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Neubauplanung weichen mußten, von dem
hannoverschen Architekten Rudolf Schrö-
der erbaut. Bestimmend für die Straßenfas-
sade ist der mächtige Mittelrisalit mit vier
der klassisch-ionischen Säulenordnung ent-
lehnten Pilastern und großem Tympanon in
flächigem, roten Sichtmauerwerk. Das Ver-
waltungsgebäude ist eines der Bauwerke,
bei dessen Gestaltung bewußt auf histori-
sches Formenvokabular zurückgegriffen
wurde.
Die zunehmende Verstädterung um die
Jahrhundertwende dokumentieren die ein-
und zweigeschossigen z.T. mit schmücken-
den Ziegelornamenten, Putz- und Holzele-
menten versehenen Wohnhäuser in der Rat-
haus- und der Eichstraße. Hier ist die Zwi-
schenepoche der baulichen Entwicklung
ablesbar, die das als Bauerndorf angelegte
Laatzen zur eindeutig städtisch bestimmten
Siedlung genommen hat. Zeugen dieser
vorletzten Phase der Verstädterung sind
neben den zahlreichen Bauten entlang der
Hildesheimer Straße die drei- und vierge-
schossigen Mietshäuser in der NEUE
STRASSE 11, 12, 12A, 13 und 14, die als

Gruppe baulicher Anlagen ausgewiesen
sind, und die städtbaulich wirkungsvollen
Eckgebäude in der ALTE RATHAUS-
STRASSE 23, 24 und 25, die ebenfalls aus
dieser Zeit stammen. Auch das dreige-
schossige Wohn- und Geschäftshaus mit
schräg auf die Ecke gestelltem, vierge-
schossigen Turm unter spitzem Turmhelm
in der HILDESHEIMER STRASSE 49 und
das Schulgebäude in der ALTE RATHAUS-
STRASSE 39 sind dieser Bauphase zuzu-
rechnen.
1919 bis 1921 wurde von der Stadt Hanno-
ver durch den Stadtbaurat Paul Wolf eine
Siedlung für städtische Arbeiter im Süden
von Laatzen auf dem ehemaligen Ziegelei-
gelände oberhalb der Bruchwiesen erstellt.
Mit der Entwicklung von Typenhausgrund-
rissen steht dieser Entwurf in der Tradition
der Werkbundarbeiten und der englischen
Gartenstadtbewegung. Der allseitig von
zweigeschossigen Wohnhäusern umstan-
dene Lindenplatz liegt im Zentrum des
rechtwinklig angelegten Straßennetzes. Die
eingeschossigen Doppelhaustypen beglei-
ten traufständig den Straßenraum, während

die ebenfalls eingeschossigen Einzelhäuser
mit dem durch Ziegelziersetzungen geglie-
derten Giebel zur Straße orientiert sind.
Neben den schlichten roten Backsteinbau-
ten unter Satteldach bestimmen die Hek-
ken, die jedes Grundstück umgeben, die
Geschlossenheit dieser Siedlung. Zu der als
Gesamtheit baulicher Anlagen ausgewiese-
nen Gruppe gehören die Häuser AM BERG-
DAHLE 1-13 und 15, 17, 19, 21, AM
BROCKSBERG 1, 3, 5, 7, 9, 11, 13 und 15,
AM HECKENWEG 1, 2 und 3, AM LINDEN-
PLATZ 1-23, DEISTERBLICK 1, 2, 4, 6 und
8, STEILER WEG 1-9 und 11 sowie URNEN-
FELDSTRASSE 9, 11-17.
Ortskarte Seite 120/121
LAATZEN-OESSELSE

Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte
im Jahre 1022 unter dem Namen Osleve-
hem in den Stiftungsurkunden des Micha-
elisklosters in Hildesheim. Nähert man sich
von Westen aus Richtung Gleidingen der
Ortschaft Oesselse, so erblickt man schon

Laatzen, Eichstraße Oesselse, An der Nicolaikirche,
Pfarrkirche, L.Hellner, 1837


Laatzen, Hildesheimer Straße 49, Laatzen, Steiler Weg
Jahrhundertwende


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