark
abfallenden Straßenverlauf. Bemerkenswert
ist die Giebelabzimmerung des Haupthau-
ses in der HAUPTSTRASSE 16, erbaut
1770. Durch die Addition mehrerer K-Stre-
ben wird eine für diese Gegend unübliche
Fachwerkgliederung erzielt.
Anfang des 20. Jh. schenkte der Ingelner
Bauer August Ebeling der Gemeinde seine
Besitzungen in der SCHULSTRASSE 3 und

der STIFTUNGSSTRASSE 15 B. Er legte
damit den Grundstein für die Ebelingsche-
Krankenhaus-Stiftung. Neben dem schlich-
ten, zweigeschossigen, durch fünf Fenster-
achsen gegliederten Wohnhaus in Back-
steinbauweise aus der Zeit um die Jahrhun-
dertwende ist das langgestreckte, zwei-
stöckig in Fachwerk abgezimmerte Wohn-
wirtschaftsgebäude unter Halbwalmdach
als Querdielenhaus aus dem Jahre 1808
ungewöhnlich. Durch die Umnutzung in den
siebziger Jahren ist die Außenwandgliede-
rung leider etwas verändert worden. Wegen
des intakten Fachwerkgefüges und der rie-
sigen Proportionen ist die Längsdurch-
fahrtsscheune von 1854 in der HAUPT-
STRASSE 28 als Baudenkmal ausgewiesen.
Die ehemalige Molkerei in der MOLKE-
REISTRASSE 2 ist eine der letzten dieses
Nutztypes, die in ihrer Ursprünglichkeit
noch weitgehend erhalten ist. Der schlichte
Ziegelbau stammt aus der Zeit um 1900.
Ortskarte Seite 118/119

Ingeln, Pfingstangerweg 3, Hofanlage Ingeln, Stiftungsstraße 15 B,
ehern. Querdielenhaus, 1808




Ingeln, Hauptstraße 10,
Wohnhaus um 1870

Ingeln, Hauptstraße 28,
Scheune, 1854

Ingeln, Hauptstraße 16, Ingeln, Schulstraße 3,
Wohn-Wirtschaftsgebäude, 1770 Wohnhaus, Jahrhundertwende


Laatzen, Alte Rathausstraße 12, Rathaus, ehern. Herrenhaus,
Mitte 18. Jh.


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